Übernahme von Produktionsabweichungen 

Verwendung

Die Abbildung einer geschlossenen Periodenerfolgsrechnung erfordert, daß Sie am Periodenende die entstandenen Abweichungen in die Ergebnisrechnung übernehmen. Diese Abweichungen entstehen typischerweise, wenn Sie Ihre Materialien mit Standardpreisen bewerten. Am Periodenende erfolgt dann eine Gegenüberstellung dieser Standardkosten mit den tatsächlich angefallenen Istkosten, die die Grundlage für eine detaillierte Abweichungsanalyse bildet. Die Abweichungen werden schließlich am Periodenende zur sachlich richtigen Darstellung der Ergebnissituation in die Ergebnisrechnung übernommen.

Während die Abweichungen der Fertigungskostenstellen über die Kostenstellenumlage in die Ergebnisrechnung fließen, werden die Abweichungen der Kostenträger bei der Abrechnung beispielsweise von Fertigungsaufträgen in das Ergebnis übernommen. Eine Beschreibung der Entstehung von Abweichungen bzw. auch die verschiedenen Abweichungsursachen, können Sie der Dokumentation der Kostenträgerrechnung entnehmen.

Die im folgenden dargestellten Funktionen sind hauptsächlich für Fertigungsunternehmen relevant.

Funktionsumfang

Zur Übernahme der Produktionsabweichungen werden im folgenden drei Wege unterschieden, die Sie in Abhängigkeit Ihrer Informationsbedürfnisse in der Ergebnisrechnung abbilden können.

Abrechnung der Abweichungskategorien in die Ergebnisrechnung

Sie können bei der Abrechnung von Fertigungsaufträgen die in der Kostenträgerrechnung ermittelten Abweichungskategorien in die Ergebnisrechnung übergeben. Voraussetzungen hierzu sind:

Die Abrechnung von Abweichungskategorien erfolgt damit weitgehend analog zur Abrechnung von Aufträgen und Projekten. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie im Customizing der Ergebnisrechnung unter Werteflüsse im Ist ® Produktionsabweichungen abrechnen.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, so wird bei der Abrechnung Ihres Kostenträgers die entsprechende Information in die kalkulatorische Ergebnisrechnung übergeben. Dabei werden die Produktionsabweichungen auf dem Produkt dargestellt, welches aktuell gefertigt wird. Eine Nachverrechnung von Produktionsabweichungen ist nur in Summe bei Einsatz des Material-Ledgers möglich (s.u.).

Die Abweichungskategorien können ausschließlich auf Wertfeldern dargestellt werden. Diese Funktion ist daher in der buchhalterischen Ergebnisrechnung nicht verfügbar.

Kontierung von Produktionsabweichungen aus der Finanzbuchhaltung in die Ergebnisrechnung

Sollte, wie bereits oben beschrieben, ein pauschaler Ausweis der Produktionsabweichungen genügen, so können Sie alternativ die Produktionsabweichungen aus der Finanzbuchhaltung in die Ergebnisrechnung kontieren.

Da bei der Abrechnung des Fertigungsauftrages eine summarische Buchung der Produktionsabweichungen in der Finanzbuchhaltung erzeugt wird, können Sie wahlweise auch die Buchung in die Ergebnisrechnung kontieren. Die entsprechenden Voraussetzungen sind hierzu:

Die Übernahme der Produktionsabweichungen erfolgt in diesem Fall weitgehend analog zur Direktkontierung aus FI in das Ergebnis.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, so wird bei der Abrechnung des Fertigungsauftrags die erzeugte Abweichungsbuchung der Finanzbuchhaltung in die Ergebnisrechnung kontiert. Dabei werden die Produktionsabweichungen auf dem Produkt dargestellt, welches aktuell gefertigt wird.

Diese Funktion ist in der kalkulatorischen wie auch in der buchhalterischen Ergebnisrechnung verfügbar.

Nachverrechnung von Produktionsabweichungen mit Hilfe des Material-Ledgers

Bei Einsatz des Material-Ledgers haben Sie die Möglichkeit, Produktionsabweichungen über mehrere Stufen hinweg nachzuverrechnen. Dies bedeutet, daß Sie die für Halbfabrikate entstandenen Produktionsabweichungen anteilig anhand der im Material-Ledger aufgezeichneten Mengenflüsse den Fertigfabrikaten nachbelasten können. Beim Periodenabschluß des Material-Ledgers werden dementsprechend die vorläufig gebuchten Produktionsabweichungen in der Finanzbuchhaltung korrigiert und auf der nächst höheren Fertigungsstufe neu eingebucht. Zwangsläufig kann diese Nachverrechnung nur summarisch erfolgen. Lesen Sie hierzu die detaillierte Dokumentation zum Material-Ledger.

Für die Übernahme dieser Informationen in die Ergebnisrechnung ist es also erforderlich, daß Sie wie oben beschrieben die entsprechenden FI-Buchungen in die Ergebnisrechnung kontieren. Eine Übernahme der Abweichungskategorien könnte parallel dazu auch erfolgen – bleibt aber letztlich, aufgrund der summarischen Korrekturbuchungen, von der Nachverrechnung unberührt.

Die Voraussetzungen sind somit dieselben wie im obigen Absatz "Kontierung von Produktionsabweichungen aus der Finanzbuchhaltung in die Ergebnisrechnung" beschrieben.

Diese Funktion kann gleichermaßen in der kalkulatorischen wie auch in der buchhalterischen Ergebnisrechnung zum Einsatz kommen.