Technischer Ablauf der
Abwesenheitsbewertung
Die Abwesenheiten werden im regulären Lauf der Personalabrechnung über die länderspezifischen Schemen verarbeitet. Ein Muster für die Standardverarbeitung finden Sie im Schema xT00.
Die Verarbeitung ermöglicht Ihnen eine differenzierte Bewertung der für einen Mitarbeiter erfassten Abwesenheiten abhängig von folgenden Faktoren:
· der erfassten Abwesenheit
· der organisatorischen Zuordnung des Mitarbeiters
· dem Abwesenheitskontingent, von dem eine Abwesenheit abgetragen hat
· nationalen Bestimmungen und Besonderheiten.
Technischer Ablauf der Abwesenheitsbewertung im Schema xT00
Fkt |
Par1 |
Par2 |
Par3 |
Par4 |
D |
Text |
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MOD |
XMOD |
GEN |
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Gruppierungen festlegen |
RAB |
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Abwesenheiten einlesen |
NP |
AB |
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Abwesenheiten drucken |
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xNAB bzw. XNAB |
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Länderspezifische Abwesenheitsroutinen |
.... |
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DAYPR |
TC00 |
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Tagesverarbeitung der Zeitdaten |
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PAB |
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Abwesenheiten bearbeiten |
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xAB |
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Länderspezifische Abwesenheitsroutinen |
... |
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Die erste für die Verarbeitung der Abwesenheiten relevante Aktion in der Abrechnung ist die Funktion MOD im Schema XT00.

Im folgenden stellen wir bestimmte
Schemen, Funktionen und Personalrechenregeln mit dem Kürzel X dar. Dieses X steht für das
Länderkennzeichen, aber auch für die internationalen Versionen der Schemen,
Funktionen und Personalrechenregeln.
Verwenden Sie das Schema XT00, die Personalrechenregel XMOD etc. nur, wenn für
Ihr Land noch keine eigenen Schemen, Funktionen und Personalrechenregeln
eingerichtet sind.
Die Funktion MOD ermittelt, auf welche Tabelleneinträge das System bei der Bewertung der Abwesenheit eines Mitarbeiters zugreifen soll. Sie ruft die Personalrechenregel XMOD auf, die mit Hilfe der Operation MODIF A die Mitarbeitergruppierung für die Abwesenheitsbewertung bestimmt.
Die Mitarbeitergruppierung für die Abwesenheitsbewertung wird in der Tabelle Bewertung von Abwesenheiten (T554C) zur Auswahl einer Abwesenheitsbewertungsregel verwendet. Eine inhaltliche Bedeutung erhält die Mitarbeitergruppierung aber erst in den Angaben, die Sie in der Personalrechenregel XMOD hinterlegen. Hier können Sie individuelle Gruppierungskriterien bestimmen.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Arbeitsschritt Abwesenheiten ® Gruppierung für Abwesenheitsbewertung festlegen im Einführungsleitfaden der Abrechnung.
Gruppierungen können Sie beispielsweise für eine bestimmte organisatorische Zuordnung in Verbindung mit der Mitarbeiterkreisgruppierung für Personalrechenregel definieren.

Verwendung von unterschiedlichen Mitarbeitergruppierungen für die Abwesenheitsbewertung für
· Stundenlöhner
· Gehaltsempfänger
Ebenfalls in der Personalrechenregel XMOD wird im Standard mit Hilfe der Operation MODIF 2 der Modifikator für die Abrechnung gesetzt, mit dem bei der Abwesenheitsbewertung auf die Tabelle Konstante Bewertungen (T510J) zugegriffen werden soll.
Nachdem festgestellt wurde, welche Gruppierung für die abzurechnende Personalnummer zum Tragen kommt, liest die Funktion RAB die Abwesenheiten, die für den Mitarbeiter im Infotyp Abwesenheiten (2001) innerhalb der Periode erfasst wurden.
Die Abwesenheiten werden den WPBP-Splitkennzeichen zugeordnet. Aus der Tabelle der Ab- und Anwesenheitsarten (T554S) wird die Abwesenheitsbewertungsregel bestimmt, die verschiedene Abwesenheitsarten in der Abrechnung zusammenfasst.
Die Abwesenheiten werden einem Arbeitsplatz-Splitkennzeichen zugeordnet.

Ein Mitarbeiter hat in einer Abrechnungsperiode seinen Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens gewechselt. Das Arbeitsplatz-Splitkennzeichen ermöglicht, daß dieser organisatorische Wechsel bei der Abwesenheitsbewertung berücksichtigt werden kann.
Falls der Parameter 3 der Funktion RAB mit X gefüllt ist, kann die Abwesenheitsbewertungsregel anhand der Tabelle Abwesenheitsaufteilung nach Kontingentabtragung (T554A) geändert werden. So können Sie eine spezielle Abwesenheitsbewertung abhängig von dem die Abwesenheit abtragenden Kontingent realisieren.
Trägt eine Abwesenheit von einem oder mehreren Kontingenten ab, kann ein Abwesenheitssatz unter Umständen noch weiter unterteilt werden. Im anderen Fall hat der Parameter 3 keine Auswirkung.
Abhängig von nationalen Bestimmungen
können länderspezifische Verarbeitungen erforderlich sein.
Ein typisches Beispiel, das für viele Länder in Betracht kommt, ist die
Abwesenheit wegen Krankheit. Die Bezahlung kann sich dort im Verlauf der
Krankheit ändern (Lohnfortzahlung).
In der Abwesenheitsbewertung bilden wir diesen Sachverhalt so ab, dass die interne Tabelle Abwesenheiten (AB) weiter verfeinert wird. Der ganze Abwesenheitssatz wird, falls er von den nationalen Bestimmungen betroffen ist, in kleinere Teile aufgeteilt und wieder in die Tabelle AB gestellt.
Hierzu stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
Länderspezifische Funktion xNAB
In der internen Tabelle AB stehen drei Splittkennzeichen zur Verfügung, in denen länderabhängig spezifische Kennzeichen hinterlegt werden können.

Splitkennzeichen für Land XY für die
· Sozialversicherung
· Steuer
Jeder Teilabschnitt kann danach für sich genommen nach einem anderen Verfahren, d.h. durch eine andere Abwesenheitsbewertungsregel bewertet werden.
Diese Verfeinerung der Tabelle AB erfolgt über die Funktion xNAB.
Internationale Funktion XNAB
Mit der Funktion XNAB können Sie die Tabelle AB anhand verschiedenster Kriterien weiter verfeinern. Weitere Informationen erhalten Sie unter Verfeinern von Abwesenheiten.

Beachten Sie, dass die Funktionen xNAB und XNAB eine bestimmte Position innerhalb des Schemas haben muss. Sie dürfen erst nach dem Einlesen der Abwesenheiten durchgeführt werden und müssen vor der Bewertung der Abwesenheiten (Funktion PAB) erfolgen.
In der Tagesverarbeitung der Zeitdaten wird eine Zeitlohnartenauswahl über die Tabelle Zeitlohnartenauswahl (T510S) durchgeführt und die Zeitlohnarten in die interne Tabelle Zeitlohnarten (ZL) gestellt.
Dieses gilt auch für alle Abwesenheiten, bei denen in der Tabelle Abwesenheitsbewertung (T554C) das Feld Zeitlohnartenauswahl markiert ist.
Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter Ablauf der Tagesverarbeitung/Zeitlohnartenauswahl
Das System bewertet die Abwesenheiten mit der Funktion PAB.

In diesem Schritt des
Abrechnungsverlaufes werden noch keine konkreten Beträge ermittelt, sondern
erst die im Customizing eingerichteten Vorgaben zur Bewertung der
Abwesenheiten abgearbeitet.
Die Abarbeitung der Vorgaben ermöglicht die spätere Bewertung der Lohnarten in
Beträgen bzw. die Aliquotierung.
Das System führt mit der Funktion PAB führt die folgenden Schritte aus:
· Es liest für jede Abwesenheit bzw. für jedes Teilintervall die interne Tabelle Abwesenheiten (AB).
· Es ermittelt abhängig von der Abwesenheitsart und der organisatorischen Zuordnung des Mitarbeiters die zugehörige Regel zur Abwesenheitsbewertung und führt die in der Tabelle Abwesenheitsbewertung (T554C) hinterlegten Aktionen durch:
...
a. Das System kumuliert die ermittelten Zählklassen in die interne Tabelle CABC.. In ihr hinterlegt es splitgenau die folgenden Informationen:
– Anzahl von bezahlten (AP) und unbezahlten (AU) Abwesenheiten einer Zählklasse
– Anzahl von Kalendertagen (K), Abwesenheitstagen (A) und Abwesenheitsstunden (S)
Diese Informationen können Sie in Personalrechenregeln mit der Operation NUM abfragen:

Teilmonatsparameter für den Teilmonat (=T)
TKAU** |
unbezahlte Abwesenheit (AU) gemessen in Kalendertagen (K) alle Zählklassen (**) |
TAAP** |
bezahlte Abwesenheit (AP) gemessen in Abwesenheitstagen (A) alle Zählklassen (**) |
TSAU33 |
Unbezahlte Abwesenheit (AU) gemessen in Abwesenheitsstunden (S) Zählklasse 33 (33) |
b.
Das System ermittelt die
Durchschnittsgrundlagen bzw. konstant bewertete Lohnartent.
Abhängig von der in der Regel zur Abwesenheitsbewertung hinterlegten Zeiteinheit stellt das System diese Lohnarten
in die folgenden Tabellen:
– Zeiteinheit B, I, E: Das Systemstellt die Lohnarten in die Tabelle OT. Haben Sie in der Tabelle Abwesenheitsbewertung (T554C) auch das Feld Basisbezugssplit markiert, kumuliert es die Lohnarten splitgenau.
–
Zeiteinheit Z: Das System
stellt die Lohnarten tagesgenau in die Tabelle ZL. Dort stehen Sie Ihnen für
weitere Verarbeitungen, die sich auf eine tägliche Betrachtung beziehen, zur
Verfügung.
Mit der Funktion ZLIT stellt das System die Ergebnisse aus der ZL gegen Ende
der Verarbeitung des Bruttoteils der Personalabrechnung in die
IT.
c. Wenn Sie für spezielle Verarbeitungen eine eigene Personalrechenregel angelegt haben, führt das System eine Sonderverarbeitung aus.
Für die Sonderverarbeitung stehen
Ihnen erweiterte Informationen z.B. aus den Stammdaten des Mitarbeiters oder
den organisatorischen Zuordnungen zur Verfügung. Dafür berechnet das System
temporär Werte, die es in Satzbettfelder stellt.
Informationen zu den Satzbettfeldern erhalten Sie in der Dokumentation zu den
Operanden der Operationen NUM, RTE und AMT.
Unter Umständen muß die Verarbeitung der nationalen Bestimmmungen, die durch die Funktion xNAB eingeleitet wurde, fortgesetzt werden. Diese Fortsetzung kann erst erfolgen, nachdem die Abwesenheiten durch die Funktion PAB bewertet worden sind.

Die Verarbeitung erfolgt bei Bedarf über die Funktion xAB.