Machbarkeitsprüfung Die Machbarkeitsprüfung ist eine produktbezogene Prüfung, mit der Sie prüfen können, ob die vom Kunden gewünschten Bedarfe aus Vertriebslieferplanpositionen machbar sind, d.h. befriedigt werden können.
Die Machbarkeitsprüfung wird demnach auf der Basis der aktuellen Wunschmengen ( Sollabruf) durchgeführt, um zu prüfen, ob die neuen Kundenwünsche erfüllt werden können.
Wenn die Machbarkeitsprüfung zu einem positiven Ergebnis führt, dann erzeugt das System automatisch übereinstimmende Bestätigungen.
Falls die Machbarkeitsprüfung zu einem negativen Ergebnis führt, dann werden vom System keine Bestätigung erzeugt und der Planer muss die Bedarfe aus Vertriebslieferplanpositionen manuell bestätigen.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Bestätigungen .

Wenn zu einem Produkt Vertriebslieferpläne und Kundenaufträge existieren, dann werden diese Bedarfe bei der Machbarkeitsprüfung berücksichtigt.
Eine Bestätigung ist nur für Bedarfe zu Vertriebslieferplanpositionen möglich.
Kundenaufträge können hingegen nur im Rahmen der ATP bestätigt werden.
Die Machbarkeitsprüfung ist Oberbegriff für eine Reihe von möglichen Prüfungen auf der Basis von Heuristiken.
Weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Heuristiken und Heuristiken für die Vertriebslieferplanabwicklung .
Sie können für die Machbarkeitsprüfung modifikationsfrei eigene Prüfungen anlegen.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Anlegen von Heuristiken mit eigenen Algorithmen .

Die Verfügbarkeit von Bedarfen aus Vertriebslieferplanpositionen kann nicht nur mit Hilfe der Machbarkeitsprüfung überprüft werden, sondern auch unter Verwendung der
Globalen ATP-Prüfung
(Basismethode Produktverfügbarkeitsprüfung).
Nehmen Sie die erforderlichen Einstellungen im Customizing von Advanced Planning and Optimization unter Supply-Chain-Planung→Abrufabwicklung zum Vertriebslieferplanvor
Im SAP-APO-System werden folgende Prüfungen ausgeliefert:
Übereinstimmend bestätigen ohne Prüfung(Heuristik SAP_CDS_F01)
D.h. die kompletten Bedarfe werden ohne Prüfung als machbar angesehen.
Für alle Bedarfe aus Vertriebslieferplanpositionen werden übereinstimmende Bestätigungen erzeugt.
Reichweitenprüfung(Heuristik SAP_CDS_F02)
Nur wenn die Machbarkeit aufgrund der Reichweitenprüfung gewährleistet ist, werden anschließend die vom Kunden gewünschten Mengen und Termine übereinstimmend bestätigt.
Vom System wird die Ist-Reichweite des betreffenden Produkts berechnet und mit der im Customizing eingestellten Mindestreichweite verglichen.
Machbarkeit ok => Bestätigung
Wenn die Ist-Reichweite größer als oder gleich der einzustellenden Mindestreichweite (Mindestreichweite-Fehler im Reichweitentyp) ist, können auf jeden Fall die aktuellen Produktbedarfe gedeckt werden, und es werden für alle Bedarfe aus Vertriebslieferplanpositionen übereinstimmende Bestätigungen erzeugt.
Welche Bestände, Zugänge und Bedarfe in die Berechnung der Ist-Reichweite eingehen, können Sie im Reichweitentyp einstellen.
Über den Customer-Exit APOCV001 können Sie einstellen, dass für die Mindestreichweite die Wiederbeschaffungszeit aus dem Produktstamm verwendet wird.
Machbarkeit nicht ok => keine Bestätigung
Wenn die Ist-Reichweite unter der definierten Mindestreichweite (Mindestreichweite-Fehler im Reichweitentyp) liegt, werden vom System keine Bestätigungen erzeugt und der Planer muss die Bedarfe aus Vertriebslieferplanpositionen manuell nachbearbeiten.
Produktheuristik mit Reichweitenprüfung(Heuristik SAP_CDS_F03)
D.h. vom System wird zunächst die im Lokationsproduktstamm hinterlegte Produktheuristik ausgeführt und anschließend die Reichweitenprüfung durchgeführt.
Nur wenn die Machbarkeit aufgrund der Reichweitenprüfung gewährleistet ist, werden anschließend die vom Kunden gewünschten Mengen und Termine übereinstimmend bestätigt.
Sie können für alle Prüfungen festlegen, dass die Machbarkeitsprüfung nur durchgeführt wird, wenn
alle Vertriebslieferplanpositionen zu einem Produkt einen zulässigen
aktuellen Status
haben, und welchen Status Sie zulassen möchten
das Produkt eine
Planungsvormerkung für die Machbarkeitsprüfung
hat
D.h. es werden nur diejenigen Produkte geprüft, bei denen seit der letzten Machbarkeitsprüfung eine dispositiv relevante Veränderung stattgefunden hat.
Die Machbarkeitsprüfung kann zu folgenden Zeitpunkten durchgeführt werden:
direkt im Anschluss an die Eingangsverarbeitung(als Teil der Eingangsverarbeitung im Hintergrund), wenn Lieferplanabrufe per Electronic Data Interchange (EDI) empfangen oder manuell in der Stammdatenpflege erfasst werden.
Machbarkeit in der interaktiven Produktionsplanungprüfen (im Dialog)
Sie rufen den Arbeitsvorrat folgendermaßen auf:
in der
Produktsicht: periodisch
die
Machbarkeitsprüfung
im Kontextmenü der
Vertriebslieferplanbearbeitung
d.h. das System berücksichtigt die Einstellungen des Steuerungsprofils und prüft die Machbarkeit eines Vertriebslieferplans
im Menü (
Interaktive
)
Planung
→
Heuristiken
Sie können eine der Heuristiken für das zugeordnete Heuristikprofil auswählen. Diese Heuristik wird dann für alle ausgewählten Proudkte ausgeführt.
Variable Heuristik
Sie können eine der Heuristiken für das zugeordnete Heuristikprofil auswählen. Diese Heuristik wird dann für alle ausgewählten Proudkte ausgeführt.
Machbarkeit in der automatisierten Produktionsplanung prüfen
Im Produktionsplanungslauf können Sie festlegen, dass das System mehrere Heuristiken nacheinander ausführen soll.
Wählen Sie
Produktionsplanung
→
Automatisierte Produktionsplanung und Optimierung
→
Produktionsplanungslauf
oder
Produktionsplanungslauf im Hintergrund
.
Geben Sie die gewünschte Heuristik für das Objekt
Produkt
(4) ein und geben Sie zusätzliche Selektionskriterien, wie z.B. Produkt oder Lokation ein.

Unter
Produktionsplanung
→
Auswertungen
→
Protokolle
können Sie Protokolle zum Produktionsplanungslauf anzeigen.
In der
Produktsicht
oder
Produktplantafel
können Sie unter
Einstellungen
→
Planungsprotokoll
festlegen, wie detailliert das angezeigt Protokoll sein.
Siehe Produktionsplanungslauf und Produktionsplanungslauf im Hintergrund
Vom dem Ergebnis der Machbarkeitsprüfung hängt ab, ob eine Bestätigung erzeugt wird oder nicht.
Machbarkeit ok => Bestätigung
D.h. das System erzeugt eine übereinstimmende Bestätigung. Der aktuelle Status der Lieferplanposition ändert sich auf
40 –
Bestätigung
übereinstimmend
Falls gewünscht, wird die Bestätigung per EDI an den Kunden gesendet.

Über das Planungsverfahren im lokationsabhängigen Produktstamm können Sie für Kundenbedarfe festlegen, ob die Wunschmenge oder die bestätigte Menge Pegging-relevant ist.
Wenn Sie auf der Basis der Wunschmenge planen, dann sind die Kundenbedarfe mit dem Abrufeingang planungsrelevant.
Wenn Sie auf der Basis der bestätigten Mengen planen, dann sind Kundenbedarfe erst nach dem Bestätigen planungsrelevant; unabhängig davon, ob diese Bestätigung an den Kunden übermittelt wurde oder nicht.
Siehe Festlegen der Pegging-relevanten Menge bei Kundenbedarfen
Machbarkeit nicht ok => keine Bestätigung
D.h. das System erzeugt keine Bestätigung.
Folgende Fällen sind zu unterscheiden:
Wenn die Machbarkeitsprüfung in der
interaktiven Produktionsplanung durchgeführt wird, dann ändert sich der
Aktuelle Status
der Vertriebslieferplanpositionen nicht.
Wenn die Machbarkeitsprüfung in der
automatisierten Produktionsplanung oder
direkt im Anschluss an die Eingangsverarbeitung durchgeführt wird, dann ändert sich der
Aktuelle Status
der Vertriebslieferplanposition auf
31 - Machbarkeit nicht ok
Wenn die Machbarkeitsprüfung nicht erfolgreich war, dann gilt die letzte übermittelte Bestätigung und der Planer wird mittels Alert über das Ergebnis der Prüfung informiert.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt
Alert-Monitor zum Vertriebslieferplan
und in der Dokumentation des
Supply-Chain-Monitoring
unter
Alert Monitor
.
Der Planer muss diese Bedarfe manuell bearbeiten. Wenn der Planer die Verfügbarkeit überprüft hat, dann kann er manuell bestätigen. Diese Bestätigung kann abweichend oder übereinstimmend sein. Der aktuelle Status der Lieferplanposition ändert sich dementsprechend. Falls gewünscht, wird die Bestätigung per EDI an den Kunden übermittelt.
Wenn der Planer zu viel oder zu wenig bestätigt, kann er mittels Alert über Unter- und Überbestätigungssituationen informiert werden.