Stammdatensynchronisation

Einsatzmöglichkeiten

Die Stammdatensynchronisation kann betriebswirtschaftlich ähnliche, jedoch technisch unterschiedliche Stammdatenobjekte innerhalb eines SAP-Systems miteinander synchronisieren und ermöglicht damit die nahtlose Integration unterschiedlicher SAP-Anwendungen in Ihren Geschäftsprozessen.

Sie können die Stammdatensynchronisation z.B. einsetzen, um die Integration des SAP-Geschäftspartners mit dem Kundenstamm herzustellen. Das ermöglicht Ihnen die Integration von SAP-Anwendungen, die in ihrer Benutzeroberfläche technisch den Geschäftspartner nutzen und in den nachfolgenden Geschäftsprozessen technisch auf dem Kundenstamm aufbauen.

Einführungshinweise

Um die Stammdatensynchronisation nutzen zu können, müssen Sie die Synchronisationssteuerung sowie die Customer-Vendor-Integration und/oder Material-Service-Integration im Customizing der Anwendungsübergreifenden Komponenten unter Stammdatensynchronisation definiert und aktiviert haben.

Beachten Sie den folgenden Hinweis zur Terminologie innerhalb der Stammdatensynchronisation:

Hinweis Hinweis

Die Begriffspaare Kunde/Debitor/Customer und Lieferant/Kreditor/Vendor werden innerhalb der Stammdatensynchronisation synonym verwendet und können beim Lesen der Dokumentation synonym ausgetauscht werden.

Ende des Hinweises

Integration

Die Stammdatensynchronisation basiert vor allem auf den beiden Stammdatenobjekttypen SAP-Geschäftspartner und SAP-Produkt und ermöglicht u. a. folgende Synchronisationsprozesse:

  • Synchronisierung des Geschäftspartners mit dem Kundenstamm/Debitorenstamm

  • Synchronisierung des Geschäftspartners mit dem Lieferantenstamm/Kreditorenstamm

  • Synchronisierung des Produkts mit dem Materialstamm

  • Synchronisierung des Produkts mit dem Leistungsstamm

Eine vollständige Liste aller Synchronisationsprozesse, die in einem SAP-System definiert und aktiv sind, finden Sie im Synchronisationscockpit unter Synchronisationsprozesse .

Die Stammdatensynchronisation löst die bisherigen technischen Lösungen einer Debitoren/Kreditorenintegration ab und unterstützt ergänzend einige Geschäftsprozesse, die auf einer Integration zwischen Produktstamm und Materialstamm bzw. Leistungsstamm ( Material-Service-Integration ) aufbauen.

Die Stammdatensynchronisation hat weiterhin Einfluss auf die Archivierungsprozesse der Stammdatenobjekte Geschäftspartner/Kundenstamm/Lieferantenstamm und Produkt/Materialstamm/Leistungsstamm .

Weitere Informationen zur Aktivierung/Deaktivierung von Synchronisationsprozessen finden Sie im IMG der Anwendungsübergreifenden Komponenten unter Anfang des Navigationspfads Stammdatensynchronisation Navigationsschritt Synchronisationssteuerung Ende des Navigationspfads .

Funktionsumfang

Synchronisationsrichtungen

Definiert ist ein Synchronisationsprozess immer als eine gerichtete Synchronisation zwischen einem Quellobjekttyp und einem Zielobjekttyp, d.h. die Synchronisation ist immer nur in Richtung vom Quellobjekttyp zum Zielobjekttyp aktiv. Werden Daten einer Objektinstanz des Quellobjekttyps geändert, so werden die entsprechenden Daten in der entsprechenden Objektinstanz des Zielobjekttyps zeitgleich geändert. Um die ungerichtete Synchronisation zweier Stammdatenobjekttypen zu ermöglichen, müssen im SAP-System beide Synchronisationsrichtungen aktiviert sein.

Synchronisationsszenarios

Die Stammdatensynchronisation unterscheidet zwei Synchronisationsszenarios:

  • Synchronisation aus der Stammdatenbearbeitung

    Wenn Sie ein neues Stammdatum anlegen und sichern, dann führt das System eine Erstsynchronisation mit den Stammdatenobjekttypen durch, für die im SAP-System Synchronisationsprozesse aktiviert wurden, und legt entsprechende Stammdaten an.

    Wenn Sie ein vorhandenes und bereits synchronisiertes Stammdatum ändern, dann sperrt das System während der Bearbeitung dieses Stammdatum und alle entsprechenden Stammdaten des Quellobjekttyps und der Zielobjekttypen. Wenn Sie das geänderte Stammdatum sichern, dann führt das System in der Regel eine Änderungssynchronisation mit den Stammdaten-Objekttypen durch, für die im SAP-System Synchronisationsprozesse aktiviert wurden, und ändert die entsprechenden Stammdaten. In einigen Fällen kann eine Änderung an einem vorhandenen Stammdatum dazu führen, dass eine Erstsynchronisation durchgeführt werden muss.

  • Synchronisation über das Synchronisationscockpit

    Sie nutzen das Synchronisationscockpit, um in einem SAP-System die Erstsynchronisation von Stammdatenobjekten vorzubereiten, durchzuführen und zu kontrollieren.

Einschränkungen

Die Stammdatensynchronisation kann weder Stammdatenobjekte über Systemgrenzen hinweg synchronisieren noch Stammdatenobjekte aus Fremd- oder Altsystemen übernehmen. Für die Übernahme von Alt- oder Fremddaten können Sie die SAP Fremddatenübernahme nutzen.