ProzessApplikationslogging

 

Im Klinischen System werden Patientenakten von Patienten verwaltet. Viele Benutzer greifen zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf medizinische Dokumente, Klinische Aufträge, Medikationsdaten etc. zu bzw. führen Änderungen von Daten der elektronischen Patientenakte eines Patienten aus.

Mit dem Applikationslogging können Sie sämtliche Zugriffe (anzeigen, ändern usw.) auf die Patientenakte, sowie spezifische Funktionen auf einzelne Objekte protokollieren. Das System protokolliert Aktionen der Benutzer bzw. des Systems (Ereignisse) in Form von Meldungen, welche anschließend durch einen speziell berechtigten Benutzer in Form von Protokollen ausgewertet werden können.

Wenn Sie eine Aktion auf ein Objekt loggen möchten, müssen Sie entscheiden, ob dieser thematisch in ein patientenbezogenes oder benutzerbezogenes Protokoll in i.s.h.med passt. Andernfalls sollten Sie auf die SAP Basisfunktionalität für Logging zurückgreifen.

Hinweis Hinweis

Das Applikationslogging ist ein Dienst, der im Hintergrund – zumeist auch zeitverzögert zur eigentlichen Benutzerinteraktion – läuft. Es hat keine Auswirkung auf die tägliche Arbeit der Benutzer. Die im Applikationslogging erzeugten Meldungen und Protokolle stehen nur speziell berechtigten Benutzern zur Verfügung.

Durch die asynchrone Verarbeitung der durch die Benutzer ausgelösten Ereignisse, können Sie die Beeinträchtigung des Antwortzeitverhaltens durch das Applikationslogging minimieren. Asynchrone Verarbeitung bedeutet, dass das System im Dialogprozess, der den einzelnen Benutzer bedient, nur die erforderlichen Prüfungen und Aktionen durchführt, um eine spätere Verarbeitung sicherzustellen. Nach diesen Prüfungen setzt das System die entsprechende Programmlogik der Applikation unverändert fort.

Ende des Hinweises

Folgende Applikationen in i.s.h.med verfügen über Logging-Funktionalität:

  • Klinische Aufträge

  • Medizinische Dokumentation

  • Arzneimittelverordnungen (Komponente Medikation)

  • Arzneimittelereignisse (Komponente Medikation)

  • Patientenorganizer (elektronische Patientenakte)

  • Patientenprofil

Einführungshinweise

Damit Sie das Applikationslogging zweckorientiert und zielgerichtet einsetzen können, sollten Sie vor Einsetzen des Loggings jene Fragen formulieren, die durch das Logging beantwortet werden sollen.

Die Protokolleinträge (Meldungen) des Applikationsloggings enthalten entsprechende Informationen, um beispielsweise folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Benutzer haben den Arztbrief eines bestimmten Patienten gedruckt?

  • In welcher Darstellungsform (z. B. PDF-Ansicht, Dialoganwendung) hat ein bestimmter Benutzer ein bestimmtes Dokument angezeigt?

  • Welche Benutzer haben den Patientenorganizer verwendet, um zur elektronischen Patientenakte eines bestimmten Patienten zu gelangen?

Dabei müssen Sie insbesondere die Objekte der Patientenakte identifizieren, die dem Applikationslogging unterzogen werden sollen.

Achtung Achtung

Die Einführung des Applikationsloggings von i.s.h.med zieht eine erhöhte Systembelastung nach sich. Gerade zu betrieblichen Stoßzeiten, wo viele Benutzer parallel Patientenakten bearbeiten, werden zu den bestehenden Programmen der einzelnen Anwendungen zusätzliche Programme zum Applikationslogging prozessiert. Ob Sie in Ihrer Systemlandschaft diese zusätzliche Systembelastung problemlos bewältigen können oder ob es bei einzelnen Aspekten zu Engpässen (Speicherbedarf Hauptspeicher bzw. Datenbank, Verbuchung, Prozessorleistung usw.) kommen kann, können Sie durch eine geeignete Einführungsstrategie des Applikationsloggings evaluieren.

Ende der Warnung.

Empfehlung Empfehlung

Wir empfehlen daher die Einführung des Applikationsloggings in mehreren Schritten durchzuführen, in denen Sie das Systemverhalten beobachten. Wenn Engpässe oder Probleme auftreten, können Sie somit rasch vom aktuellen Schritt auf die zuletzt funktionierende Einstellung wechseln.

Überwachen Sie verstärkt folgende Parameter:

  • Mittleres Antwortzeitverhalten pro Dialogschritt (Systemlastmonitor)

  • Speicherplatzbedarf im Hauptspeicher und auf der Datenbank

  • Auslastung der Dialogprozesse in der Prozessübersicht

  • Auslastung der Update-Prozesse in der Prozessübersicht und Verbuchungsstatistiken

Ende der Empfehlung.

Richten Sie zu Beginn ein Logging-Profil ein, welches sehr selektiv nur vereinzelte Aktivitäten protokolliert. Beispielsweise können Sie nur den Ausdruck von Arztbriefen protokollieren. Sinnvoll ist es auch das Logging-Profil auf eine überschaubare Menge von Benutzern einzuschränken.

Siehe Logging-Profil einrichten

Erst wenn diese Protokollierung ohne Systembeeinträchtigung funktioniert, ist ein Vergrößern der Logging-Konfigurationen und Logging-Profile durch Aufnahme neuer Ereignisse und Benutzer sowie durch Reduktion der Filterbedingungen zu empfehlen.

Speicherbedarf auf der Datenbank

Sobald Sie das Applikationslogging aktivieren, ist auf der Datenbank auf jeden Fall mehr Speicherplatz erforderlich. Die Größe dieses zusätzlichen Speicherplatzes richtet sich nach der Anzahl der Meldungen, die protokolliert werden. Durch eine geeignete Einführungsstrategie des Applikationsloggings sollten Sie die Anzahl der protokollierten Meldungen sukzessive steigern.

Achtung Achtung

Eine Meldung besitzt den Datentyp BAL_S_MSG. Diese Struktur ist insgesamt ca. 600 Zeichen (Character) lang. Pro Meldung sind somit ca. 1200 Byte (1,2 kByte) Speicherplatz erforderlich.

Diese 1,2 kByte müssen Sie mit der Anzahl der Meldungen pro Periode multiplizieren, um den Gesamtspeicherplatzbedarf pro Periode zu ermitteln.

Beachten Sie daher, dass Sie das Applikationslogging aufgrund der entstehenden erheblichen Datenmengen nicht unspezifiziert einsetzen sollten.

Ende der Warnung.

Durch die Archivierung von Meldungen können Sie verfallene Protokolle archivieren und anschließend löschen, sodass letzten Endes der Speicherplatzbedarf der Datenbank längerfristig konstant gehalten werden kann.

Voraussetzungen

Das Applikationslogging steht Ihnen zur Verfügung, wenn Sie die Business Function Klinisches System Enhanced Documentation Processes (ISHMED_EDP) aktiviert haben.

Um das Applikationslogging durchführen zu können, müssen Sie die erforderlichen Einrichtungsfunktionen durchführen.

Siehe Einrichtungsfunktionen für das Applikationslogging

Prozess

  1. Wenn ein Benutzer oder das System eine Aktion auf ein bestimmtes Objekt der elektronischen Patientenakte durchführt (z. B. Anzeige eines Dokumentes etc.), erstellt das System im Rahmen des Applikationsloggings eine Meldung. Diese Meldung im Applikationslogging beschreibt die Aktion dieses Benutzers oder des Systems auf das Objekt der elektronischen Patiententenakte.

    In den Meldungstext übergibt das System über Messagevariablen Informationen zum Objekt, zum Benutzer und zum Ereignis. Die Daten schreibt das System durch eine Aneinanderreihung der Messagevariablen und Feldbezeichner in die Meldung. Daneben stehen diese Daten immer auch strukturiert in Form des Kontexts zur Verfügung. Dadurch sind auch Filter oder Sortierungen auf diese Spalten möglich.

    Beispiel Beispiel

    Die Meldung zur Anlage eines Klinischen Auftrags lautet:

    Klinischer Auftrag: 2005001201(001); User: MUSTER; Ereignis: Angelegt; 20.04.2006 11:06

    Ende des Beispiels.

    Bei jeder Meldung speichert das System auch den Kontext, der nähere Informationen über das Dokument enthält (aus welchem Programm die Anzeige erfolgte usw.).

    Den Kontext der Meldungen können Sie kundenspezifisch erweitern. Im Standard speichert das System einen bestimmten Satz an Informationen zu den Meldungen als Kontext. Zusätzlich können Sie durch Erweitern der Struktur RN1_ALENTRY_CONTEXT über eine Appendstruktur, weitere Informationen in den Kontext der Meldungen aufnehmen (Erweiterungen des Kontextes um 50 Zeichen möglich).

    Darüber hinaus steht Ihnen der Erweiterungsspot N1_ALENTRY_FINALIZE mit der Methode FINALIZE_ALENTRY zur Verfügung. Wenn eine neue Meldung protokolliert wird, ruft das System diesen Erweiterungsspot auf. Sie können die Methode IR_ALENTRY->SET_CONTEXT nutzen, um ihre kundenspezifischen Kontextinformationen zu befüllen. Die kundenspezifischen Kontextinformationen zeigt das System automatisch in den technischen Informationen und in den Spalten der Ausgabetabelle für Meldungen an.

    Hinweis Hinweis

    Die Kontextinformationen sind technisch auf 256 Zeichen limitiert (Standard plus kundenspezifische Appendstruktur) und können nicht beliebig umfangreich gestaltet werden. Daher kann das System z. B. nicht den gesamten Zustand eines Dokumentes zum Augenblick der Dokumentenanzeige speichern. Folglich können Sie ex post nicht feststellen, welche Informationen ein bestimmter Benutzer durch die Anzeige des Dokumentes erhalten hat.

    Die erstellten Meldungen speichert das System in der Struktur BAL_S_MSG.

    Ende des Hinweises
  2. Mit der Funktion Protokolle auswerten (Transaktion N1ALEVAL) können Sie die erstellten Meldungen des Applikationsloggings patientenbezogen oder benutzerbezogen auswerten.

    Siehe Auswertung der protokollierten Meldungen

Beispiel

Beispiele für Einsatzszenarien des Applikationsloggings:

  • Sie nutzen das Applikationslogging, um das hausintern eingerichtete Berechtigungssystem in i.s.h.med zu evaluieren. Mit dem Applikationslogging können Sie diesbezüglich Auswertungen durchführen, welche sicherstellen sollen, dass Benutzer nur Zugriff auf jene Objekte der Patientenakte haben, für die sie auch berechtigt sind.

  • Sie können bei Auftreten eines Datenmissbrauchs verbesserte Auswertungen durchführen, die auf die Ursache des Datenmissbrauchs schließen lassen. Sie können dazu z. B. eine Liste all jener Benutzer erstellen, die Aktionen mit einem bestimmten Dokument vorgeno