Planung der SAP-Druckarchitektur 

  1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre wichtigsten Druckanforderungen:
  2. – Stellen Sie fest, welche Benutzer des R/3-Systems zeitkritische Dokumente drucken müssen. Zeitkritisch sind z.B. Lieferscheine.

    – Ermitteln Sie, welche Benutzer häufig umfangreiche Dokumente drucken, wie beispielsweise lange ABAP-Reportlisten (beispielsweise für Kostenstellenberichte).

    – Ermitteln Sie die Gesamtmenge der Ausgabeaufträge, die in Ihrem R/3-System voraussichtlich anfallen wird.

  3. Stellen Sie auf der Grundlage Ihrer Druckanforderungen fest, welche Drucker in Ihrem Unternehmen besonders wichtig sind.
  4. Wichtige Drucker sind beispielsweise solche, die für zeitkritische Druckaufgaben vorgesehen sind. Überlegen Sie sich, ob die vorhandenen Drucker das voraussichtliche Druckaufkommen bewältigen können, und planen Sie gegebenenfalls den Erwerb zusätzlicher Ausgabegeräte.

    Überlegen Sie, ob ein schneller Zeilendrucker geeignet wäre, um lange Listen zeitgerecht und in angemessener Druckqualität auszugeben. Außerdem müssen Sie entscheiden, ob eine zentrale Druckabteilung sich als kostengünstiger erweisen würde als die Einrichtung von kleinen Zeilendruckern in den einzelnen Abteilungen.

    Ihr Hardware-Händler, SAP-Berater und/oder die SAP Competence Centers können Ihnen bei der Wahl der richtigen Drucker behilflich sein.

  5. Weisen Sie Ihre Drucker einer der folgenden drei Gruppen zu:
  6. Zeitkritische Drucker werden beispielsweise für Versandbelege verwendet.

    Massendrucker sind für den Druck von umfangreichen Dokumenten, wie beispielsweise langen Listen, vorgesehen.

    Nichtkritische Drucker sind beispielsweise kleine Laserdrucker, die in den einzelnen Abteilungen für kleinere, nicht zeitkritische Druckaufgaben eingesetzt werden.

  7. Wenn Sie in Ihrem R/3-System drei oder mehr Aufbereitungsserver eingerichtet haben, weisen Sie jede Druckergruppe einem oder mehreren Aufbereitungsservern zu.
  8. Jeder Aufbereitungsserver sollte nur für eine Druckergruppe zuständig sein. Beispiel: Ein Aufbereitungsserver für die erste Druckergruppe sollte nur Spool-Aufträge von zeitkritischen Druckern verarbeiten.

    Sie verwenden die Ausgabegerätedefinition im R/3-Spool-System, um einen Drucker einem bestimmten Aufbereitungsserver zuzuweisen (Werkzeuge ® CCMS ® Spool ® Spool-Verwaltung).

    Beachten Sie folgende Richtlinien, wenn Sie die Druckergruppen den Aufbereitungsservern zuweisen:

    Zeitkritische Drucker sollten in der Regel für den "lokalen" Druck eingerichtet werden. Wählen Sie dazu im R/3-Spool-System für die Drucker die Koppelarten E (OMS-Druck), C (direkter Betriebssystemaufruf, Windows NT-Systeme) oder L (lokaler Druck über LP/LPR, UNIX-Systeme).

    Sie sollten die zeitkritischen Drucker also nur von Hostsystemen (UNIX- oder Windows NT-Rechnern) aus verwenden, auf denen auch R/3-Aufbereitungsserver eingerichtet sind.

    Verwenden Sie für zeitkritische Drucker nicht die Koppelarten U (Druck auf LPDHOST über Berkeley-Protokoll) oder S (Druck auf LPDHOST über R/3-Protokoll), da die Ausgabe mit diesen Koppelarten in der Regel langsamer ist als bei lokalem Druck. Sie können von dieser Richtlinie jedoch abweichen, wenn das Hostsystem sehr zuverlässig ist und einen hohen Durchsatz gewährleistet, wie unter Entfernten Druck im R/3-System einrichten beschrieben. Dies ist in der Regel bei UNIX-Workstations in einem zuverlässigen LAN-Netzwerk der Fall. Drucker, die von diesen Workstations aus verwendet werden, sollten Sie daher im R/3-Spool-System mit der Koppelart U definieren.

    Hinweis: Treten bei einem Drucker, für den Sie Koppelart U oder S gewählt haben, Probleme auf, wirkt sich dies im allgemeinen auf die Performance aller anderen Drucker aus, die vom gleichen Aufbereitungsserver betreut werden. Beispiel: Ein Drucker mit Koppelart U oder S ist nicht erreichbar, da das Hostsystem nicht gestartet wurde oder die Netzwerkverbindung zum Hostsystem unterbrochen wurde. Wenn der Aufbereitungsserver versucht, einen Ausgabeauftrag an den Drucker zu senden, muß er warten, bis der Verbindungsaufbau durch die Zeitüberschreitung abgebrochen wird. Erst dann kann der Aufbereitungsserver andere Ausgabeaufträge verarbeiten.

    Mit Release 4.0 können Sie dieses Problem vermindern, indem Sie an Ihren Servern mehrere Spool-Workprozesse definieren.

    – Für Massendrucker können Sie eine beliebige Koppelart wählen. Das heißt, der Massendrucker kann als "lokaler", "entfernter" oder als "PC-Drucker" eingerichtet werden.

    Für Volumendrucker sollten Sie einen eigenen Aufbereitungsserver einrichten, so daß die Verarbeitung langer Listen die Ausgabe der anderen Ausgabeaufträge nicht beeinträchtigt.

    Nichtkritische Drucker können mit einer beliebigen Koppelart definiert werden. Das heißt, der nichtkritische Drucker kann als "lokaler", "entfernter" oder als "PC-Drucker" eingerichtet werden.

    Für nichtkritische Drucker sollten Sie einen eigenen Aufbereitungsserver einrichten, damit die Druckaufträge verschiedener Drucker sich nicht gegenseitig beeinträchtigen. Wenn Sie nichtkritische Drucker und Massendrucker dem gleichen Aufbereitungsserver zuweisen, kann die Verarbeitung umfangreicher Ausgabeaufträge die Ausgabe von kleineren Druckaufträgen verzögern.

    Ein Aufbereitungsserver sollte auf keinen Fall sowohl für zeitkritische als auch für nichtkritische Drucker zuständig sein, da die nichtkritischen Ausgabeaufträge die Verarbeitung der zeitkritischen Ausgabeaufträge blockieren könnten. Ist ein nichtkritischer Drucker, für den Sie die Koppelart U oder S gewählt haben, nicht erreichbar, kann dies die Ausgabe der zeitkritischen Dokumente erheblich verzögern.

  9. Sobald Sie die Planung der Druckkonfiguration abgeschlossen haben, können Sie die Drucker im R/3-Spool-System einrichten.

Unter den folgenden Themen finden Sie Einzelheiten und Beispiele zu den verschiedenen Koppelarten, die das R/3-Spool-System unterstützt:

In den folgenden Themen wird ausführlich beschrieben, wie Sie Drucker einrichten:

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