Anfang des InhaltsbereichsObjektdokumentation Konditionen

Definition

Kondition

Eine Kondition ist ein vertraglich vereinbarter Bestandteil eines Finanzgeschäfts oder Finanzinstruments. Sie beschreibt dessen zeitliche und betragsmäßige Ausstattung (Zinsen, Tilgung, etc.).

Konditionsart

Die Definition der Konditionen erfolgt über Konditionsarten. Den Konditionsarten sind im Customizing unter Konditionsarten definieren Bewegungsarten zugeordnet, welche Veränderungen in den Zahlungsströmen darstellen und Elemente des Finanzstroms sind. Den im Customizing definierbaren Bewegungsarten werden die systemseitig vorgegebenen Bewegungstypen und Berechnungstypen zugeordnet, wobei der Bewegungstyp die buchhalterische Verarbeitung der Bewegung und der Berechnungstyp die Verarbeitung im Finanzstrom steuert.

Hinweis

Die SAP liefert für die gängigen Geschäftsvorfälle Bewegungsarten aus, die Sie ohne Anpassungen nutzen können.

Im Customizing unter Konditionsarten der Geschäftsart zuordnen legen Sie fest, welche Konditionsarten für die verschiedenen Finanzgeschäfte benötigt werden.

Verwendung

Die Konditionen umfassen alle relevanten Daten zum Aufbau der Bewegungen im Finanzstrom. Die verschiedenen Angaben zu den einzelnen Konditionsarten bestimmen die genaue Berechnung der Bewegungen.

Bei den Konditionen im Bereich Geldhandel / Derivative Finanzinstrumente handelt es sich um sogenannte Individualkonditionen. Dies bedeutet, daß eine Kondition nicht unabhängig von einer Gattung existieren kann.

Aufbau

Konditionserfassung im Bereich Geldhandel

Die Konditionen im Bereich Geldhandel (ausgenommen Finanzstrom-Geschäft) werden bei der Geschäftserfassung eingegeben.

Das Bild Ausstattung ist in vier Eingabebereiche aufgeteilt:

  1. Anlage
  2. Geben Sie die Höhe des Betrages ein, über den das Geschäft läuft.

  3. Laufzeit
  4. Geben Sie den Laufzeitbeginn und das Laufzeitende ein.

  5. Zinsausstattung

In diesem Bereich hinterlegen Sie die Grunddaten zur Verzinsung.

    1. Geben Sie den Prozentsatz und die Zinsberechnungsmethode (ZinsMethode) ein.

HinweisIm Customizing unter Produktarten definieren können Sie pro Produktart Vorschlagswerte für die Zinsberechnungsmethode hinterlegen.

    1. Das Feld Rhythmus ist mit der Fortschreiberegel 'Zinsperiodenende stimmt mit Laufzeitende überein' vorbelegt.
    2. Sie können jedoch auch einen anderen Rhythmus auswählen. Wenn Sie Monatsrhythmus oder Tagesrhythmus wählen, müssen Sie das Feld Alle...Tage/Monate füllen.

      Wünschen Sie keine rhythmische Fortschreibung des Zinsperiodenendes und des Fälligkeitstages können Sie in der Detailsicht: Zinskonditionen eine andere Fortschreiberegel auswählen.

    3. Wenn Sie das Flag Zinsen kapitalisieren setzen, werden bei Fest- und Kündigungsgeldern die bis zum Zinsperiodenende ermittelten Zinsen auf den Betrag aufgeschlagen und in der darauffolgenden Periode mitverzinst.
    4. In den Feldern GschTagFälligkt und GeschTagBerechng geben Sie an, ob bzw. wie eine Verschiebung des Fälligkeitstages und des Berechnungstages erfolgen soll, wenn diese nicht auf einen Werktag fallen. Sofern Sie keine andere Eingabe im Konditionendetail vornehmen, wird hierfür der Kalender des Landes, in dessen Währung das Geschäft abgeschlossen wurde, zugrundegelegt.
    5. Im Feld Prolongat. geben Sie vor, wie mit den Zinsen im Falle einer Prolongation verfahren werden soll. Sie können zwischen folgenden Methoden wählen:
      1. Zahlung, d.h. die bis zur Prolongation angefallene Zinsen werden gezahlt
      2. Kapitalisierung, d.h. die bis zur Prolongation angefallene Zinsen werden auf den Anlagebetrag aufgeschlagen und mitverzinst
      3. Stundung, d.h. die Zahlung der angefallene Zinsen wird bis zum Ende der Prolongationsperiode verschoben

HinweisDiese Eingabe ist jedoch nicht bindend, d.h. Sie haben die Möglichkeit, bei der Prolongation eine andere Vorgehensweise zu wählen.

    1. Legen Sie Beginn und Ende des Berechnungszeitraums fest. Sie können zwischen folgenden zwei Varianten wählen:
      1. Beginn inklusiv ( = Beginn inklusiv und Ende exklusiv)
      2. Ende inklusiv ( = Beginn exklusiv und Ende inklusiv)

Diese Eingaben beziehen sich auf die Gesamtlaufzeit des Geschäfts und können nicht über das Feld Inklusiv in der Detailsicht: Zinsen übersteuert werden.

    1. Legen Sie fest, welche Rundungsregel bei der Berechnung der Zinsen zugrundegelegt werden soll.

HinweisDie Eingaben, die Sie hier machen, werden in das Konditionedetail: Zinsen übernommen. Dort können Sie die Eingaben gegebenenfalls ändern bzw. vervollständigen.

  1. Abschluß

 

Konditionserfassung bei den Derivativen Finanzinstrumenten

Die Konditionserfassung im Bereich Derivate erfolgt ebenfalls bei der Geschäftserfassung. Je nach Finanzgeschäft bietet das Erfassungsbild die entsprechenden Eingabemöglichkeiten zu den zu einem Geschäft gehörenden Konditionsarten.

Zur Eingabe der Finanzgeschäfte siehe folgende Kapitel:

Erfassung von Optionen

Strukturlink Erfassung von Zinsgeschäften

Konditionenübersicht

Über die Drucktaste Konditionen am oberen Bildrand verzweigen Sie in die Konditionsübersicht.

In dieser Liste finden Sie die von Ihnen eingegebenen Konditionen aus der Geschäftserfassung sowie die automatisch erzeugten Konditionsbewegungen zu dem Finanzgeschäft. Bei der Anlage eines Festgeldes z.B. werden hier die Eingaben zu den Nominalzinsen sowie die automatisch aus dem Datum der Endfälligkeit erzeugte Tilgungsbewegung angezeigt.

Sie entnehmen der Liste folgende Daten zu den Konditionspositionen:

Konditionendetailbilder

Zu den Konditionsarten Nominalzinsen, Zinsanpassung und Optionsprämie gibt es Konditionendetailbilder, in denen Sie die Angaben zu diesen Konditionspositionen verfeinern können.

Aus der Konditionenübersicht können Sie über Doppelklick auf eine Zinsposition oder über Bearbeiten ® Kondition auswählen in das Detailbild zu der Zinsposition verzweigen. Außerdem erreichen Sie das Konditionendetail: Zinsen aus der Ausstattungsmaske des Geschäfts über Doppelklick im Bereich der Zinsausstattung.

Hier finden Sie die Angaben aus der dem Bild Ausstattung wieder und haben die Möglichkeit die Angaben zu der Verzinsung zu verfeinern.

Siehe hierzu: Konditionendetail: Zinsen

Bearbeitungshinweise

Die Zinsanpassung ist eine Konditionsart, die zur Abbildung von variablen Zinsen benötigt wird. Sie legen in ihr fest, mit welchem Rhythmus der variable Zins neu ermittelt bzw. wirksam werden soll und an welchem Tag der Wert des Referenzzinssatzes für die Ermittlung des neuen variablen Zinssatzes festgestellt werden soll.

Defaultmäßig ist die Zinsanpassungsmethode "Zum Periodenanfang" eingestellt. Möchten Sie diese Methode nicht benutzen, dann wechseln Sie zur Sonstigen Zinsanpassungsmethode über Springen ® Zinsanpassung ® Sonst.Zinsanpassung und hinterlegen im Detailbild zur Zinsanpassung die gewünschte Methode.

Siehe hierzu: Konditionendetail: Zinsanpassung

Aus der Konditionenübersicht können Sie über Doppelklick auf die Prämie oder über Bearbeiten ® Kondition auswählen in das Detailbild zu der Optionsprämie verzweigen.

Außerderm erreichen Sie das Konditionendetail: Prämie aus den Grunddaten des Geschäfts über Doppelklick im Bereich Optionspämie.

Siehe hierzu: Konditionendetail: Optionsprämie

 

 

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