Transportladungsoptimierung
Mit der Funktion der Transportladungsoptimierung (TLO) können Sie eine optimale Verteilung von Lokationsproduktmengen auf Transporteinheiten (TEs) berechnen. Die TLO zielt darauf ab, durch eine optimierte Planung der TE-Ladungen niedrigere Transportkosten, eine schnellere Be- und Entladung und somit insgesamt eine wirtschaftlichere logistische Abwicklung zu erreichen. Dabei werden gegebenenfalls auch die Bestellmengen entsprechend den Optimierungszielen angepasst. Die TLO ermittelt hierzu über einen Optimierungsalgorithmus die jeweils optimale Beladung bzw. Auffüllung der benötigten Transporteinheiten. Sie können diesen Algorithmus steuern, in dem Sie die im Rahmen der Optimierung erlaubten Maßnahmen (wie die Verwerfung von Transporteinheiten) und die Gewichtung der einzelnen Optimierungsdimensionen festlegen. Anhand dieser Vorgaben kann die TLO verschiedene Ergebnisse gegeneinander abwägen. Mit den hierfür bereitgestellten Steuerungsparametern können Sie die Zielvorgaben für die TLO entsprechend Ihren jeweiligen Anforderungen definieren. So können Sie die Optimierung zum Beispiel auf folgende Zielsetzungen ausrichten:
kleinstmögliche Anzahl der benötigten Stapel und somit letzlich der benötigten Transporteinheiten durch eine kompakte Beladung der TEs
maximale Auslastung der Transporteinheiten hinsichtlich ihrer Raum- und Gewichtskapazität
optimiertes Handling der Ladung durch Bildung vollständiger Einheiten (z.B. Lagen)
Die Transportladungsoptimierung umfasst die folgenden Teilschritte:
Konsolidierung und Einsparung von Transporteinheiten
Die Konsolidierung beginnt mit einer Erstladevariante, d.h. einer noch nicht ladungsoptimierten Variante der zu verladenden Bestellmengen, die die Eingangsdaten für die TLO bereitstellt. Diese Ladevariante enthält die in der Bedarfsrechnung ermittelten und gegebenenfalls in den bereits durchlaufenen Optimierungsschritten optimierten Mengen. Der Konsolidierungsschritt verändert die Eingangsladevariante, indem er die Mengen innerhalb einer Transporteinheit neu anordnet, die Anzahl der Stapel in einer TE minimiert, oder auch Mengen einer anderen TE zuordnet. Das Ziel dieses Schrittes besteht darin, eine neue Ladevariante zu ermitteln, die mit weniger Transporteinheiten auskommt als die Eingangsvariante. Wenn eine oder mehrere Transporteinheiten eingespart werden können, ist dieser Optimierungsschritt abgeschlossen. Ist dies nicht der Fall, versucht die TLO, eine Ladevariante zu finden, bei der die letzte Transporteinheit keine Lokationsprodukte enthält, die eine mögliche Verwerfung der Transporteinheit verhindern würden (siehe nächsten Schritt).
Verwerfung der letzten Transporteinheit
Das System verwirft die letzte Transporteinheit, wenn keiner der im Restriktionsprofil festgelegten Mindestfüllgrade (Ladevolumen oder Ladegewicht) erreicht wurde und eine Verwerfung für alle Lokationsprodukte in der betreffenden Transporteinheit erlaubt ist. Ist einer der Mindestfüllgrade erreicht, wird auch die letzte Transporteinheit bei der anschließenden Auffüllung mit einbezogen und gegebenenfalls weiter aufgefüllt. Im Profil für die Transportladungsoptimierung im Customizing können Sie festlegen, wie die TLO verfahren soll, wenn die letzte Transporteinheit zwar die Mindestfüllgrade nicht erreicht, aber mindestens ein Lokationsprodukt enthält, das eine Verwerfung nicht zulässt. Dies kann zum Beispiel dadurch bedingt sein, dass bei einem Lokationsprodukt durch die Verwerfung der letzten Transporteinheit die festgelegte Mindestbestellreichweite oder eine auf Lokationsproduktebene zu berücksichtigende Mindestbestellmenge unterschritten würde.
Je nach Ihren Einstellungen im TLO-Profil wird in diesem Fall entweder die bisher berechnete Menge unverändert beibehalten (also weder verworfen noch aufgefüllt) und die Optimierung damit abgeschlossen, oder die Transporteinheit wird trotz Unterschreitung der Mindestfüllgrade weiter aufgefüllt.
Auffüllung
Der Auffüllschritt geht von der Anzahl der Transporteinheiten aus, die im Konsolidierungsschritt berechnet wurden und gegebenenfalls nach der Einsparung bzw. Verwerfung von Transporteinheiten noch vorhanden sind. Die Anzahl der Transporteinheiten wird in diesem Schritt nicht mehr verändert; vielmehr wird versucht, die Beladung der Transporteinheiten weiter zu optimieren. Dabei kann das System die Bestellmengen erhöhen oder verringern sowie die gerundeten Mengeneinheiten in kleinere Einheiten aufspalten (die ebenfalls für die Rundung festgelegt sein müssen).
Nach Abschluss der TLO im Rahmen des FRP-Laufs sind die Mengen der einzelnen Lokationsprodukte (d.h. der einzelnen Positionen eines Bestellvorschlags) jeweils einer oder mehreren Transporteinheiten zugeordnet. Sie haben die Möglichkeit, einen durch die TLO optimierten Bestellvorschlag nach der Übertragung in das SAP-Retail-System automatisch gemäß den darin enthaltenen TE-Zuordnungen zu splitten. Somit können Sie in SAP Retail separate Bestellungen für die einzelnen Transporteinheiten erzeugen.
Wenn Sie den Bestellvorschlag auf diese Weise splitten möchten, setzen Sie vor der Ausführung des FRP-Laufs das entsprechende Kennzeichen in den Einstellungen zur Transportladungsoptimierung des Restriktionsprofils. Weitere Informationen über die TLO-Einstellungen im Restriktionsprofil finden Sie unter Restriktionsprofile.
In der Dispositions-Workbench von SAP F&R haben Sie die Möglichkeit, das Kennzeichen für die Splittung nach Transporteinheiten für einzelne Bestellvorschläge nachträglich zu ändern. Darüber hinaus können Sie dort innerhalb eines durch die TLO optimierten Bestellvorschlags auf der Positionsebene Zuordnungen von Produktmengen zu Transporteinheiten anzeigen, ändern oder anlegen. Sie können eine bestimmte Bestellvorschlagsposition einer oder mehreren Transporteinheiten zuordnen. Außerdem können Sie Positionsmengen, die verschiedenen Transporteinheiten zugeordnet sind, in eine von Ihnen gewählte Transporteinheit zusammenführen. Weitere Informationen finden Sie unter Verwendung der Transportladungsoptimierung.