Spezielle Migrationsbereiche

Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Budgetierungsfunktionen sollten Sie auch die folgenden Bereiche berücksichtigen. Hier müssen Sie auch einige manuelle Einstellungen vornehmen, um im BCS mit aktuellen Daten zu arbeiten:

Berechtigungen

Das BCS benutzt nicht dieselben Berechtigungsobjekte wie die klassische Budgetierung (KB). Das bedeutet, dass Sie bestehende Berechtigungsdaten nicht in das neue BCS-Berechtigungskonzept migrieren können. Weitere Informationen zu Implementierungsberechtigungen finden Sie unter Berechtigungen .

Integration mit der Personalwirtschaft (HR)

Die Lösung Stellenwirtschaft ist nicht mit BCS kompatibel, daher werden die zugehörigen Datensätze auch nicht migriert. Stattdessen ist die HR-Planung mit den Budgetdaten über eine „virtuelle Verteilung“ mit Werttyp 9D integriert. Für dieses spezielle Problem sollte eine kundenspezifische Lösung gefunden werden.

SAP empfiehlt, mit der neuen Lösung Budgetplanung und -bewirtschaftung (PBC) zu arbeiten, nicht mit der Stellenwirtschaft. Die Budgetplanung und -bewirtschaftung ist mit dem BCS kompatibel. Wenn Sie mit dieser Lösung arbeiten, erfolgt die Integration mit HR über Istwerte (Mittelreservierungen).

Bei dieser Integration werden (den Personalkosten entsprechend) auch Budgetdaten generiert. Dadurch wird eine Belegkette angelegt, die bei der Belegmigration ins BCS Probleme aufwirft. Budgetdaten werden dann nicht integriert, sondern müssen stattdessen im BCS generiert werden, da die entsprechenden Belege nicht ins BCS migriert werden. Sie müssen die PBC-Umgebung im BCS einrichten. Das betrifft die folgenden Aktivitäten:

  • Anlegen von neuen Subtypen für PBC-HR-Infotypen 0724 oder 1516

  • Deaktivieren der BAdI-Implementierung, um in der klassischen Budgetierung Budgets anzulegen

  • Aktivieren einer zweiten BAdI-Implementierung für das BCS

  • Pflegen des BCS-Customizing für die Budgetgenerierung im HR

  • Neustarten der Budgetgenerierung für die Jahre, die belegbasiert migriert werden sollen

Im BCS-Einführungsleitfaden wurde unter Anfang des Navigationspfads Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung Navigationsschritt Budgetierung Navigationsschritt Budgetverwaltungssystem (BCS) Navigationsschritt Budgeterfassung Navigationsschritt Plandatenübernahme ins BCSdie neue IMG-AktivitätBudgetierungsdaten für Übernahme aus PersBudPlanung festlegen Ende des Navigationspfads hinzugefügt. Hier können Sie die Subtypen für HR-Infotypen festlegen, die ins BCS migriert werden sollen.

Belegketten

Vielleicht haben Sie in der klassischen Budgetierung Budgetdaten mit einer anderen Anwendung des SAP-Systems, z.B. dem Einkauf, generiert. Die entsprechenden Budgetbelege sind mit den Originaldaten verknüpft. Diese Belege werden nicht migriert.

Die bekannten Belegketten lauten:

  • Integration von Stellenwirtschaft und klassischer Budgetierung

  • Integration von Budgetplanung und -bewirtschaftung und klassischer Budgetierung

  • Budgeterhöhende Einnahmen (nur in manchen Fällen)

  • Klassische Budgetierung und budgetäres Ledger

Budgetäres Ledger (BL)

Wenn Sie mit dem budgetären Ledger arbeiten, müssen Sie die summenbasierte Migration ausführen. Sie können nicht belegbasiert migrieren, da dasselbe Budget zweimal ins budgetäre Ledger gebucht würde:

  • einmal beim Anlegen des Belegs in der klassischen Budgetierung und

  • dann noch einmal bei der Migration des Belegs ins BCS.

Um solche doppelten Einträge zu vermeiden, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Sie können die KB-Daten abhängig vom relevanten Geschäftsjahr ignorieren. Dies ist nur möglich, wenn Sie weiterhin mit der klassischen Budgetierung arbeiten können, ohne das budgetäre Ledger fortzuschreiben, bis Sie für den Wechsel zum BCS bereit sind.

ODER

  • Sie können die migrierten Daten ignorieren. Das ist allerdings keine realistische Lösung, da es dann keine Verknüpfungen zwischen den BL-Belegen und den migrierten BCS-Belegen geben würde, auch wenn sich beide auf denselben KB-Beleg beziehen.

Da die belegbasierte Migration bei aktiviertem budgetären Ledger nicht fehlerfrei möglich ist, steht diese Funktion nicht zur Verfügung. Bei der Summenmigration gibt es jedoch keine solchen Probleme, da das budgetäre Ledger in diesem Kontext weder geprüft noch fortgeschrieben wird.

KB-Daten kopieren

Im EA-PS-Standardsystem gibt das Programm BPCOPY00 (Budgetversion kopieren) Budgetbeträge ohne Belege aus. Die klassische Budgetierung legt immer dann Belege (Hierarchiebelege mit oder ohne Budgeterfassungsbelege) an, wenn Budgetdaten fortgeschrieben werden. In Ausnahmefällen werden keine Belege angelegt. In den folgenden Fällen generiert das Programm keine Belege:

  • Quelljahr = Zieljahr

  • Zielversion <> 0

  • Quellversion <> Zielversion

  • Kennzeichen „Immer Einzelposten generieren“ nicht gesetzt

  • Kennzeichen „Daten zurücksetzen und überschreiben“ gesetzt

  • Kennzeichen „Alle Budgetarten in Originalbudget gruppieren“ nicht gesetzt

  • Kennzeichen „Aktuelles Budget alle Budgetarten“ gesetzt

  • Umwertung = 100% (also keine Umwertung)

    Hinweis Hinweis

    Wenn dieser Bericht für die Daten ausgeführt wurde, die Sie migrieren möchten, sollten Sie keine belegbasierte Migration durchführen, da Sie dabei Daten verlieren können.

    Ende des Hinweises

Budgetfreigaben

Der Freigabevorgang wird im BCS seit EA-PS 2.0 unterstützt. Die Funktionen decken abhängig von speziellen Customizing-Einstellungen einen Teil der klassischen Budgetierung ab.

In der klassischen Budgetierung wird im Rahmen der Verfügbarkeitskontrolle (AVK) das Budgetprofilverwendet , um die Verfügbarkeit von einzelnen freigegebenen Fondsbeträgen zu prüfen.Das BCS unterstützt jedoch keine Budgetprofile. Im BCS wird dies anders gehandhabt. Die AVK prüft die Verfügbarkeit von freigegebenen Fondsbeträgen bei Standard-Ledgern standardmäßig, wenn die Freigabe im BCS aktiviert wurde.

Automatische Budgetfreigaben werden im BCS im Gegensatz zur KB auch nicht mehr im Budgetprofil definiert. Stattdessen können Sie im BCS eine Freigabe durchführen:

  • pro Fonds und Fondsart für jedes Geschäftsjahr und alle Budgetierungsvorgänge oder

  • über die Belegart für selektierte Budgetierungsvorgänge.

In der folgenden Tabelle wird dargestellt, wie die Freigabefunktionen in der klassischen Budgetierung und dem BCS gehandhabt werden:

Funktion und Einstellungen

Klassische Budgetierung

Budgetverwaltungssystem

Aktivierung der Freigabe

Standardmäßig durch ein Budgetprofil

Speziell für jeden Finanzkreis:

  • Standardmäßig für Ausgaben
  • Speziell für Einnahmen

Die Freigabe kann pro Fonds/Fondsart und Geschäftsjahr deaktiviert werden.

Budgetkonsistenz

Der Freigabebetrag ist kleiner/gleich dem Budgetbetrag.

Der Freigabebetrag ist kleiner/gleich dem Budgetbetrag (das berücksichtigte Budget ist das Budget für Verfügungen).

AVK bei Freigabe

Über das Budgetprofil, pro Fonds

Standardmäßig für Standard-Ledger, wenn die Freigabe aktiv ist

Automatische Freigabe

Über das Budgetprofil, pro Fonds

Beschränkt auf Budgetumbuchungen

Speziell pro Fonds/Fondsart und Geschäftsjahr (für alle Vorgänge)

Speziell über die Belegart für selektierte Vorgänge

Freigabefortschreibung

Manuelle Eingabe

Sammelfreigabe (deutsche Kommunen)

Manuelle Eingabe

Massenfreigabe

Lokale Sperre

Spezielle Funktionen für die deutschen Kommunen

Nicht unterstützt

Weitere Informationen über die Implementierung dieser Funktion im BCS finden Sie in der Systemdokumentation für Freigaben und der Budgetfreigaben .

Budgeterhöhende Einnahmen (BeE)

Die BeE-Funktionen werden im BCS seit EA-PS 2.0 unterstützt. Im BCS werden sie jedoch anders gehandhabt als in der klassischen Budgetierung.

Hinweis Hinweis

BeE-Regeln und -Customizing sind für die Migration von der klassischen Budgetierung zum BCS nicht relevant. Um die entsprechenden Funktionen im BCS vorteilhaft nutzen zu können, sollten Sie sie direkt im BCS benutzerspezifisch anpassen. Weitere Informationen zur Verwendung dieser Funktionen finden Sie unter budgeterhöhende Einnahmen .

Ende des Hinweises

Ein Budgeterfassungsbeleg, der von budgeterhöhenden Einnahmen (BeE) für alle Jahre vor der BCS-Aktivierung generiert wurde, wird als normaler Budgeterfassungsbeleg migriert. Wenn Sie für diese BeE-Erfassungsbelege eine bestimmte Budgetart definieren, können Sie sie leicht wiederfinden. Das System wird sie als solche jedoch nicht erkennen.

Für alle Jahre seit der BCS-Aktivierung werden die Erfassungsbelege, die zu BeE gehören, ignoriert und nicht migriert. Sie müssen den BeE-Vorgang im Einführungsleitfaden benutzerspezifisch anpassen und die Funktionen dann im BCS ausführen. So können Sie BeE-Budget auf der Grundlage bestehender BCS-Regeln und der BCS-Logik korrekt im BCS generieren.

Statusverwaltung und Budgetierung

Wenn Sie die Statusverwaltung für Ihre HHM-Stammdaten verwenden (HHM-Stammdatenstatus), können Sie den Budgetierungsvorgang mit diesem Werkzeug steuern. Das BCS verfügt über eigene Statusverwaltungsfunktionen, d.h. Sie müssen Ihre KB-Einstellungen bei der Migration prüfen und die Status im BCS eventuell entsprechend neu anlegen.

In der klassischen Budgetierung wurde die Statusverwaltung auch für die Steuerung der Budgetverarbeitung verwendet, obwohl Budgetarten nicht getrennt werden konnten. Im BCS gibt es für die Budgetierung ein Statusverwaltungswerkzeug zur Verarbeitungssteuerung. Beachten Sie jedoch, dass keine Statusdaten migriert werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Statusverwaltung .

Customer-Exits und bestimmte Entwicklungen

Wenn Sie für die klassische Budgetierung Ihre eigenen Customer-Exits implementiert haben oder wenn Sie über bestimmte auf KB-Daten basierende Entwicklungen, besonders für das Berichtswesen, sowie über Berichte verfügen, die KB-Tabellen lesen oder dort Daten speichern, sollten Sie Ihre Customer-Exits prüfen und sie für das BCS neu definieren.

Das BCS liefert BAdIs im Customizing, mit denen Sie Ihre kundenspezifischen Entwicklungen, z.B. für Datenbankprüfungen und -fortschreibungen, reproduzieren können.

Diese BAdIs finden Sie im Einführungsleitfaden unter Anfang des Navigationspfads Haushaltsmanagement Öffentliche Verwaltung Navigationsschritt Budgetverwaltungssystem (BCS) Navigationsschritt Budgetierung Navigationsschritt Werkzeuge Navigationsschritt Business Add-Ins der Budgetierung (BAdIs) Ende des Navigationspfads . Das BAdI Prüfungen und Belegbuchungen erweitern hat beispielsweise den Definitionsnamen FMKU_BUDGET_EVNT. Sie können für die Methoden Ihre eigene Implementierung definieren (LINE_CHECKS und DOCUMENT_CHECKS).

Tabellenerweiterungen

In der Überschrift der Erfassungsbelege für die klassische Budgetierung (mit Include CI_BPDK) haben Sie Kundenfelder definiert. Ähnlich sollte Sie das entsprechende Kunden-Include für den Erfassungsbelegkopf im BCS definieren (mit Include CI_FMBH). Um die entsprechenden Werte richtig zu migrieren, sollten Sie für die Felder dieselben Namen verwenden und auf dieselben Datenelemente verweisen. Wenn ein BCS-Include neue Felder enthält, bleiben Sie für alle migrierten Belege initial, d.h. leer.

Die folgenden BAdIs stehen zur Unterstützung dieser speziellen Felder in der BCS-Umgebung zur Verfügung:

  • Kundeneigene Felder im Budgeterfassungsbeleg anlegen (FMBW_CUSTOMER)

  • Budgeterfassungsbelege erweitern (BAPI_0050)

Weitere Informationen über diese Funktionen finden Sie in der BAdI-Dokumentation im System.