Definition
Entwickler-Traces sind Aufzeichnungen, die technische Informationen enthalten und im Fehlerfalle herangezogen werden. Um mit diesen Einträgen effektiv arbeiten zu können, sind genaue Kenntnisse des Hostsystems, in dem Ihr SAP-System läuft, und des SAP-Systems im allgemeinen erforderlich.
Verwendung
Diese Art der Ablaufverfolgung ist besonders nützlich, um Host- und SAP-interne Probleme zu untersuchen, die Ihr SAP-System beeinträchtigen.
Entwickler-Traces werden in Dateien im Verzeichnis
work des SAP-Applikationsservers geschrieben, der den Trace generiert hat.Um sporadisch auftretenden Fehlern auf die Spur zu kommen, können Sie
Trace-Logging verwenden.Struktur
Dateinamen von Entwickler-Traces
Die Trace-Dateien haben folgende Namen:
Dateinamen für Entwickler-Traces
|
Komponente |
Dateiname |
|
Dispatcher |
dev_disp |
|
Workprozeß |
|
|
Task handler |
dev_w<n> ist das Intervall von 0 bis 1 weniger die Nummer des Workprozesses |
|
Dynp (Bildprozessor) |
dev_dy<n> |
|
Roll |
dev_ro<n> |
|
Paging |
dev_pg<n> |
|
DB-Schnittstelle |
dev_db<n> |
|
ABAP-Prozessor |
dev_ab<n> |
|
Enqueue (Sperre) |
dev_eq<n> |
|
Protokollierung |
dev_lg<n |
|
Spool |
dev_w |
|
Message-Server |
dev_ms<n> |
|
SAPGUI (Präsentation) |
dev_st<Anmeldename> |
|
APPC-Server (CPIC-Gateway) |
dev_appc |
|
RFC- (Remote Function Call) Funktion |
dev_rfc, dev_rfc<n> dev_rfc verfolgt RFC-Aufrufe externer Funktionen (in C oder Visual Basic geschrieben). dev_rfc<n> verfolgt RFC-Aufrufe, die in SAP-Workprozessen ausgeführt werden. <n> ist die Nummer des Workprozesses im Server (wie oben gezeigt). Ein Workprozeß verwendet für alle RFC-Aufrufe dieselbe Protokolldatei. |
|
Gateway |
dev_rd |
|
Transportprogramme R3trans und tp |
dev_tp |
|
Überwachungsinfrastruktur (nur Test-Modus) |
dev_moni Bei normalen Betrieb ist diese Datei nicht zu sehen. Sie wird nur von Test-Tools der Überwachungsinfrastruktur verwendet. Sie erscheint daher nur, wenn die Test-Tools während einer Support-Sitzung aktiviert werden müssen. |
Fehler- und Systemprotokolleinträge in Trace-Dateien
In den Dateien beginnen Zeilen mit fehlerhafter Information mit *** ERROR =>. Zeilen, für die Systemprotokolleinträge geschrieben werden, beginnen mit *** LOG <Meldungsnummer>.
Eine Zeile mit fehlerhafter Information enthält den Namen der aufrufenden Funktion, die fehlgeschlagene Aktion, die Fehlernummer vom Hostsystem (falls ein Systemaufruf beteiligt ist) und den Namen und die Zeile des gescheiterten C-Moduls.
Entwickler-Traces aktivieren und deaktivieren
Das Aktivieren und Deaktivieren von Entwickler-Traces sowie das dynamische Einstellen des Trace-Levels kann innerhalb des SAP-Systems, über Systemprofilparameter oder über Befehlszeilenargumente erfolgen.
Entwickler-Trace im SAP-System aktivieren und deaktivieren:
Um das Entwickler-Tracing für verschiedene Server-Komponenten zu aktivieren und deaktivieren, markieren Sie die entsprechenden Felder.
Stellen Sie die Detailgenauigkeit ein, in dem Sie in das Feld Level eine Zahl eingeben. Mögliche Trace-Levels sind:
– 0: Kein Trace.
– 1: Fehlermeldungen in die Trace-Datei schreiben.
– 2: Voller Trace. Die tatsächlich geschriebenen Trace-Einträge können je nach R/3-Programm, dessen Ablauf verfolgt wird, variieren.
– 3: Zusätzlich Datenblöcke verfolgen.
Entwickler-Traces über das Systemprofil aktivieren und deaktivieren:
Mit der Option
rdisp/TRACE=<n> können Sie Trace-Optionen auch instanzenweit einstellen. Die Trace-Werte entsprechen denen in der obigen Liste.Das Einstellen des Trace-Parameters im Instanzenprofil eines Servers aktiviert die Entwickler-Traces nur auf diesem Server.
Das Einstellen des Parameters im Standardprofil aktiviert Traces auf allen Servern (ausgenommen Server, deren Instanzenprofil einen anderen Parameterwert nennt).
Entwickler-Traces über die Befehlszeile aktivieren und deaktivieren:
Sie können das Tracing auch einschalten oder verschiedene Stufen der Aufzeichnung einstellen, indem Sie entsprechende Befehle in die Befehlszeile eingeben. Dies ist in allen SAP-Programmen möglich. Normalerweise müssen Sie diese Möglichkeiten dem Startbefehl für SAP-Prozesse im Startprofil einer Instanz Ihres SAP-Systems hinzufügen. Nähere Informationen zur Bearbeitung von Startprofilen finden Sie in der Dokumentation zum Computing Center Management System.
Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
Entwickler-Traces anzeigen
Sie können Entwickler-Traces innerhalb des SAP-Systems oder auf Betriebssystemebene anzeigen.
Innerhalb des SAP-Systems:
Wählen Sie Transaktion ST11. Hier sehen Sie alle Trace-Dateien im
work-Verzeichnis. Durch Doppelklick auf eine Datei können Sie diese anzeigen. Wenn Sie die Datei lokal speichern wollen, wählen Sie System ® Liste ® Sichern ® Lokale Datei.Workprozeß-Traces können Sie auch über die Funktion Prozeßübersicht (Transaktion SM50) anzeigen. Wählen Sie hierzu Prozeß ® Trace ® Datei anzeigen
Über das Betriebssystem:
Sie müssen auf das Verzeichnis
work des SAP-Applikationsservers zugreifen, dessen Traces Sie sehen möchten. Dieses Verzeichnis ist immer lokal und befindet sich auf dem Host, auf dem ein SAP-Applikationsserver läuft. Sie müssen sich also am Hostsystem des SAP-Applikationsservers anmelden.Typischer Menüpfad (UNIX; andere Systeme analog):
/usr/sap/<SYSTEM-ID>/<INSTANZ>/worketwa
/usr/sap/CLP/D01/workWenn möglich sollten Sie Trace-Dateien immer innerhalb des SAP-Systems anzeigen. Die Dateien werden im SAP-System in einem Format angezeigt, das leichter zu lesen ist als das auf Betriebssystemebene verwendete Format.

Core-Dateien, Profile und Start-Traces: Sollte einer der Workprozesse eines Applikationsservers vorzeitig mit einem Speicherauszug (Core Dump) abbrechen, finden Sie im Verzeichnis
Neben den Entwickler-Traces können Sie auch die von einem SAP-Applikationsserver verwendeten Start- und Instanzprofile anzeigen. Serverstarts werden in den Dateien
sapstart<n>.trc aufgezeichnet.Siehe auch:
Trace-Logging System-Trace