Ablauf der Tagesverarbeitung/Zeitlohnartenauswahl
Einsatzmöglichkeiten
Sie verwenden den hier geschilderten Prozeß, um aus Zeitdateninformationen Zeitlohnarten zu bilden. Diese bilden die Basis zur Findung des Bruttolohnes.
Voraussetzungen
Die Funktion DAYPR (Tagesverarbeitung der Zeitdaten) steht im Schema xT00 Verarbeitung von Zeitdaten in der Lohn- und Gehaltsabrechnung, x=Länderkennzeichen). Im Parameter 2 der Funktion ist das zu verarbeitenden Teilschema TC00 (Lohnartengenerierung International) bzw. TC04 (Lohnartengenerierung International für Stundenerfassung) aufgeführt.
Das Schema xT00 enthält alle Schritte zur Ermittlung der zeitbezogenen Bruttovergütung. Es wird über den Abrechnungslauf verarbeitet.
Sie haben die Verarbeitungsschritte des Schemas TC00 bzw. TC04 im Customizing an Ihre Anforderungen angepaßt.
Ablauf
1. Aufruf der Tagesverarbeitung
Über die Funktion DAYPR wird das Teilschema zur Tagesverarbeitung der Zeitdaten (TC00 bzw. TC04) aufgerufen. Wenn Sie die Komponente Zeitauswertung einsetzen, werden zuvor die bereits ermittelten Zeitlohnarten aus dem Cluster B2 eingelesen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Integration Zeitauswertung und Abrechnung.
Die eigentliche Tagesverarbeitung liegt im Schema TC00 bzw. TC04 zwischen den Funktionen BDAY (Verarbeitungsblock der Zeitauswertung einleiten) und EDAY (Verarbeitungsblock der Zeitauswertung beenden). Dieser Abschnitt wird pro Tag und Mitarbeiter einmal durchlaufen.
2. Initialisierung
Durch die Funktion MOD (Festlegung von Gruppierungen) wird im Teilschema TC00 bzw. TC04 die Personalrechenregel TMOD aufgerufen. Mit der Personalrechenregel TMOD legen Sie fest, mit welchen Gruppierungen der Abrechnungstreiber während der Verarbeitung auf die Tabellen zur Zeitartenfindung und zur Zeitlohnartenauswahl zugreifen soll.
Die Operation MODIF T legt fest, mit welcher Zeitartenfindungsgruppe der Abrechnungstreiber für den auszuwertenden Mitarbeiter auf die Einträge der Tabelle T555Z (Zeitartenfindung) zugreifen soll.
Die Operation MODIF W legt fest, mit welcher Zeitlohnartenauswahlregelgruppe der Abrechnungstreiber für den auszuwertenden Mitarbeiter auf die Einträge der Tabelle T510S (Zeitlohnartenauswahl) zugreifen soll.
3. Bereitstellen der Zeitdaten
In einer Folge von Funktionen werden alle notwendigen Zeitdaten bereitgestellt. Hierzu gehören die erfaßten An- und Abwesenheiten sowie die Angaben aus dem Arbeitszeitplan. Diese Informationen werden in die Arbeitstabelle TIP (Tagesinput) gestellt.
Lesen Sie: Verarbeitung über interne Tabellen sowie Bereitstellen der Zeitdaten.
4. Klassifizierung der Zeiten
In einem nächsten Schritt werden alle Einträge der Tabelle TIP einzeln klassifiziert. Es wird dabei ermittelt, ob es sich bei den Zeiten um Soll- oder Mehrarbeitszeiten handelt. Abhängig davon erhalten die TIP-Einträge den Verarbeitungstyp M (Mehrarbeit) und S (Sollarbeit).
Detaillierte Informationen zur Klassifizierung der Zeiten erhalten Sie unter:
- Pausenverarbeitung durch die Zeitauswertung
-
Mehrarbeitsermittlung durch die Zeitauswertung
Beachten Sie, daß es sich hierbei um die Dokumentation der Zeitauswertung handelt. Alle Angaben, die sich auf die Bildung und Verarbeitung von Salden und Zeitkonten beziehen, haben für die Personalabrechnung keine Bedeutung.
5. Zeitlohnarten auswählen
Die mit Verarbeitungstypen gekennzeichneten TIP-Einträge werden einzeln den Bedingungen der Zeitlohnartenauswahl gegenübergestellt. Jedem Tag sind bestimmte Merkmale wie Feiertagsklasse, Tagestyp, etc. zugeordnet, die bei der Zeitlohnartenauswahl überprüft werden.
Über die Funktion DAYMO wird ermittelt, mit welcher Tagesgruppierung für die Zeitlohnartenauswahl (Werktage, Sonntage und Feiertage) die Einträge der Tabelle T510S zu überprüfen sind. Hierzu ordnen Sie im Schema für jeden dieser Fälle einen bestimmten Eintrag zu.
Die Zeitlohnartenauswahl erfolgt im Schema über die Funktion GWT (Generierung von Lohnarten). Die Zeitlohnarten werden abhängig vom Verarbeitungstyp eines TIP-Eintrages ausgewählt. Die Funktion GWT wird im Schema zweimal aufgerufen:
- GWT S: für TIP-Einträge mit dem Verarbeitungstyp S (Sollarbeit)
- GWT M: für TIP-Einträge mit dem Verarbeitungstyp M (Mehrarbeit)
Dieses Verfahren ermöglicht, die für die Soll- und Mehrarbeitszeiten ausgewählten Zeitlohnarten in unterschiedlichen Tabellen zu sammeln. Dadurch können Sie gezielt die Verrechnung der Mehrarbeitszeitlohnarten steuern.

Mit der Funktion GWT werden auch für alle Abwesenheiten, die nach dem Hätte-Prinzip bewertet werden, Zeitlohnarten ausgewählt. Im Standard erhalten die Abwesenheiten den Verarbeitungstyp S.
Informationen zur Abwesenheitsbewertung erhalten Sie unter
Abwesenheiten.
6. Mehrarbeiten verrechnen
Bei der Mehrarbeitsverrechnung wird festgelegt, ob die ermittelten Mehrarbeitsstunden vergütet oder gegen einen Freizeitanspruch verrechnet (kompensiert) werden sollen.
Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden der Personalabrechnung unter dem Abschnitt Mehrarbeiten verrechnen.
7. Ergebnisse abstellen
Mit der Funktion CUMBT (Kumulation der Zwischenergebnisse) werden die Ergebnisse der Tagesverarbeitung in die Ergebnistabellen abgestellt. Nun sind für alle Tage der Abrechnungsperiode die benötigten Zeitlohnarten in der Tabelle ZL. Wurden die Zeitdaten zusammen mit Informationen zur Kostenzuordnung oder Abweichenden Bezahlung erfaßt, sind in der ZL noch Zeiger auf die Tabellen C1 und ALP des Clusters B2.
Ergebnis
Aus der ZL werden die Zeitlohnarten in die Arbeitstabelle IT der Personalabrechnung überführt und stehen für die geldliche Bewertung zur Verfügung.