Funktionale Einschränkungen im CTP-Prozess
Im folgenden werden die Einschränkungen näher erläutert:
Splitten von Planaufträgen und Umlagerungsaufträgen nicht möglich, keine Teillieferung
Im CTP-Prozess ist das Splitten von Planaufträgen bzw. Umlagerungsaufträgen nicht möglich. Während der CTP-Prüfung übergibt ATP die Steuerung an PP/DS. So geht die Steuerung des Prozesses auf Komponentenebene an PP/DS über, wenn eine mehrstufige Prüfung entsprechend des im Produktstamm definierten Planungsverfahrens ausgeführt wird. Dies gilt für das Standardplanungsverfahren 3 (Sekundärbedarfe sofort decken
) und für das Standardplanungsverfahren 1 (Manuelle Planung mit Prüfung
). In diesen beiden Vorgehensweisen kann der Planungsalgorithmus keine Mengen splitten. Es ist also nicht möglich, Teilmengen entsprechend der verfügbaren Komponentenmenge rückzumelden. Ein Kundenauftrag wird nur dann bestätigt, wenn die Wunschmenge vollständig hergestellt werden kann. Wenn nicht genügend Komponenten vorhanden sind, dann kann der Planauftrag für das Endprodukt aufgrund der fehlenden Menge nicht angelegt werden. Der Kundenauftrag wird dann nicht bestätigt.
Kein Prüfumfang für Planungsverfahren Manuelle Planung mit Prüfung
einstellbar
Diese Verfügbarkeitsprüfung im PP/DS basiert auf dem Pegging
und nicht auf der ATP-Prüfung. Aus diesem Grund kann auch kein Prüfumfang eingestellt werden.
Bei der Prüfung wird das Pegging-Netz verwendet. Alle Zugangs- und Bedarfselemente eines Pegging-Netzes werden gleich behandelt. Eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen ATP-Kategorien ist daher nicht möglich. Das gleiche gilt für die mehrstufige Planung, die Sie im Rahmen eines CTP-Prozesses durchführen können. Auch hier können Sie nicht mit Hilfe des Prüfumfanges festlegen, ob auf einer untergeordneten Stufe ein neues Zugangselement angelegt werden soll oder nicht.
Hinweis
Diese Einschränkung gilt nicht für die mehrstufige ATP-Prüfung. Weitere Informationen finden Sie im SAP-Hinweis 455421 oder unter mehrstufige ATP-Prüfung.
Kein Prüfumfang bei Verwendung von Konfiguration oder CDP-Merkmalen einstellbar
Im Rahmen der CTP-Prüfung können Sie auch CDP-Merkmale berücksichtigen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie im Prüfmodus im Feld Produktionstyp
die Einstellung Merkmalsauswertung
gewählt haben. Auch in diesem Fall wird das Pegging-Netz im LiveCache ausgewertet. Die ATP-Kategorien aus dem Prüfumfang werden nicht berücksichtigt.
Bestandssuche mit CDP-Merkmalen (vergleichbar mit der Chargensuche im R/3) ist nicht möglich
CTP für SD-Lieferpläne nicht geeignet
Der CTP-Prozess ist nur für die positionsbezogene Abwicklung geeignet. SD-Lieferpläne dagegen stellen eine einteilungsbezogene Abwicklung dar. Diese Form der Abwicklung führt zu Performance-Problemen, da unter Umständen zu einer Lieferplanposition viele Einteilungen vorliegen, die geprüft werden müssen . Wenn Sie z.B. in einer Lieferplanposition eine Lieferplaneinteilung anlegen, ändern oder löschen, dann müssen alle Einteilungen der Lieferplanposition erneut geprüft werden.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass bereits bestätigte Einteilungen den bestätigten Wunschtermin verlieren, wenn Sie neue Lieferplaneinteilungen terminlich zwischen diesen Einteilungen einfügen oder diese Einteilungen erhöhen oder verschieben.
Verwendung von periodischen Losgrößen nicht möglich
Wenn Sie ein periodisches Losgrößenverfahren verwenden, dann führt ein zusätzlicher Bedarf in einer Periode zu einer Erhöhung der Planauftragsmenge. Dies führt in der Regel zu einer Erhöhung der Durchlaufzeit des Planauftrages der betroffenen Periode. Dies wiederum führt zu früheren Sekundärbedarfsterminen. Bei periodischen Losgrößen besteht daher die Gefahr, dass sich bereits bestätigte Kundenaufträge nach dem Eintreffen eines neuen Bedarfes gegen einen nicht mehr machbaren Produktionsplan bestätigen. Aus diesem Grund können Sie im Rahmen des CTP-Prozesses keine periodischen Losgrößen verwenden. (CTP und periodische Losgrößen schließen sich gegenseitig aus)
CTP in Kombination mit Sicherheitsbeständen bzw. Sicherheitsreichweiten wird in SAP APO nicht unterstützt.
Verwendung der Bedarfsstrategie Vorplanung ohne Endmontage
nicht möglich
Bei der Strategie Vorplanung ohne Endmontage
reservieren die Beschaffungselemente des Enderzeugnisses (Planaufträge mit der Auftragsart VP) im Vorplanungsabschnitt Ressourcen und Komponenten. Die eigentliche Endmontage wird jedoch erst nach Eintreffen des Kundenauftrages angestoßen. Dabei wird für den Kundenauftrag ein Planauftrag im Lagerabschnitt angelegt und die Beschaffungselemente im Vorplanungsabschnitt werden entsprechend reduziert. Wenn Sie nun CTP in Verbindung mit der Strategie Vorplanung ohne Endmontage
einsetzen würden, dann muss das System während der Prüfung Beschaffungselemente aus dem Vorplanungsabschnitt löschen, um freie Kapazitäten und Komponentenverfügbarkeit für die im Lagerabschnitt anzulegenden Planaufträge sicherzustellen. Das Löschen von Aufträgen kann aber bei einem Abbruch der Kundenauftragserfassung mit /N durch den dann in Aktion tretenden Task-Handler nicht mehr rückgängig gemacht werden. Siehe auch: Kundenauftragserfassung mit /n abbrechen
Die Strategie Vorplanung ohne Endmontage
kann daher im CTP-Prozess nicht eingesetzt werden.
Sie können CTP nicht in der Rückstandsbearbeitung verwenden. Der Hauptgrund hierfür liegt in der schlechten Performance des Verfahrens. Im Rahmen der Rückstandsbearbeitung werden alle selektierten Kundenauftragspositionen einzeln geprüft. Das System muss dann die dazugehörigen Beschaffungselemente einzeln neu anlegen. Dabei sind die sonst üblichen Maßnahmen zur Performance-Verbesserung in der Produktionsplanung, wie z.B. Änderungsplanung, Parallelisierung und Massenzugriffe auf die Datenbanken nicht möglich. Wird für Produkte, die CTP verwenden, eine Rückstandsbearbeitung durchgeführt, werden vorhandene Zugänge berücksichtigt, jedoch keine neuen Zugänge angelegt.
Eine Kombination aus Rückstandsbearbeitung und dem Verfahren Capable-to-Match (CTM), das dem CTP sehr ähnlich ist, ist möglich.
Weitere Informationen finden Sie unter Rückstandsbearbeitung und Capable-to-Match .
CTP kann bei der Verfügbarkeitsprüfung von Sekundärbedarfen, Reservierungen oder Bedarfen aus Umlagerungsbestellanforderungen nicht verwendet werden
Es ist nicht möglich in den obengenannten Fällen CTP einzusetzen. Sie können in der Prüfvorschrift definieren, dass für die entsprechenden Geschäftsereignisse auf die Produktion zugegriffen werden soll. Der Prozess kann allerdings nicht vollständig ausgeführt werden, da temporäre Aufträge im System verbleiben.
Siehe auch: Prüfvorschrift
Einschränkungen der Bucket-orientierten Kapazitätsprüfung:
Die Bucket-finite Kapazitätsprüfung ist eine grobe Kapazitätsprüfung. Die daraus resultierenden Bedarfs- und Verfügbarkeitstermine sind daher nur Bucket-genau. Die Bucket-orientierte Kapazitätsprüfung erzeugt keinen finiten Produktionsplan. Wenn Sie einen finiten Produktionsplan wünschen, dann müssen Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine Feinplanung durchführen.
Die reihenfolgeabhängigen Rüstaktivitäten werden bei der Kapazitätsprüfung nur in Form von durchschnittlichen Rüstzeiten oder Kapazitätsabschlägen berücksichtigt. Wenn die durchschnittliche Rüstdauer unter der bei der Reihenfolgeoptimierung berechneten Rüstdauer liegt, kann es zu Terminverletzungen kommen.
Die Bucket-orientierte Kapazitätsprüfung im CTP sollte nicht eingesetzt werden, wenn der Kapazitätsbedarf der Rüstaktivitäten einen hohen Anteil des Gesamtkapazitätsbedarfes ausmacht. In diesem Fall kann eventuell die Blockplanung bessere Ergebnisse liefern.
Bei Bucket-orientiertem CTP stehen für den Ressourcenstamm PP/DS-Buckets zur Verfügung und für die Bucket-finite Planung ist ein Planungsmodus verfügbar. Diese beiden Funktionen werden ausschließlich für CTP verwendet.
Zusätzlich sollte auf eine PP/DS-Bucket-finite Planung in der Plantafel vermieden werden, da die gewünschten Ergebnisse möglicherweise nicht erzielt werden.
Die Bucket-orientierte CTP-Prüfung wird für Ressourcen durchgeführt, die nur als Primär- oder Kalenderressourcen verwendet werden.
Bei den PP/DS-Buckets einer Ressource handelt es sich um Zeitaggregationen. Daher wird die Kapazitätsaggregation von Ressourcenhierarchien oder Alternativen nicht unterstützt.
Die Anzahl der PP/DS-Bucket-Vektoren ist auf 1 begrenzt. Der PP/DS-Bucket-Vektor hat die Dimension Zeit
; andere Dimensionen werden nicht unterstützt.
Folgende Strategieeinstellungen werden bei der PP/DS-Bucket-finiten Planung nicht berücksichtigt: Synchronisierung
, Nichtarbeitszeiten
und Kampagnenbedingungen berücksichtigen
.
Hinweis
Diese Einschränkungen gelten vor allem für CTP. Die merkmalsabhängige Planung (CDP) und insbesondere die Bucket-orientierte Blockplanung verwenden die PP/DS-Bucket-Vektoren und alle damit verknüpften Planungsmodi. Die Bucket-orientierte Kapazitätsprüfung für die Blockplanung, die mit SAP APO 3.1 ausgeliefert wurde, wird durch den Bucket-orientierten CTP-Prozess ersetzt. Siehe auch SAP-Hinweis 744400
.
Siehe auch: Bucket-orientierte Kapazitätsprüfung
Die CTP-Heuristik (SAP_CTG_DLG), die in der APO-Produktsicht interaktiv eine Verfügbarkeitsprüfung für Kundenaufträge ausführt, deckt nicht alle Funktionen der Online-CTP-Prüfung ab, die für Kundenaufträge in SAP ERP durchgeführt wird.
Diese CTP-Heuristik behandelt den Lösch-Schalter und die Umverteilung nicht und ändert auch das fixierte Pegging nicht.
Da CTP den Auftrags-liveCache und nicht die ATP-Zeitreihen verwendet, könnte die Verwendung von CTP in Kombination mit anderen Regeln innerhalb der regelbasierten ATP-Prüfung den Zweck der ATP-Regeln untergraben. Wird in einer ersten Regel eine maximal zulässige Verspätung verwendet, um die Verwendung von Lagerbestand für zukünftige Bedarfe zu verhindern, wird CTP (Produktion direkt) mit der kompletten Bedarfsmenge aufgerufen (obwohl Bestand vorhanden ist). In diesem Fall, führt CTP eine Nettobedarfsrechnung durch und legt keine weiteren Zugänge an.
Die Kombination von CTP und Kuppelprodukten (wenn mehr als ein Output-Produkt eines Planauftrags mit CTP geplant wird) wird in SAP APO nicht unterstützt.
Aufgrund von Kapazitätseinschränkungen kann ein Planauftrag nach dem Bedarfsdatum (entspricht dem Auflösungsdatum) eingeplant werden. Liegt der geplante Termin außerhalb des Gültigkeitshorizonts des Auftrags, ist die Neuauflösung eines Auftrags mit möglicherweise anderen Komponenten oder Vorgängen erforderlich, die zeitaufwendige Berechnungen oder sogar Schleifen verursachen würden. Der CTP-Algorithmus unterstützt daher nur eine Neuauflösung und endet mit einem Fehler, falls diese nicht erfolgreich ist.
Die Planungsstrategien Vorplanung ohne Endmontage
und Vorplanungsprodukt
werden in Kombination mit CTP nicht unterstützt. Die Planungsstrategie Vorplanung mit Endmontage
wird in Kombination mit CTP nur unterstützt, wenn für die ATP-Prüfung (Produktionstypstandard im Prüfmodus) ATP-Zeitreihen verwendet werden. Andernfalls verringern die prognostizierten Bedarfe die verfügbare Menge.
Siehe auch: SAP-Hinweis 426563![]()