Prozeß der Fortschrittsanalyse 

Einsatzmöglichkeiten

Die Fortschrittsanalyse nutzen Sie, um sich über den Stand und die Entwicklung Ihres Projekts zu informieren und bei Abweichung vom Projektplan regulierend einzugreifen.

In der Komponente Projektsystem (PS) planen Sie – bei detaillierter Planung – die zu erbringenden Leistungen üblicherweise auf Vorgängen. Die Ermittlung des Projektfortschritts erfolgt entsprechend auch auf Vorgangsebene.

In den Berichten des Projektsystems können Sie für den Wert der geplanten Leistung die Plankosten oder das Budget verwenden.

Die Fortschrittsanalyse liefert während des gesamten Projektverlaufs aktuelle Daten. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Fortschrittsanalyse.

Ablauf

Innerhalb der Projektabwicklung erfassen Sie die notwendigen Daten für die Fortschrittsanalyse.

  1. Sie erfassen Ihre Projektstrukturen.
  2. Sie hinterlegen ggf. für das PSP-Element, den Vorgang oder das Vorgangselement eine Meßmethode.
  3. Wenn Sie keine Meßmethode hinterlegen, ermittelt das System automatisch die gültige Meßmethode, z.B. aus dem Vorschlagswert, den Sie im Customizing zum Objekt hinterlegt haben . Siehe Ermittlung der Meßmethode.

  4. Sie erfassen Plandaten zum Projekt (Kosten, Termine, Meilenstein etc.)
  5. Beachten Sie, daß nur die kostenartengerecht geplanten Kosten in der Fortschrittsanalyse berücksichtigt werden.

  6. Sie erfassen Istdaten zum Projekt.
  7. Sie ermitteln den Projektfortschritt.

Im Rahmen der Fortschrittsermittlung

  1. Werten Sie den Projektfortschritt im Infosystem aus.

Im Infosystem werten Sie die ermittelten Daten gemeinsam mit weiteren Projektkennzahlen aus. Sie erhalten einen Überblick über die zeitliche Entwicklung des Projektfortschritts sowohl im Plan als auch im Ist.

Siehe Auswertung des Projektfortschritts.

Ergebnis

Durch die Fortschrittsanalyse erhalten Sie genaue Informationen über den Projektfortschritt sowie die Kosten- und Terminsituation. Sie können Tendenzen unabhängig von den im CO geplanten und gebuchten Kosten erkennen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen einleiten.

Beispiel

Das Beispiel verdeutlicht die Bedeutung der Fortschrittsanalyse für die Bewertung des Projektfortschritts und der daraus resultierenden Termin- und Kostenabweichungen.

Fortschrittsanalyse versus Plan/Ist-Vergleich

Für die Durchführung eines Kundenprojekts erwarten Sie Kosten in Höhe von 100 000 DM. Die Projektdauer beträgt 4 Perioden. Die Plankosten verteilen sich gleichmäßig über die Perioden, d.h. pro Periode sind Kosten von 25 000 DM geplant. In den Perioden 1 und 2 werden insgesamt Istkosten von 40 000 DM gebucht.

Aus der Grafik entnehmen Sie, daß ein Plan/Ist-Vergleich die Projektsituation ausgesprochen günstig darstellt. Dem Bericht zufolge ist mit einer Unterschreitung der Plankosten zu rechnen.

Berücksichtigen Sie bei Ihren Analysen nun die tatsächlich erbrachte Leistung, so stellt sich die Situation anders dar:

In Periode 2 führen Sie eine Fortschrittsanalyse durch. Den Ist-Fertigstellungsgrad ermittelt das System mit 25%. Bei Gesamtplankosten in Höhe von 100 000 DM ergibt sich ein Ist-Fertigstellungswert von 25 000 DM (Gesamtplankosten * FG). Da sich die Istkosten zu diesem Zeitpunkt auf 40 000 DM belaufen und dementsprechend ein Fertigstellungswert von 40 000 DM laut Plan erreicht sein müßte, liegt eine Kostenabweichung von 15.000 DM vor. Neben der Kostenabweichung zeigt der Bericht auch den Zeitverzug an. Der Fertigstellungswert von 25 000 DM hätte bereits mit Abschluß der Periode 1 erreicht werden müssen. Daraus ergibt sich ein Terminverzug von einer Periode.