Massengut-Transportart

Definition

Die Transportart für Massengut

  • bestimmt, wie ein Transport verarbeitet wird

  • ist im Einstiegsbild für die Transportplanung eine Pflichteingabe

  • kann nicht mehr geändert werden, nachdem der Transport gesichert wurde.

Die möglichen Werte für das Feld stammen aus der entsprechenden Customizing-Tabelle, in der Attribute für jede Transportart definiert sind. Transportarten für Massengut definieren Sie im Customizing für die Branchenlösung Oil & Gas (Downstream) unter Anfang des Navigationspfads TD (Transport und Verteilung) Navigationsschritt TD Massenguttransport Navigationsschritt Transportarten für Massengut definieren Ende des Navigationspfads .

Im Customizing gehört zu jeder Transportart für Massengut ein Kurztext, der die Eigenschaften des jeweiligen Eintrags beschreibt. Dieser Text sollte so informativ wie möglich sein, um die spätere Auswahl von Transportarten zu erleichtern.

Struktur

Nummernkreisintervall

Basierend auf den im Customizing festgelegten Nummernkreisen können Sie definieren, welche Nummern das System für Massengut-Transportarten verwenden soll. Auf diese Weise ist eine einfache Unterscheidung von Massenguttransporten bereits anhand der verwendeten Nummern möglich.

Verkehrszweig

Bei der Zuordnung eines Fahrzeugs zu einem Transport vergleicht das System den für die Massengut-Transportart definierten Verkehrszweig mit dem für die Fahrzeugart erfaßten. Weichen die beiden voneinander ab (z. B. wenn die Transportart Straßentransport vorschreibt, das vom Disponenten verwendete Fahrzeug jedoch ein Zug ist), läßt das System die Zuordnung nicht zu. Mögliche Verkehrszweige sind Straßentransport, Bahntransport, Seeschiffahrt, Binnenschiffahrt und Pipeline.

Kennzeichen für Tankkammerbeladung

Die Transportplanung erlaubt die gleichzeitige Zuweisung mehrerer Belege und Materialien zu einer Tankkammer. Mit dem entsprechenden Kennzeichen für die Massengut-Transportart können Sie festlegen, ob mehrere Ausgangsbelege oder Materialien in einer Tankkammer zulässig sein sollen oder nicht.

IT-Buchungsgruppe

Die In-Transit-Buchungsgruppe (Buchungsgruppe für den rollenden Bestand) legt fest, wie die für ein Material anfallende Verbrauchsteuer während des Transports behandelt werden soll. Der Eintrag legt außerdem fest, welchen In-Transit-Lagerort (siehe Lagerort für den rollenden Bestand unter Massengut-Transportart ) das System für den rollenden Bestand verwenden soll. Die IT-Buchungsgruppe bestimmt Bewertungs- und Abfertigungsart in Materialbewegungen, die von TD-Funktionen angestoßen werden.

In-Transit-Buchungsgruppen definieren Sie im Customizing für die Branchenlösung Oil & Gas (Downstream) unter Anfang des Navigationspfads TD (Transport und Verteilung) Navigationsschritt TD Massenguttransport Navigationsschritt In-Transit-Bestand (rollender Bestand) Navigationsschritt Buchungsgruppe während des Transports definieren. Ende des Navigationspfads

Lademengenabgleich

Mit diesem Kennzeichen legen Sie fest, wie das System den Lademengenabgleich ausführen soll. Bei diesem Vorgang findet eine Zuordnung von Entladebelegen zu geladenen Mengen statt. Dies ist besonders dann relevant, wenn sich die tatsächlich geladene Menge von der disponierten Menge unterscheidet. Durch Setzen des Kennzeichens für Lademengenabgleich legen Sie fest, ob und wie die geplanten Entlademengen zu behandeln sind.

leer

Automatischer Abgleich: Zuordnung von geladenen Mengen zu entladerelevanten Belegen, und zwar proportional und mit gewichteten Durchschnitten.

x

Manueller Abgleich: Das System schlägt vor, wie geladene Mengen zu Entladebelegen zugeordnet werden können, Sie müssen jedoch die vorgeschlagenen Werte noch aktivieren (oder ändern), bevor sie als tatsächlich geladene Mengen vom System angenommen werden.

1

Kein Abgleich erforderlich: Zwischen Lade- und Entladebelegen besteht keine Beziehung. Die bei der Lieferbestätigung angegebenen Mengen, die für lade- und entladerelevante Lieferbelege als geladene Mengen gelten, entsprechen der Planmenge.

Je nach Anzahl der Ausgangsbelege des Transports und gewähltem Tankkammer-Ladekennzeichen führt das System den Lademengenabgleich aufgrund von Belegen oder Mengen durch.

Kennzeichen: Fahrzeug schließen

Dieses Kennzeichen wird bei der Lieferbestätigung verwendet und ist die Voraussetzung dafür, daß der Status eines Fahrzeugs auf den Wert 6 gesetzt werden kann. Ein Fahrzeug wird geschlossen (Status 6), wenn keine weiteren Entladevorgänge vorgesehen sind. Dadurch werden alle Buchungen im Zusammenhang mit Entladungen ausgelöst, das System führt einen Fahrzeugabgleich durch und verbucht den errechneten Mengenzuwachs oder -verlust. Der Abschluß für ein Fahrzeug ist nur dann möglich, wenn das Kennzeichen Fahrzeug schließen gesetzt ist. Andernfalls kann auch der Transport nicht abgeschlossen werden ( Transportstatus 6). Ein Transport kann grundsätzlich nur dann abgeschlossen werden, wenn auch alle betroffenen Fahrzeuge geschlossen wurden.

Wenn Sie das Kennzeichen zum Schließen von Fahrzeugen in der Massengut-Transportart wählen, wird diese Einstellung in den entsprechenden Transport übernommen. Ansonsten müssen Sie das Kennzeichen auf dem Bild für den Fahrzeugabgleich manuell setzen, um das Fahrzeug zu schließen (Status 6).

Prüfung auf Überlieferung bei Fahrzeugen ohne Abschluß

Wenn Sie das Kennzeichen Überl.-Prüfung o.A. wählen, prüft das System sämtliche Transporte dieser Massengut-Transportart auch dann auf Überlieferung, wenn kein Abschluß für das Fahrzeug stattgefunden hat. Bei aktiviertem Kennzeichen führt das System bei der Lieferbestätigung einen Fahrzeugabgleich durch und vergleicht dabei Abweichungen (Zuwachs oder Schwund) mit den festgelegten Toleranzen. Diese Prüfung wird auch bei Fahrzeugen ohne Abschluß durchgeführt. Fahrzeuge ohne Abschluß sind Fahrzeuge, bei denen das entsprechende Kennzeichen nicht aktiv ist, oder denen Transporte mit unbestätigten Lieferungen zugeordnet sind.

Diese Einstellung bewirkt, daß eine Bestätigung von Mengen nur innerhalb der zulässigen für eine Lieferung festgelegten Toleranz möglich ist; wenn also eine Lieferung mit Übermenge auf einem solchen Fahrzeug bestätigt wird, gibt das System eine Fehlermeldung aus.

Prüfung auf Überladung

Wenn das Kennzeichen für die Überladungsprüfung gewählt wurde, berücksichtigt das System das höchstzulässige Gewicht bzw. Fassungsvermögen des Fahrzeugs, um eine Überladung bereits bei der Planung und Verladung zu verhindern.

Zuwachs/Schwund bei Abschluß

Mit diesem Kennzeichen legen Sie fest, ob das System beim Schließen eines Transports den Materialzuwachs bzw. -schwund verbuchen soll. Wenn dieses Kennzeichen weder für die Massengut-Transportart noch bei der Lieferbestätigung auf dem Bild zum Fahrzeugabgleich gesetzt wurde, führt das System keine solchen Buchungen durch. Das bedeutet, daß die Differenz zwischen geladener und entladener Menge im In-Transit-Lagerort bestehen bleibt.

Teilweise Lieferbestätigung

Dieses Kennzeichen wirkt sich auf den Bereich der Lieferbestätigung aus. Wenn Sie es wählen, verbucht das System Warenausgänge zu denjenigen Lieferungen, für die bereits Material entladen wurde (Umbuchungen gegen Reservierungen). Dadurch kann der Bestand bereits nach der Entladung der ersten Lieferung fortgeschrieben werden, ohne daß alle zu entladenen Mengen bestätigt sein müßten. Die Berechnung und Verbuchung des Gesamtzuwachses bzw. -verlusts erfolgt erst, wenn alle auszuliefernden Mengen entladen sind und der Transport geschlossen wurde.

Prüfungen zur Kombinierbarkeit

Die Einstellung gilt für Transporte der gewählten Massengut-Transportart. Je nachdem, welchen Wert Sie für dieses Kennzeichen wählen, gibt das System eine Fehlermeldung oder Warnung aus, wenn eine Kombination nicht möglich ist. Kombinierbarkeitsprüfungen sind für die Paarungen Fahrzeug/Kunde sowie Material/Tankkammer wählbar.

Maßeinheiten

Für jede Massengut-Transportart müssen Volumen- und Gewichtseinheit angegeben werden. Diese Einheiten verwendet das System bei der Transportplanung durchgehend für die Anzeige der entsprechenden Größen. Außerdem müssen Sie entweder die Gewichts- oder Volumeneinheit als Transportmengeneinheit auswählen. Diese Einheit dient dann als Basis für die Transportplanung.

Eindeutige Nummern für Lieferungen

Mit dieser Einstellung legen Sie fest, wie das System Lieferpositionen in der Belegübersicht numeriert. Wenn Sie das Kennzeichen wählen, wird für die dem Transport zugeordneten Belege eine eindeutige Sortierfolge erzeugt.

Ereignis-Vorschlagswertgruppe

Diese Gruppe dient zur Definition einer Liste von Ereignissen, die anschließend in der Ereignisverwaltung für alle Transporte mit der gewählten Transportart vorgeschlagen werden.

Eindeutige Nummern für Ereignisse

Mit dieser Einstellung legen Sie fest, wie das System Ereignisse auf dem entsprechenden Übersichtsbild numerieren soll. Wenn Sie das Kennzeichen wählen, wird für die dem Transport zugeordneten Ereignisse eine eindeutige Sortierfolge erzeugt.

Schicht erforderlich

Dieses Kennzeichen bestimmt, ob bei der Zuweisung eines Fahrzeugs zu einem Transport im Fahrzeug-Übersichtsbild eine Schicht angegeben werden muß.

Zähler erforderlich

Mit diesem Kennzeichen können Sie wählen, ob für Fahrzeuge, die im Fahrzeug-Übersichtsbild dem Transport zugeordnet werden, ein Zähler angegeben werden muß.

Keine Zuwachs-/Verlustbuchung innerhalb Toleranz (Transport-Mengeneinheit)

Um zu verhindern, daß das System durch Rundungsfehler entstandene kleine Mengen verbucht (und dadurch viele unerwünschte Buchungspositionen entstehen) können Sie einen Toleranzbereich für Zuwachs und Verlust festlegen. Mengenabweichungen innerhalb dieses Bereichs werden nicht in Form von Materialbuchungen berücksichtigt.

Elemente für die Frachtkostenberechnung

Sie können für Massengut-Transportarten eine Reihe von Parametern festlegen, die den Umfang der Frachtberechnung definieren. Folgende Objekte können wahlweise in die Frachtberechnung einbezogen werden:

  • Kopf

  • Fahrzeug

  • Daten zur Route

  • Strecke

  • Umschlagspunkt

  • Grenzpunkt

Die Frachtkostenart legt fest, wie Frachtkosten zu berechnen sind. Die Versandart bestimmt das Kalkulationsschema für die Berechnung der Fracht für jede Position im Frachtkostenbeleg.

Die automatische Streckenzuordnung steuert, ob das System bei der Frachtberechnung automatisch eine Zuweisung von Belegpositionen zu Lade- und Entladestellen vornimmt.

Eine Volumeneinheit bei Umgebungstemperatur und eine Einheit für mit der Schnittstelle für Mengenumrechnung korrigierte Volumen (Bruttoeinheit und Nettoeinheit) können für die Frachtberechnung als zusätzliche Einheiten angegeben werden.

Integration

Exchange-Zuordnungsdaten

Diese Daten ermöglichen es, die Verarbeitung von Lieferungen zu bestimmen, die innerhalb von Tauschpartnergeschäften (Exchanges) erfolgen. Mit Hilfe des Exchange-Lieferkennzeichens können Sie festlegen, ob das System ein Exchangeabkommen für die Ausführung der Lieferung verwenden soll. Dabei sind folgende Werte möglich:

E

Nur Exchange-Berechtigung

Für die Lieferung des gesamten Materials muß auf ein Exchangeabkommen zurückgegriffen werden.

N

Keine Zuordnung möglich

Für die Lieferung des Materials kann auf kein Exchangeabkommen zurückgegriffen werden.

leer

Exchangezuordnung möglich

Es steht dem Benutzer frei, für die Lieferung entweder Material aus Exchangeabkommen oder anderes Material zu verwenden.

Die Bewegungsart für den Wareneingang kann ebenfalls als Teil einer Massengut-Transportart festgelegt werden. Wenn Sie hier keine andere Bewegungsart angeben, verwendet das System den Vorschlagswert 101.

Mit Hilfe eines Benutzer-Exits (User-Exit) ist die automatische Zuordnung von Exchange-Lieferungen zu Bestellungen möglich. Der Exit für Exchange-Zuordnung gibt dabei an, welche Routine verwendet werden soll.

Die Ausführung der Routine kann folgendermaßen beeinflußt werden: Das Kennzeichen User-Exit Planung bewirkt, daß der Exit bei der Planung ausgeführt wird, User-Exit Laden dagegen bewirkt den Aufruf der Routine bei der Verladung. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, auch ohne Neuzuordnung während der Transportplanung zu prüfen, ob bestehende Zuordnungen korrekt sind. Die entsprechende Funktion heißt EXG-Zuordnung prüfen .

Vorgehensweise:

Transport anlegen