Ablauf der zweistufigen Kalkulation 
Einsatzmöglichkeiten
Die Beschaffung von Artikeln für Filialen ist im Handel über eine direkte Belieferung durch einen externen Lieferanten möglich sowie über einen mehrstufigen Logistikprozeß. Beim mehrstufigen Beschaffungsprozeß werden die Artikel vom Lieferanten zunächst an eine vorgelagerte Organisationseinheit (z.B. Verteilzentrum) geliefert, von dem aus sie unternehmensintern an Filialen oder auch an Franchisenehmer weiterverteilt werden. Zur Unterscheidung gegenüber externen Lieferanten wird für Verteilzentren daher auch der Begriff interner Lieferant verwendet.
Mit der Verkaufspreiskalkulation können Sie, je nachdem ob ein einstufiger oder zweistufiger Logistikprozeß vorliegt, auch eine einstufige bzw. mehrstufige Kalkulation durchführen.
Die folgenden Grafiken verdeutlichen den Unterschied zwischen dem einstufigen und zweistufigen Logistikprozeß bei der Beschaffung von Artikeln sowie die daraus resultierenden Verfahren der einstufigen und zweistufigen Kalkulation.
Einstufige Verkaufspreiskalkulation
Die einstufige Kalkulation wird durchgeführt, wenn eine Filiale Artikel direkt vom Lieferanten bezieht, d.h. wenn keine der Filiale vorgelagerte unternehmenseigene Organisationseinheit vorhanden ist. Hierbei basiert die Kalkulation der Verkaufspreise für die Filialen auf dem Einkaufspreis beim externen Lieferanten.
Die folgende Grafik zeigt ein Beispiel einer einstufigen Kalkulation für Filialen. Die unterschiedlichen Einkaufspreise für Filialen können sich z.B. aus unterschiedlichen filialabhängigen Einkaufsgrundpreisen oder Lieferantenrabatten ergeben.

Zweistufige Verkaufspreiskalkulation
Die zweistufige Kalkulation wird z.B. bei Filialen durchgeführt, die über ein Verteilzentrum (interner Lieferant) beliefert werden. Hierbei basiert die Kalkulation des Verkaufspreises für die Filialen auf dem Abgabepreis des Verteilzentrums (vorgelagerte Organisationseinheit).
Die folgende Grafik zeigt ein Beispiel einer zweistufigen Kalkulation für Filialen. Zuerst werden die Abgabepreise des Verteilzentrums für verschiedene Vertriebslinien kalkuliert. Im zweiten Schritt werden die Verkaufspreise der Filialen aufgrund des jeweiligen Abgabepreises des Verteilzentrums errechnet.
Darüber hinaus ist auch eine zweistufige Kalkulation bei Lieferungen zwischen Verteilzentren oder auch eine mehrstufige Kalkulation möglich.
Weitere Informationen finden Sie unter
Zweistufige Kalkulation für Filialen.Der im folgenden beschriebene Prozeß zeigt, welche Aktivitäten vom System bei der zweistufigen Kalkulation nach der Datenfreigabe auf dem Selektionsbild der Verkaufspreiskalkulation ausgeführt werden.
Voraussetzung
Dieser Prozeß beginnt, nachdem Sie auf dem Selektionsbild der Verkaufspreiskalkulation die entsprechenden Selektionskriterien eingegeben und die Daten freigegeben haben.
Neben den Artikeln, für die Sie Verkaufspreise kalkulieren möchten, haben Sie z.B. ein Verteilzentrum und eine von diesem belieferte Filiale eingegeben.
Ablauf
Der Verkaufspreis bzw. Abgabepreis des Verteilzentrums ist gleichzeitig der Einkaufspreis der Filiale und wird somit bei der Filiale im Listfeld Einkaufsgrundpreis angezeigt. Im Listfeld Lieferant ist das Verteilzentrum als interner Lieferant eingetragen.
Die Berechnung des Einkaufspreises (Netto/Netto) für die Filiale erfolgt anhand des Kalkulationsschemas für die Preisfindung. In diesem Kalkulationsschema können neben dem Abgabepreis des Verteilzentrums auch weitere Konditionen (z.B. filialabhängige Rabatte) enthalten sein. Der Einkaufspreis (Netto/Netto) weicht in diesem Fall vom Einkaufsgrundpreis ab.
Die Berechnung des Verkaufspreises erfolgt mit Hilfe des Verkaufskalkulationsschemas. Dieses enthält verkaufsseitige Informationen wie Aufschläge, Steuern usw.
Ergebnis
Beim Sichern der Verkaufspreiskalkulation werden die ermittelten Preise als Konditionssätze auf der Datenbank in Konditionstabellen gespeichert.
Siehe auch:
Verwendung der Konditionstechnik bei der Kalkulation und Preisfindung