Auftragshierarchie und Auftragsselektion mit KlassifizierungSie können das Klassifizierungssystem in der Kostenträgerrechnung nutzen:
in der Auftragsselektion
Zusätzlich zu den zur Verfügung stehenden Stammdatenfeldern können Sie die Klassifizierungsmerkmale als Selektionskriterien nutzen. Dies ist jedoch nur bei Verwendung freier Merkmale sinnvoll, da die zur Verfügung stehenden Stammdatenfelder größtenteils mit den Objektmerkmalen übereinstimmen. Daneben besteht die Möglichkeit, zur Selektion nur die zur Verfügung stehenden Stammdatenfelder zu nutzen und Klassifizierungsmerkmale für klassifizierte Aufträge bei der Ausgabe mit anzureichern. Damit stehen diese Merkmale später in der Ergebnisliste als Anzeigefelder zur Verfügung.
bei der Verdichtung von Aufträgen
Reichen Ihnen die zur Definition einer Verdichtungshierarchie zur Verfügung stehenden Stammdatenfelder nicht aus, um Aufträge oder Projekte gemäß Ihren Anforderungen zu verdichten, so können Sie die Klassifizierung für die Verdichtung von Aufträgen oder Projekten einsetzen. Damit haben Sie die Möglichkeit, Klassifizierungsmerkmale für den Aufbau einer Hierarchie zu nutzen.
Hinweis
Prüfen Sie genau, ob die angebotenen Stammdatenfelder Ihren Anforderungen genügen. Verwenden Sie die Klassifizierung nur dann, wenn Sie unbedingt Klassifizierungsmerkmale für die Selektion oder für die Verdichtung benötigen oder wenn Sie freie Merkmale verwenden müssen. Die Klassifizierung wirkt sich negativ auf die Performance Ihres Systems aus (siehe unten).
Die Klassifizierung kann in der
Kostenträgerrechnung
für Produktionsaufträge, Produktkostensammler und Innenaufträge eingesetzt werden.
Um mit der Klassifizierung zu arbeiten, setzen Sie im Customizing ein Kennzeichen in der jeweiligen Auftragsart, womit die Klassifizierung für diese Auftragsart aktiviert wird. Dies hat zur Folge, daß jeder Auftrag, der zu dieser Auftragsart neu angelegt wird, automatisch klassifiziert wird. Dabei werden sogenannte Objektmerkmale mit den Werten aus dem Auftrag (z.B. Name des Erfassers, Kostenrechnungskreis) gefüllt und fortgeschrieben. Andere Merkmale (= freie Merkmale) dagegen müssen beim Anlegen des Auftragsstammsatzes manuell mit Werten gefüllt werden.
Diese Merkmale können später verwendet werden, um Aufträge über ein Merkmal zu selektieren (zeige mir alle Aufträge zum Kostenrechnungskreis 0001 an) bzw. um Daten über diese Merkmale zu verdichten (zeige mir alle Auftragskosten an, die im Werk 0001 angefallen sind). Für jeden Merkmalswert wird dabei eine Summe gebildet und auf einem sogenannten Verdichtungsobjekt fortgeschrieben.
Es stehen Ihnen zwei Arten von Merkmalen für die Klassifizierung zur Verfügung:
Objektmerkmale
Diese werden von der SAP standardmäßig ausgeliefert. Sie wählen aus einer Liste von Merkmalen diejenigen aus, die Sie verwenden möchten und generieren sie in jedem Mandanten, in dem Sie diese Merkmale nutzen möchten. Bei den Objektmerkmalen handelt es sich um Felder des Auftragsstammsatzes, die automatisch klassifiziert werden.
Freie Merkmale
Sollten Ihre Anforderungen über Objektmerkmale nicht abgedeckt werden können, so können Sie sich weitere Merkmale anlegen. Diese werden nicht automatisch klassifiziert, Sie müssen beim Anlegen eines neuen Auftrages manuell einen Wert für das Merkmal mitgeben.
Im Customizing des
Informationssystems
und der
Kostenträgerrechnung
des
Produktkosten-Controllings sind folgende Arbeitsschritte durchzuführen:
Auftragsarten für Fertigungsaufträge (PP und CO) überprüfen
Sie müssen für die betreffenden Auftragsarten im Customizing die Klassifizierung aktivieren.
Aktivieren Sie die Klassifizierung für diejenigen Auftragsarten, die Sie für Auftragshierarchien mit Klassifizierung oder die Auftragsselektion unter Verwendung von Klassifizierungsmerkmalen nutzen wollen. Die Klassifizierung können Sie auch nachträglich aktivieren. In diesem Fall müssen Sie einen Nachbewertungslauf durchführen, um bestehende Aufträge nachzuklassifizieren.
Auswählen und Generieren von Objektmerkmalen
Definition freier Merkmale
Diese Merkmale könnten beispielsweise die Kundenauftragsnummer in einem SAP - fremden Vertriebssystem oder eine produktspezifische Eigenschaft (z.B. Farbe) enthalten. Der Einsatz der Klassifizierung in der Kostenträgerrechnung macht im allgemeinen nur dann Sinn, wenn Sie in der Klassifizierung freie Merkmale verwenden.
Freie Merkmale müssen angelegt und der Klasse SAP_KKR_CLASS, Klassenart 013, zugeordnet werden. Zu den freien Merkmalen können Sie Beziehungswissen hinterlegen.
Die Anzeige der Auftragshierarchie erfolgt in den jeweiligen Anwendungskomponenten unter
mit der Hierarchieart
Auftragsverdichtung.
Hinweise zur Performance
Ist in der Auftragsart die Klassifizierung aktiviert, so führt dies zu einer verlängerten Verarbeitungszeit beim Anlegen und beim Ändern von Aufträgen. Bei jedem Speichern des Auftrages werden die Klassifizierungsdaten erneut fortgeschrieben. Dies beeinträchtigt insbesondere die logistische Abwicklung, da das Speichern der Aufträge mehr Zeit in Anspruch nimmt als gewünscht. Möchten Sie diese negativen Auswirkungen, die insbesondere in der Fertigungssteuerung auftreten, vermeiden, so schalten Sie während der Periode die Klassifizierung in der Auftragsart aus. Erst vor Ausführen des Datenbeschaffungslaufs zur Auftragshierarchie schalten Sie die Klassifizierung wieder an. Anschließend starten Sie den Report RKOCLASS. Dieser Report dient dazu, Aufträge nachzuklassifizieren. Führen Sie anschließend den Datenbeschaffungslauf aus. Für die nächste Periode schalten Sie die Klassifizierung in der Auftragsart wieder aus. Sie können die Klassifizierung auf diese Weise beispielsweise auch wöchentlich durchführen.
Siehe auch:
Ausführlichere Informationen über die Verwendung der Klassifizierung und die erforderlichen Aktivitäten erhalten Sie im Einführungsleitfaden des Informationssystems des
Produktkosten-Controllings
unter
Siehe auch:
Datenbeschaffung Verdichtungshierarchie