Online-Zahlungsfortschreibung
Mit der Online-Zahlungsfortschreibung können Sie Zahlungen in Echtzeit, also schon beim Buchen im FI, ins HHM übernehmen. Wenn Sie bisher die konventionelle Zahlungsabgrenzung eingesetzt haben, können Sie auf die Online-Zahlungsfortschreibung migrieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Migration der Zahlungsfortschreibung.
Bei der Buchung eines Rechnungseingangs oder Rechnungsausgangs wird im Haushaltsmanagement ein Einzelposten erzeugt. Dieser Einzelposten hat den Status Rechnung
und wird im Informationssystem unter Rechnungen
(Werttyp 54) ausgewiesen. Bei der Buchung einer Einzahlung oder Auszahlung in der Finanzbuchhaltung werden hingegen zwei Belegpositionen auf der zugehörigen Rechnungskontierung erzeugt, wobei die erste Zeile im Status Rechnung
(Werttyp 54, Betragsart 200) und die zweite Zeile im Status Zahlung
(Werttyp 57, Betragsart 250) ausgewiesen wird. Wenn die Rechnung vollständig bezahlt ist, wird sie in den Status Gezahlt
umgesetzt.
Die Online-Zahlungsfortschreibung setzt die Aktivierung des neuen Hauptbuchs und der Belegaufteilung voraus. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Migration neue Hauptbuchhaltung.
In dem für Ihren Finanzkreis gültigen Fortschreibungsprofil muss festgelegt sein, dass die Fortschreibung auf Zahlungsbasis erfolgt; im Fortschreibungsprofil muss festgelegt sein, dass der Werttyp 57 (Zahlungen) für die Fortschreibung relevant ist. Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung
unter und unter Fortschreibungsprofil.
Die Online-Zahlungsfortschreibung muss im Customizing des Haushaltsmanagements
aktiviert sein. Weitere Informationen finden Sie im EinführungsleitfadenHaushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung
unter .
Die Online-Zahlungsfortschreibung stellt den Zahlungsabgleich zwischen FI und Haushaltsmanagement sicher. Der Zahlungsabgleich ermöglicht Ihnen, die Veränderungen Ihrer Bank- und Bankverrechnungskonten (Belege, in denen Finanzpositionen mit den Finanzvorgängen 90 oder 80 (Bank) bebucht wurden) mit den im Haushaltsmanagement fortgeschriebenen Zahlungen zu vergleichen. Weitere Informationen finden Sie unter Zahlungsabgleich FI - Haushaltsmanagement.
Zahlungen ohne Rechnungsbezug können nur in das Haushaltsmanagement übernommen werden, wenn im Customizing zur Zahlungsübernahme die Übernahme von Akontozahlungen aus FI aktiv ist. Zahlungen ohne Rechnungsbezug sind Belege, die Akonto, d.h ohne Ausgleich und ohne Rechnungsbezug gebucht sind. In diesen Belegen wurden Finanzpositionen mit den Finanzvorgängen 90 und 80 (Bank) und 60 (Debitor/Kreditor) bebucht.
Die Übernahme von Zahlungen ohne Rechnungsbezug ermöglicht, auch diese Buchungen beim Zahlungsabgleich zu berücksichtigen.
Diese Buchungen werden im Haushaltsmanagement nur statistisch fortgeschrieben, d.h. es wird kein Budget verfügt. Diese statistischen Buchungen werden wieder storniert, sobald durch Buchungen im FI ein Rechnungsbezug zu diesen Zahlungen hergestellt wird.
Bei der Zahlungsabgrenzung erweiterter Funktion
können Sie Zahlungen von einem Bank- oder Scheckverrechnungskonto von Zahlungen eines Bankbestandkontos unterscheiden. Diese Unterscheidung wird möglich, wenn Sie den Bankverrechnungskonten eine Finanzposition mit dem Finanzvorgang 80 und den Bankbestandskonten Finanzpositionen mit dem Finanzvorgang 90 zuordnen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Fortschreibung Finanzvorgang 80 für Bank- und Scheckverrechnung.
Wenn eine Rechnung durch eine Gutschrift ausgeglichen wird, werden im HHM für beide Belege Abbau- und Zahlungssätze in Höhe des Gutschriftbetrages fortgeschrieben.
Wenn Sie Separater Ausweis markieren, werden bei der Umsetzung von Gutschriften zwei Sätze geschrieben, wobei der Zahlsatz separat ausgewiesen wird:
ein Abbausatz mit dem Werttyp Rechnung
und der Betragsart Abbau
ein Zahlsatz mit dem Werttyp Zahlung
und der Betragsart Gezahlte Gutschrift
Diese Zahlungssätze verfügen zwar über Budget, werden aber im kommunalen Reporting nicht angezeigt.
Wenn eine Rechnung durch Teilzahlungen bzw. Zahlungen mit Restposten gezahlt wird, werden im Haushaltsmanagement — in Höhe der gezahlten Beträge — Abbausätze für die Rechnung und Zahlungssätze erzeugt. Wenn die Rechnung mehrere Aufwands- oder Ertragspositionen mit unterschiedlichen HHM-Kontierungen besitzt, wird die Teilzahlung der Rechnung proportional zu den jeweiligen Rechnungsbeträgen im Haushaltsmanagement fortgeschrieben.
Um den Zahlungsabgleich zu gewährleisten, werden die Überzahlungen ins Haushaltsmanagement fortgeschrieben, wobei der Überzahlungsbetrag proportional den Aufwands- bzw. Erlöspositionen der Rechnung aufgeteilt wird. Die fortgeschriebenen Abbau- und Zahlungssätze beziehen sich hierbei auf die Rechnung, für die der Restposten gebildet wurde. Sobald der Zahlungsrestposten in der Finanzbuchhaltung mit einer anderen Rechnung ausgeglichen wird, wird die Überzahlung auf die entsprechende Rechnung im Haushaltsmanagement umgebucht.
Wenn Sie die Überzahlungen im HHM nicht fortschreiben möchten, können Sie dies erreichen, indem Sie die Überzahlung in der Finanzbuchhaltung nicht als Restposten mit Rechnungsbezug, sondern als einfache Differenz ausbuchen. Diese Differenz besitzt in diesem Fall keinen Rechnungsbezug und wird deshalb vom System als Akontozahlung interpretiert. Wenn Sie die Fortschreibung von Akontozahlungen im Customizing aktiviert haben, wird die Überzahlung als statistischer Merkposten im HHM fortgeschrieben (siehe oben). Ansonsten findet keine Fortschreibung der Überzahlung statt.
Die Fortschreibung der Zahlungen ins Haushaltsmanagement erfolgt grundsätzlich zum Buchungsdatum des Ausgleichsbeleges. Eine Ausnahme bei der Ermittlung des Fortschreibedatums bilden folgende Geschäftsvorfälle:
Das Buchungsdatum des Ausgleichsbeleges liegt im vergangenen Geschäftsjahr
Ausgleichsrücknahme ohne Storno
Die zu bebuchende Periode ist geschlossen (falls die Periodenbasierte Obligofortschreibung (PBET) aktiv ist).
Bei diesen Geschäftsvorfällen wird das Fortschreibungsdatum folgendermaßen ermittelt:
Wenn unter ein Datum hinterlegt ist, wird dieses Datum herangezogen.
Wenn kein Fortschreibedatum hinterlegt wurde, schreibt das System diese Buchungen zum Systemdatum fort.
In der Übergangszeit während der Jahreswechselarbeiten können im Produktivbetrieb folgende Situationen auftreten:
Zahlung erfolgt zu einer Rechnung aus dem alten Geschäftsjahr; Dieser Geschäftsvorfall wird auf folgende Weise behandelt:
Wenn die Rechnung im Haushaltsmanagement bereits vollständig abgebaut ist, wird automatischer Obligo-Null-Vortrag gestartet, um die Rechnung ins laufende Geschäftsjahr vorzutragen. Die Fortschreibung der Zahlung erfolgt dann in diesem Geschäftsjahr.
Falls die Rechnung noch nicht komplett abgebaut ist und die Zahlung außerhalb eines eventuell definierten Auslaufmonats (für Informationen dazu siehe die Dokumentation zum relevanten BAdI im Customizing für Public Sector Management
unter ) liegt, löst das System eine entsprechende Fehlermeldung aus. In diesem Fall soll die Rechnung durch den Geschäftsjahreswechsel ins aktuelle Geschäftsjahr vorgetragen werden.
Zahlung aus dem alten Geschäftsjahr wird mit einer Rechnung im aktuellen Geschäftsjahr ausgeglichen; In diesem Fall wird die Zahlung zu dem unter hinterlegten Fortschreibungsdatum (vorausgesetzt, es liegt im Geschäftsjahr der Rechnung) bzw. zum Systemdatum fortgeschrieben.
Der Einsatz der Online-Fortschreibung der Zahlungen ins Haushaltsmanagement erfordert die Einhaltung bestimmter Regeln im Buchungsverhalten, um eine eindeutige Zuordnung zwischen einem Rechnungs- und einem Zahlungsbeleg erstellen zu können und somit eine korrekte Fortschreibung im HHM zu ermöglichen. Die kritischen Geschäftsvorfälle, die bei der Zahlungsfortschreibung beachtet werden sollen, sind im SAP-Hinweis 882379
aufgeführt.