Integration der Kostenträgerrechnung
Die Integration der Anwendungskomponente Kostenträgerrechnung
reicht von Verknüpfungen zum externen Rechnungswesen und weiteren Controlling-Komponenten bis zu Verknüpfungen zu logistischen Anwendungskomponenten, wie der Produktionsplanung
(PP) oder der Materialwirtschaft
(MM). Die Integration der Kostenträgerrechnung
im SAP-System wird im folgenden Beispiel anhand eines produzierenden Unternehmens veranschaulicht.
Die Kostenträgerrechnung
erhält eine Vielzahl von Daten aus diesen Anwendungskomponenten, sie sendet aber auch viele Daten an diese Komponenten.

Legende | |
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CO-PA |
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CO-PC-ACT |
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CO-PC-PCP |
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CO-PC-OBJ |
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CO-OM |
beinhaltet CO-OM-CCA ( |
EC-PCA |
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CO |
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FI |
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MM |
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PP |
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Direkte Kosten sind Kosten, die einem Kostenträger direkt zugeordnet werden können. Sie werden unter primären Kostenarten fortgeschrieben. Dies bedeutet, dass zu diesen Kostenarten entsprechende Aufwandskonten in der Finanzbuchhaltung
vorhanden sind. Eine Aufwandsbuchung führt demnach zum Entstehen von Kosten, die einem Kostenträger direkt zugeordnet werden können.
Direkte Kosten sind beispielsweise auch Materialeinzelkosten. Wird ein Rohstoff oder ein Halbfabrikat vom Lager entnommen, um für die Herstellung eines Fertigerzeugnisses verwendet zu werden, so führt dies ebenfalls zu einer Aufwandsbuchung in der Finanzbuchhaltung
. Materialentnahmen (Warenausgänge) buchen Sie in der Anwendungskomponente Materialwirtschaft
(MM). Die Materialeinzelkosten werden dem Kostenträger zugeordnet.
Hinweis
Auch in der Planung kann das System auf diese Daten zugreifen. Kalkulationen auf Materialebene werden in der Anwendungskomponente Produktkostenplanung durchgeführt. Vorkalkulationen zu Kostenträgern werden in der Anwendungskomponente Kostenträgerrechnung
durchgeführt (siehe auch: Kostenträgerrechnung im Zeitablauf: Szenario).
Indirekte Kosten sind Kosten, die einem Kostenträger nicht direkt zugeordnet werden können. Dies können beispielsweise Energiekosten einer Maschine sein, an der unterschiedliche Produkte hergestellt werden.
Indirekte Kosten werden in der Regel zunächst aus der Finanzbuchhaltung
den Kostenstellen zugeordnet.
Kostenstellen sind Bereiche, die bestimmte Leistungen erbringen und an andere Kostenstellen oder an Kostenträger abgeben. Diese Leistungen werden bewertet und unter sekundären Kostenarten fortgeschrieben. Sekundäre Kostenarten sind Kostenarten, die kein entsprechendes Aufwandskonto in der Finanzbuchhaltung
haben. Sekundäre Kosten sind demnach bewertete Verbräuche innerbetrieblicher Leistungen.
Hinweis
Zuweilen werden auch Einzelkosten über Kostenstellen an Kostenträger weitergeleitet. Damit sollen die Kosten der Kostenstellen kontrolliert werden. Auch die Fertigungseinzelkosten werden über die Kostenstellen an die Kostenträger weitergeleitet.
Gemeinkosten können im System an den Kostenträger anhand verschiedener Methoden weitergeleitet werden:
über innerbetriebliche Leistungsverrechnung
Bei der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung wird die Kostenstelle entlastet und der Kostenträger belastet. Innerbetriebliche Leistungsverrechnungen können Sie im Menü der Kostenstellenrechnung
oder der Kostenträgerrechnung
manuell anstoßen. Sie können aber innerbetriebliche Leistungsverrechnungen auch durch andere betriebswirtschaftliche Vorgänge anstoßen. Dies bedeutet, dass das System bei der Rückmeldung in der Produktionsplanung
(PP) automatisch eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung ausführt.
Sie können die Rückmeldung im PP zusätzlich mit einer Warenbewegung im MM verknüpfen. Dies bedeutet, dass das System bei der Rückmeldung im PP zusätzlich zur innerbetrieblichen Leistungsverrechnung auch beispielsweise einen Warenausgang im MM anstoßen kann Bei der Rückmeldung im PP wird somit neben der Leistungsverrechnung in der Kostenstellenrechnung
(CO-OM-CCA) auch die Buchung im FI angestoßen. In der Serienfertigung können Sie die Leistungsverrechnung auch durch die Wareneingangsbuchung anstoßen.
über Gemeinkostenzuschläge
Bei der Zuschlagsberechnung wird die Kostenstelle entlastet und der Kostenträger belastet. Die Zuschlagsberechnung führen Sie im Periodenabschluss der Kostenträgerrechnung
durch. Sie können Prozesse manuell verrechnen oder eine automatische Prozessverrechnung vornehmen. Prozesse selbst können mit primären und sekundären Kosten belastet werden.
über die Verrechnung von Prozesskosten
Bei der Verrechnung von Prozesskosten wird der Prozess entlastet und der Kostenträger belastet. Die automatische Prozessverrechnung wird durch die Template-Verrechnung angestoßen und im Periodenabschluss der Kostenträgerrechnung
durchgeführt. Mit der Template-Verrechnung können Sie auch Leistungsarten verrechnen. Dabei wird die Kostenstelle entlastet und der Kostenträger belastet. Auch durch Umbuchungen können Kostenträger belastet werden.
Hinweis
Sie können auf eine umfassende Einführung der Prozesskostenrechnung (CO-OM-ABC) verzichten, aber dennoch die Technik des Templates für die Verrechnung von Gemeinkosten verwenden.
Siehe auch:
Primäre und sekundäre Kosten werden auf dem Kostenträger unter ihrer Kostenart und auf Wunsch auch gemäß Herkunft (z.B. Nummer und Werk des verbrauchten Materials) fortgeschrieben. Sie können die Kosten auf dem Kostenträger jederzeit anzeigen und analysieren.

* nur im Kundenauftrags-Controlling
möglich
Legende | |
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CO-PA |
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CO-PC-ACT |
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EC-PCA |
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Funktionen anderer Anwendungskomponenten können dazu führen, dass Daten in der Kostenträgerrechnung
und in anderen Anwendungskomponenten fortgeschrieben werden. Wird zum Beispiel ein gerade hergestelltes Fertigerzeugnis an das Lager gelegt, so führen Sie dazu einen Wareneingang im MM durch. Dieser Wareneingang stößt eine Buchung im FI an, die den Kostenträger entlastet. Im FI findet eine Bestandsmehrung statt. Sie können diesen Wareneingang auch automatisiert im Zuge einer Rückmeldung im PP ausführen.
Hinweis
Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse sollten mit dem Standardpreis bewertet werden (siehe auch: Grundsätzliche Entscheidungen zur Kostenträgerrechnung). Haben Sie die Preissteuerung S (Standardpreis) im Materialstammsatz für Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse hinterlegt, so bedeutet dies, dass:
die Materialien zum Standardpreis bewertet werden, wenn Sie an das Lager geliefert werden
Der Bestandswert ergibt sich somit aus der am Lager befindlichen Menge multipliziert mit dem Standardpreis.
die Materialien zum Standardpreis entnommen werden, wenn Sie einen Warenausgang buchen
Der Standardpreis wird in der Regel durch eine Plankalkulation zum Material ermittelt, die Sie in der Anwendungskomponente Produktkostenplanung
erstellen.
In einigen Fällen kann es vorkommen, dass für ein zu produzierendes Material bereits Kosten entstanden sind, bevor die gesamte Planmenge produziert wurde. Dies bedeutet, dass im FI ein Aufwand entstanden ist, der das Ergebnis mindert, obwohl dieser Aufwand im Wertschöpfungsprozess eingebunden ist. Um diese Minderung zu korrigieren, kann im Periodenabschluss der Kostenträgerrechnung
der Wert der Ware in Arbeit ermittelt und an das FI abgerechnet werden. Mit der Abrechnung erfolgt im FI die Buchung „Bestand Ware in Arbeit an Bestandsveränderung Ware in Arbeit“. Da das Ergebnis der Profitcenter-Rechnung
(EC-PCA) in der Regel nach dem Gesamtkostenverfahren (GKV) ermittelt wird, kann die Ware in Arbeit auch an das EC-PCA weitergeleitet werden.
Es können auch Rückstellungen (z.B. Rückstellungen für fehlende Kosten) an das FI und das EC-PCA abgerechnet werden.
Siehe auch:
Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling
Ware in Arbeit im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
Abrechnung im Produkt-Controlling
Ebenfalls werden die Differenzen des Kostenträgers, die sich aus Belastung (Buchen von Istkosten) und Entlastung (Lieferung von Fertigerzeugnissen an das Lager) ergeben, an das FI weitergeleitet. Durch die Abrechnung wird sichergestellt, dass im FI die Istkosten ausgewiesen werden. Die Preisdifferenz kann mit der Abrechnung auch an das EC-PCA und an die Istkalkulation/Material-Ledger
weitergeleitet werden. Des Weiteren wird dieser Betrag - i.d.R. nach Abweichungskategorien gesplittet - an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung
(CO-PA) abgerechnet.
Siehe auch: Abweichungsermittlung
Hinweis
Nicht allen Kosten in der Kostenrechnung stehen entsprechende Aufwandsbuchungen in der Finanzbuchhaltung
gegenüber. In der Kostenrechnung werden oftmals auch sogenannte kalkulatorische Kosten
ausgewiesen. Es gibt unterschiedliche Arten kalkulatorischer Kosten:
Kosten, denen in der Finanzbuchhaltung Aufwendungen in anderer Höhe
gegen überstehen. Diese werden Anderskosten
genannt. Beispiel: kalkulatorische Abschreibung, die sich am Wiederbeschaffungswert orientiert.
Kosten, denen in der Finanzbuchhaltung keine Aufwendungen
gegen überstehen. Diese werden Zusatzkosten
genannt. Ein Beispiel für Zusatzkosten ist die kalkulatorische Miete für Werkgelände, das sich im Eigentum Ihres Unternehmens befindet.
Kosten, die in der Höhe dem in der Finanzbuchhaltung gebuchten Aufwand entsprechen, werden Grundkosten
genannt.
Kalkulatorische Kosten sind oftmals ein Grund dafür, dass die durch das Produktkosten-Controlling
ermittelten Bestandswerte nicht zur bilanziellen Bewertung in der Jahresabschlussbilanz herangezogen werden.
Informationen zur bilanziellen Bewertung finden Sie unter Inventurkalkulation.
In der Ergebnis- und Marktsegementrechnung
(CO-PA) kann die Kosten- und Erlössituation je Marktsegment (z.B. eine bestimmte Produktgruppe über einen bestimmten Vertriebsweg in einer bestimmten Region) analysiert werden. Die Erlöse und die Standardherstellkosten des Umsatzes werden in der anonymen Lagerfertigung, in der Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand und in der Projektfertigung mit bewertetem Projektbestand bei der Fakturierung an den Kunden an das CO-PA weitergeleitet. Die Standardherstellkosten des Umsatzes werden in der Anwendungskomponente Produktkosten-Controlling
ermittelt. Im CO-PA kann die Kostenschichtung (Elementeanzeige) der Standardkosten angezeigt werden. Ziel des CO-PA ist es, eine Deckungsbeitragsrechnung zu erstellen. Dabei sollen nun nicht nur die Standardkosten den Erlösen gegenübergestellt werden. Deshalb rechnen Sie die Abweichungen auch an das CO-PA ab. Mit der Abrechnung der Kostenträger können Sie die Abweichungen nach Abweichungskategorien gegliedert an Wertfelder des CO-PA weiterleiten. Im Kundenauftrags-Controlling
können Sie zusätzlich Abgrenzungsdaten ermitteln, die an das CO-PA abgerechnet werden können.
Siehe auch:
Informationen zum bewerteten Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt Bewerteter Kundenauftragsbestand.
Informationen zur Ermittlung von Abgrenzungsdaten (z.B. Rückstellungen), die an das CO-PA weitergeleitet werden können, finden sie im Abschnitt Ergebnisermittlung.
Informationen zur Projektfertigung finden Sie in der Dokumentation Projektsystem
.
Informationen zu den Einschränkungen des unbewerteten Kundenauftragsbestandes finden Sie im Abschnitt Besonderheit: Unbewerteter Kundenauftragsbestand.
Wenn Sie Ihre Materialbestände unterjährig nicht zu Standardkosten bewerten möchten oder Ihr Gesetzgeber dies nicht erlaubt, so können Sie die Istkosten in die Bewertung der Bestände einfließen lassen, indem Sie die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger (CO-PC-ACT) aktivieren. In diesem Falle werden die Preisdifferenzen auch an das CO-PC-ACT abgerechnet und bilden dort die Grundlage für die Ermittlung des periodischen Verrechnungspreises.