Technischer Ablauf der Dienstzeitberechnung 

Einsatzmöglichkeiten

Sie setzen diesen Prozeß ein, um eine Dienstzeit zu ermitteln. Eine Dienstzeitinformation besteht aus den drei Elementen Beginn, Ende und Dauer des Zeitintervalls.

Die Elemente einer Dienstzeitinformation

Je nachdem, welches Element das R/3-System ermitteln soll, werden drei verschiedene Berechnungsarten unterschieden:

Berechnungsart

Voraussetzungen

Beispiel

( 1 ): Dauer einer Dienstzeit

Beginndatum und Endedatum liegen vor.

Ein Mitarbeiter ist am 01.01.1960 eingetreten und bis zum 31.05.1999 aktiv gewesen.

Sie benötigen die Dauer dieser Dienstzeit.

( 2 ): Ende einer Dienstzeit

Beginndatum und Dauer liegen vor.

Ein Mitarbeiter wurde am 15.07.1980 eingestellt und erhält nach einer effektiven Dienstzeit von 25 Jahren eine Gratifikation.

Sie benötigen das Endedatum dieser Dienstzeit.

( 3 ): Beginn einer Dienstzeit

Dauer und Endedatum liegen vor.

Für eine länderspezifische Besteuerungsgrundlage ist es von Bedeutung, an welchem Tag das letzte Dienstjahr des Mitarbeiters unter Berücksichtigung von Fehlzeiten begonnen hat.

Sie benötigen das Beginndatum der Dienstzeit zum Endedatum 31.12.1999.

Voraussetzungen

Beim Aufruf einer Dienstzeitberechnung müssen dem R/3-System mindestens folgende Importparameter vorliegen:

Darüber hinaus müssen für einen einfachen Berechnungsablauf, abhängig von der Berechnungsart, zwei der folgenden drei Parameter vorliegen. Der dritte Parameter wird anhand der Berechnungsart ermittelt:

Bei einem Berechnungsablauf mit einer Zusatzlogik ist es Aufgabe des Funktionsbausteins zur Zusatzlogik des Berechnungsablaufs, die beiden gewünschten Importparameter zu ermitteln.

Jede Dienstzeitberechnung wird mit dem Funktionsbaustein HR_SEN_CALCULATE_COMPLETE (Dienstzeitberechnung für Berechnungsablauf) gestartet. Dieser Funktionsbaustein wird innerhalb einer R/3-Anwendung aufgerufen und muß von der Programmentwicklung an einer entsprechenden Stelle eingebaut werden. Darüber hinaus wird der Funktionsbaustein auch aufgerufen, wenn Sie im Infotyp Dienstzeitberechnung (0553) eine Berechnung manuell durchführen. Ein Aufruf der Berechnung im Infotyp Dienstzeitberechnung ist jedoch nur möglich, wenn dem Berechnungsablauf ein Funktionsbaustein zur Zusatzlogik des Berechnungsablaufs zugeordnet ist.

Ablauf

Beim Ablauf der Dienstzeitberechnung unterscheiden wir im folgenden zwischen einfachen Berechnungsabläufen und Berechnungsabläufen mit einer Zusatzlogik. Letztere enthalten einen Funktionsbaustein zur Zusatzlogik des Berechnungsablaufs, der eine notwendige Zusatzlogik abdeckt.

Der technische Ablauf der einzelnen Berechnungsabläufe ist sehr unterschiedlich. Daher soll ein solcher Ablauf nur skizziert und nicht bis ins einzelne Detail dargestellt werden.

Der technische Ablauf der Dienstzeitberechnung im R/3-System gliedert sich in folgende Arbeitsschritte:

  1. Das R/3-System startet den Ablauf der Dienstzeitberechnung über den Funktionsbaustein HR_SEN_CALCULATE_COMPLETE. Dieser Funktionsbaustein importiert die erforderlichen Parameter (Ländergruppierung, Berechnungsablauf, Personalnummer, Berechnungsart, Selektionsdatum usw.) und kontrolliert diese unter Berücksichtigung der Berechnungsart. Es gibt vier Ausprägungen der Berechnungsart:

Bei einem Berechnungsablauf mit einer Zusatzlogik muß keine Berechnungsart mitgegeben werden (Blank). Jedoch bestimmt die Zusatzlogik nachträglich eine Berechnungsart.

  1. Anschließend ruft das R/3-System den Funktionsbaustein HR_SEN_READ_PROCESS (Lesen Steuerungsparameter für Berechnungsablauf) auf. Dieser Funktionsbaustein liest alle relevanten Steuerungsinformationen des importierten Berechnungsablaufs. Er prüft z.B., ob der Berechnungsablauf einen Funktionsbaustein zur Zusatzlogik des Berechnungsablaufs enthält, welche Umrechnungsvorschrift zur Umrechnung von Dauern und Datumsangaben herangezogen wird, usw.
  2. Wenn ein abweichendes Bewertungsmuster für diesen Berechnungsablauf zugelassen ist, prüft der Funktionsbaustein HR_SEN_VALUATION_MODEL_INDIV (Individuelles Bewertungsmuster Dienstzeitberechnung lesen), ob ein solches Bewertungsmuster im Infotyp Dienstzeitberechnung (0553) angegeben ist und liest es ein.
  3. Der weitere Ablauf hängt davon ab, ob ein einfacher Berechnungsablauf oder ein Berechnungsablauf mit einer Zusatzlogik vorliegt.
  1. Das R/3-System ermittelt anhand des Berechnungsablaufs und dessen Ablaufschritte das jeweils zugeordnete Bewertungsmuster und die zugeordnete Rundungsregel. Falls vorhanden, wird das abweichende Bewertungsmuster verwendet. Anhand des Bewertungsmusters bestimmt das R/3-System die Selektionsklassen und Selektionsregeln.
  2. Über die einzelnen Selektionsregeln werden Zeiträume aus den Mitarbeiterdaten generiert und in den Selektionsklassen zusammengefaßt. Die Zeiträume der Selektionsklassen werden anschließend im Bewertungsmuster ausgewertet.
  3. In Abhängigkeit von der Berechnungsart wird einer der folgenden drei Funktionsbausteine aufgerufen:
  1. Am Ende der Verarbeitung rundet das R/3-System bei der Berechnungsart 1 die Dauer mit Hilfe der Rundungsregel.

Ergebnis

Nach dem Ablauf der Dienstzeitberechnung liegt dem R/3-System die gewünschte Dauer oder das gewünschte Datum vor.