Beispiele: Integrierte und nicht integrierte Zu- und Abgänge bei einseitigen Anlagen
Der Bewertungsplan enthält u.a. einen realtime buchenden Bewertungsbereich, dem die Rechnungslegungsvorschrift LGAAP (lokale Rechnungslegungsvorschrift) zugeordnet ist sowie einen realtime buchenden Bewertungsbereich, dem die Rechnungslegungsvorschrift IFRS zugeordnet ist.
Nach LGAAP soll das Wirtschaftsgut nicht aktiviert werden; nach IFRS soll das Wirtschaftsgut jedoch als Anlage aktiviert werden.
Im Customizing haben Sie eine Anlagenklasse definiert, bei der laut LGAAP keine Aktivierung für solche Wirtschaftsgüter erfolgt.
Sie buchen einen integrierten Anlagenzugang.
In der Kreditorenbuchhaltung wird der Rechnungseingang erfasst:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Anlage | 10.000 |
Haben | Kreditor | 10.000 |
Das System generiert die folgenden rechnungslegungsübergreifenden und rechnungslegungsspezifischen Belege:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
1) | INITIAL | S | Technisches Verrechnungskonto für integrierten Anlagenzugang | 10.000 |
1) | INITIAL | H | Kreditor | 10.000 |
2) | IFRS | S | Anlage | 10.000 |
2) | IFRS | H | Technisches Verrechnungskonto für integrierten Anlagenzugang | 10.000 |
3) | LGAAP | S | Aufwand (Aktivierungsdifferenzen/neutraler Aufwand) | 10.000 |
3) | LGAAP | H | Technisches Verrechnungskonto für integrierten Anlagenzugang | 10.000 |
Das Technische Verrechnungskonto für den integrierten Anlagenzugang
darf nur vom System bebucht werden. Das System stellt automatisch sicher, dass das Konto je Rechnungslegungsvorschrift und Kontierung immer zu Null saldiert.
Aus diesem Grund nimmt das System automatisch für alle deaktivierten Bewertungsbereiche einer Anlage, die ins Hauptbuch buchen und Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) führen, eine Umbuchung der Kosten in den Aufwand vor.
Von der Finanzbuchhaltung ist zu prüfen, ob nach lokaler Rechnungslegungsvorschrift (LGAAP) der Aufwand auf dem im Customizing hinterlegten Konto (Aktivierungsdifferenzen/neutraler Aufwand) auf der richtigen Position in der GuV dargestellt wird. Gegebenenfalls muss eine manuelle, rechnungslegungsspezifische Umbuchung durchgeführt werden.
Sie buchen einen nicht integrierten Anlagenzugang.
In der Kreditorenbuchhaltung wird der Rechnungseingang erfasst:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Verrechnungskonto Anlagenzugang | 10.000 |
Haben | Kreditor | 10.000 |
Rechnungslegungsübergreifende Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
1) | INITIAL | Soll | Verrechnungskonto Anlagenzugang | 10.000 |
1) | INITIAL | Haben | Kreditor | 10.000 |
In der Anlagenbuchhaltung wird der Zugang der Anlage erfasst:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Anlagenkonto | 10.000 |
Haben | Verrechnungskonto Anlagenzugang | 10.000 |
Eine Eingrenzung auf Rechnungslegungsvorschriften oder Bewertungsbereiche ist dabei nicht notwendig. Da das Wirtschaftsgut nur gemäß IFRS als Anlage zu aktivieren ist, generiert das System nur eine rechnungslegungsspezifische Buchung für die Rechnungslegungsvorschrift IFRS.
Rechnungslegungsspezifische Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
2) | IFRS | Soll | Anlagenkonto | 10.000 |
2) | IFRS | Haben | Verrechnungskonto Anlagenzugang | 10.000 |
Für die Aufwandsbuchung nach lokalem Recht muss die Finanzbuchhaltung manuell eine rechnungslegungsspezifische Umbuchung vornehmen:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Aufwandskonto (für Wirtschaftsgut) | 10.000 |
Haben | Gegenkonto | 10.000 |
Rechnungslegungsspezifische Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
3) | LGAAP | Soll | Aufwandskonto (für Wirtschaftsgut) | 10.000 |
3) | LGAAP | Haben | Verrechnungskonto Anlagenzugang | 10.000 |
Das Verrechnungskonto Anlagenzugang
ist nun ausgeglichen – sowohl pro Rechnungslegungsvorschrift als auch pro Kontierungsmerkmal.
Sie buchen einen integrierten Anlagenabgang.
Aus Vereinfachungsgründen wird auf die Darstellung der Abschreibungsbuchung verzichtet.
In der Debitorenbuchhaltung wird die Ausgangsrechnung erfasst:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Debitor | 10.000 |
Haben | Anlagenkonto | 10.000 |
Rechnungslegungsübergreifende und rechnungslegungsspezifische Buchungen:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
1) | INITIAL | Soll | Debitor | 10.000 |
1) | INITIAL | Haben | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
2) | IFRS | Soll | Verrechnung Anlagenabgang | 10.000 |
2) | IFRS | Haben | Anlagenkonto | 10.000 |
Die beiden Konten Erlös aus Anlagenabgang
und Verrechnung Anlagenabgang
müssen zu Null saldieren, und zwar pro Rechnungslegungsvorschrift und Kontierung. Das ist der Fall für Rechnungslegungsvorschrift IFRS, aber noch nicht für Rechnungslegungsvorschrift LGAAP.
Für die korrekte Darstellung des Erlös in der GuV nach lokalem Recht muss die Finanzbuchhaltung manuell eine Umbuchung vornehmen, und zwar spezifisch für Rechnungslegungsvorschrift LGAAP:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
Haben | Erlöse (wegen Abgang eines Wirtschaftsguts) | 10.000 |
Rechnungslegungsspezifische Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
3) | LGAAP | Soll | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
3) | LGAAP | Haben | Erlös (wegen Abgang eines Wirtschaftsguts) | 10.000 |
Das Hauptbuchkonto Erlös aus Anlagenabgang
ist nun auch für die Rechnungslegungsvorschrift LGAAP ausgeglichen.
Sie buchen einen nicht integrierten Anlagenabgang.
Auch hier gilt: Aus Vereinfachungsgründen wird auf die Darstellung der Abschreibungsbuchung verzichtet.
In der Debitorenbuchhaltung wird die Ausgangsrechnung erfasst:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Debitor | 10.000 |
Haben | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
Ledgerübergreifende Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
1) | INITIAL | Soll | Debitor | 10.000 |
1) | INITIAL | Haben | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
In der Anlagenbuchhaltung wird der Anlagenabgang erfasst, der eine Deaktivierung der Anlage zur Folge hat. Eine Eingrenzung auf Rechnungslegungsvorschriften oder Bewertungsbereiche ist dabei nicht notwendig:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Verrechnung Anlagenabgang | 10.000 |
Haben | Anlagenkonto | 10.000 |
Rechnungslegungsspezifische Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
2) | IFRS | Soll | Verrechnung Anlagenabgang | 10.000 |
2) | IFRS | Haben | Anlagenkonto | 10.000 |
Das Konto Erlös aus Anlagenabgang
muss zu Null saldieren, und zwar pro Rechnungslegungsvorschrift und Kontierung. Das ist nun der Fall für Rechnungslegungsvorschrift IFRS, aber noch nicht für Rechnungslegungsvorschrift LGAAP.
Für den Erlös muss die Finanzbuchhaltung manuell eine Umbuchung erfassen, und zwar spezifisch für Rechnungslegungsvorschrift LGAAP:
Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|
Soll | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
Haben | Erlös (wegen Abgang eines Wirtschaftsguts) | 10.000 |
Rechnungslegungsspezifische Buchung:
Beleg | Rechnungslegungsvorschrift | Soll/Haben | Konto | Betrag |
|---|---|---|---|---|
3) | LGAAP | Soll | Erlös aus Anlagenabgang | 10.000 |
3) | LGAAP | Haben | Erlös (wegen Abgang eines Wirtschaftsguts) | 10.000 |