FunktionsdokumentationHauswährungswechsel für eine Konsolidierungseinheit

 

Ein Hauswährungswechsel ist hauptsächlich in folgenden Fällen erforderlich:

  • Aufgrund eines Standortwechsels in ein anderes Land meldet eine Gesellschaft ihre Abschlussdaten in einer anderen Währung.

  • Eine Konsolidierungseinheit oder ein ganzes Land führt eine andere Berichtswährung ein.

  • Eine Konsolidierungseinheit will ihre Abschlussdaten nicht mehr in ihrer lokalen Währung melden, sondern unmittelbar in Kreiswährung.

Wenn eine Konsolidierungseinheit ihre Hauswährung wechselt, stellt diese Funktion Folgendes sicher:

  • Das System bucht die Saldovortragsdaten in neuer Hauswährung.

  • Ab dem Stichtag, der immer mit einem Geschäftsjahreswechsel zusammenfallen muss, werden alle Buchungen in Hauswährung in der neuen Hauswährung durchgeführt.

  • Wann immer das System auf Daten aus Vorjahren zugreifen muss (z.B. bei Inversion oder Vorjahresvergleichen), rechnet das System diese Daten ad hoc um (Ad-Hoc-Umrechnung).

Integration

Anders als bei der Euroumstellung wird beim Hauswährungswechsel die alte Währung nicht abgeschafft.

Voraussetzungen

Sie können den Hauswährungswechsel ausschließlich zum Geschäftsjahresbeginn durchführen.

Sie dürfen vor dem Hauswährungswechsel im neuen Geschäftsjahr noch keinen Saldovortrag durchgeführt haben und noch keine Daten erfasst haben. Anderenfalls droht ein Datenschiefstand.

Siehe auch den Abschnitt Customizing für einen Hauswährungswechsel.

Funktionsumfang

Vom Hauswährungswechsel betroffene Funktionen

Folgende Funktionen sind von einem Hauswährungswechsel betroffen:

  • Saldovortrag

    Wenn die währungstragende Konsolidierungseinheit den Attributwert für die Hauswährung ändert, muss das System während des Saldovortrags die Werte in alter Hauswährung in neue Hauswährungswerte umrechnen.

  • Periodeninitialisierung (Maßnahme)

    Die Periodeninitialisierung invertiert Belege aus Vorjahren. Wenn ein Hauswährungswechsel stattfindet, muss das System auch die zu invertierenden Belege aus Vorjahren in die neue Hauswährung umrechnen.

  • Weitere beleginvertierende Maßnahmen

    Weitere beleginvertierende Maßnahmen sind solche automatisch buchenden Maßnahmen, bei denen in der Belegart eine automatische Inversion von Buchungen aus Vorperioden eingestellt ist. (Das ist z.B. bei Belegarten für die Schuldenkonsolidierung der Fall).

    Bei diesen beleginvertierenden Maßnahmen geht das System analog zur Periodeninitialisierung vor.

  • Massenstorno

    Beim Massenstorno geht das System analog zur Periodeninitialisierung vor.

  • Kapitalkonsolidierung: Goodwill in Hauswährung

    Wenn der Goodwill in der Hauswährung der Beteiligungseinheit geführt wird, so müssen auch die Werte für Goodwill und Beteiligungen in die neue Hauswährung umgerechnet werden.

  • Validierung

    In der Validierung ist es möglich, Vorjahresvergleiche durchzuführen. Bei solchen Vorjahresvergleichen muss das System möglicherweise auf Daten in alter Hauswährung zugreifen. Diese müssen dann in die neue Hauswährung umgerechnet werden.

Währungsumrechnung und Rundung für den Hauswährungswechsel (Customizing-Einstellungen)

Der Hauswährungsschlüssel ist ein Attribut der währungstragenden Konsolidierungseinheit. Die Zuordnung dieses Attributs hängt vom Geschäftsjahr ab.

Bei einem Hauswährungswechsel wird die neue Hauswährung vom neuen Geschäftsjahr an von allen Funktionen verwendet, die mit Hauswährungswerten arbeiten. Daher müssen Funktionen, die auf Daten des vorhergehenden Geschäftsjahres zugreifen (insbesondere der Saldovortrag, die Periodeninitialisierung und andere invertierende Funktionen), auf diesen Hauswährungswechsel reagieren: In den meisten Fällen führt dann das System eine Umrechnung durch von der alten Hauswährung (verfügbar in den Datenzeilen) in die neue Hauswährung (gemäß Hauswährungsschlüssel in den Stammdaten der Konsolidierungseinheit).

Damit das System Vorjahreswerte bei Bedarf ad hoc in die neue Hauswährung umrechnen kann, geben Sie im Customizing des Saldovortrags eine Währungsumrechnungsmethode an.

Empfehlung Empfehlung

Wir empfehlen, bei der Währungsumrechnungsmethode lediglich eine Referenzumrechnung einzustellen und keine spezifische Umrechnung. Das System könnte beim Hauswährungswechsel ohnehin nicht alle Funktionalitäten der spezifischen Umrechnung ausnutzen.

Wir empfehlen ferner, der Währungsumrechnungsmethode eine Rundungsmethode zuordnen.

Ende der Empfehlung.

Die Währungsumrechnungsmethode ordnen Sie der Saldovortragsmaßnahme zu. Das System leitet dann die zur Konsolidierungseinheit gehörige Währungsumrechnungsmethode für den Hauswährungswechsel aus Customizing-Einstellungen für den Saldovortrag ab.

Diese Währungsumrechnungsmethode (ggf. einschließlich der zugeordneten Rundungsmethode) wird dann auf eine Menge von Datensätzen angewendet. Ergebnis: Der Hauswährungsschlüssel sowie die Hauswährungswerte werden ersetzt durch die neuen Werte. Falls notwendig, berechnet und bucht das System Währungsumrechnungs- und/oder Rundungsdifferenzen.

Saldovortrag für die Konsolidierungseinheit mit neuer Hauswährung

Wenn eine Konsolidierungseinheit ihre Hauswährung umstellt, müssen während des Saldovortrags nicht nur die Summendaten in die neue Hauswährung umgerechnet werden, sondern die Daten aller Datenströme in Hauswährung. Die Währungsumrechnungsmethode dazu müssen Sie der Saldovortragsmaßnahme zuordnen.

Dann leistet der Saldovortrag Folgendes:

  • Er ermittelt, ob es Konsolidierungseinheiten gibt, deren Hauswährung umgestellt wird.

  • Er fügt im Maßnahmenprotokoll für den Saldovortrag Informationen zum Hauswährungswechsel hinzu:

    • Währungsumrechnungsmethode

    • Umrechnungskurs

    • alter und neuer Währungsschlüssel

    • alte und neue Hauswährungswerte

    • falls vorhanden: Rundungsdifferenzen

Saldovortrag für Summen-, Beteiligungs- und Kapitaldaten

Optional können Sie der Währungsumrechnungsmethode eine Rundungsmethode zuordnen. Je nachdem auf welchen Datenströmen das System operiert, kann es Rundungsdifferenzen buchen. In einigen Fällen ist die Buchung von Rundungsdifferenzen jedoch nicht möglich:

  • Summendaten: Das System speichert umgerechnete Datensätze einschließlich eventueller Rundungsdifferenzen in der Summendatenbank.

  • Beteiligungsdaten: Für Beteiligungsdaten ist keine Rundung möglich.

  • Kapitaldaten: Im Customizing für die Datenherkunft der Kapitaldaten haben Sie folgende Möglichkeiten, die sich unterschiedlich auf den Saldovortrag auswirken:

    • Lesen aus Summendatenbank: Das System trägt beim Saldovortrag keine Kapitaldaten vor.

    • Lesen aus Zusatzmeldedaten: Falls die Kontierung für die Rundungsdifferenzen keine Kapitalposition ist, bucht das System keine Rundungsdifferenzen.

    • Lesen aus Summendatenbank und Zusatzmeldedaten: Falls die Kontierung für die Rundungsdifferenzen keine Kapitalposition ist oder die Kontierung eine Kapitalposition ist und das System diese Kontierung jedoch aus den Summendaten liest, so bucht das System keine Rundungsdifferenzen.

Sonderfall: Neue Hauswährung entspricht Kreiswährung

Sie können festlegen, ob das System in diesem Fall eine Sonderlogik anwendet.

Wenn Sie diese Sonderlogik nicht aktivieren, treten bei der Umrechnung in die neue Hauswährung im Allgemeinen Umrechnungsdifferenzen auf.

Wenn Sie diese Sonderlogik aktivieren, aggregiert das System im Saldovortrag die Kreiswährungswerte für das neue Geschäftsjahr über das Kennzeichen für Umrechnungsdifferenzen und übernimmt dann diese aggregierten Kreiswährungswerte als Hauswährungswerte im neuen Geschäftsjahr, sofern der neue Hauswährungsschlüssel gleich dem Kreiswährungsschlüssel ist. Dadurch können Sie verhindern, dass in diesem Sonderfall Umrechnungsdifferenzen auftreten.

Außerdem nimmt das System bei Ausführung der Kapitalkonsolidierung in der ersten Abschlussperiode eines Geschäftsjahr im Echtlauf eine Anpassung der Kennzahlen der Goodwill-Einträge vor: Für diejenigen Beteiligungseinheiten, deren neue Hauswährung der Kreiswährung entspricht, überträgt das System die Werte der Kennzahlen für Währungsumrechnung (in Kreiswährung) auf die entsprechenden Originalkennzahlen (ohne Umrechnung) in Kreiswährung. Anschließend kopiert das System die Originalkennzahlen in Kreiswährung auf die entsprechenden Kennzahlen in Hauswährung und initialisiert die Umrechnungskennzahlen (in Kreiswährung).

Um diese Sonderlogik zu aktivieren, setzen Sie im Customizing für Saldovortragsmaßnahmen das Kennzeichen Hauswährungswerte aus Kreiswährungswerten übernehmen.

Behandlung von Transaktionswährungswerten

Je nachdem, ob eine Position einen Aufriss nach Transaktionswährung hat oder nicht, behandelt das System die Daten folgendermaßen:

  • Position mit Aufriss nach Transaktionswährung:

    Die Transaktionswährungswerte bleiben unverändert.

  • Position ohne Aufriss nach Transaktionswährung:

    Die Transaktionswährungswerte werden nach der Umrechnung mit der Defaultwährung ersetzt:

    • Kontierungsebenen 00, 01 und 10: Wert wird mit Hauswährungswert ersetzt

    • alle anderen Kontierungsebenen: Wert wird mit Kreiswährungswert ersetzt

Beispiel

Siehe den Abschnitt Beispiele: Hauswährungswechsel.