Listfelder der Kalkulationstabelle
Die Spalten in der Kalkulationstabelle werden als Listfelder bezeichnet. Welche Listfelder angezeigt werden, wird durch die Listgruppe und die Listvariante festgelegt.
In den eingabebereiten Feldern können Sie die Werte ändern, um damit die Kalkulationen zu modifizieren.
Weitere Informationen finden Sie unter Kalkulationstabelle.
Zu jedem Listfeld sind bestimmte Eigenschaften fest vorgegeben. Dies sind die Ausgabelänge, die prinzipielle Eingabebereitschaft, der Listfeldtyp und das Kennzeichen für die Rücknahme der Eingabebereitschaft bei Preisartikeln bzw. Festpreisbindung.
Um sich die Eigenschaften zu den Listfeldern anzeigen zu lassen, wählen Sie , und geben Sie im Feld Tabelle/Sicht
den Viewnamen V_TWLF ein. Durch den Listfeldtyp werden Preisfelder, Prozentfelder und Listfelder ohne Beträge unterschieden. Bei den Preisfeldern unterscheidet man weiterhin, in welcher Währung diese angezeigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Währungen.
Im Customzing der Handelskalkulation
können Sie unter Texte zu Listfeldern
die Bezeichnungen der Listfelder pflegen. Diese werden als Spaltenüberschriften in der Kalkulationstabelle angezeigt.
Bestimmung der Feldinhalte
Für die Mehrzahl der Listfelder ist eine eindeutige betriebswirtschaftliche Bedeutung vorgegeben. Daneben gibt es aber auch Listfelder, deren Bedeutung erst durch die Customizing-Einstellungen festgelegt wird.
Zu den Listfeldern mit eindeutig festgelegter Bedeutung gehören zum Beispiel Stammdatenfelder oder bestimmte Konditionen. Diese werden vom Programm aus den entsprechenden Stammdatensätzen und Konditionssätzen ermittelt. Hierzu zählen beispielsweise:
Lieferant mit Lieferantenteilsortiment und Lieferantenwährung
Einkaufsorganisation
Hauswährung
Planaufschlag
aktueller Endpreis mit zugehörigem Gültigkeitszeitraum
Die Feldinhalte bestimmter Listfelder werden durch das Programm errechnet. Hierzu zählen unter anderem:
Einkaufsgrundpreis und Einkaufspreis (Netto/Netto)
Diese Preise werden dem Einkaufskalkulationsschema entnommen und gegebenenfalls auf eine abweichende Verkaufsmengen- und Verkaufspreiseinheit umgerechnet (siehe Kalkulationstabelle).
Endpreis
Der Endpreis wird aus dem Verkaufspreis (Brutto) durch eine eingestellte Eckpreisrundung ermittelt.
Spanne (Netto, Brutto)
Die Spanne wird aus dem Verkaufspreis (Netto, Brutto) und dem Einkaufspreis (Netto/Netto) errechnet. Entsprechendes gilt für die Endverbraucherspanne.
Bei den steuerbaren Listfeldern können Sie im Customizing der Handelskalkulation
unter Steuerung zu Kalkulationstabelle und Datensicherung
den Datentransfer zwischen Verkaufskalkulationsschema und den Listfeldern flexibel festlegen. Bei einigen Listfeldern ist aber auch hier eine vorgegebene Bedeutung des Listfeldes zu beachten. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Listfelder:
tatsächlicher Aufschlag
Verkaufspreis (Netto, Brutto)
Dagegen sind unter anderem die folgenden Listfelder beliebig definierbar:
Rotstrichpreis (ROTPR
)
Mitnahmepreis (MITPR
)
Vorschlagspreis (VORPR
)
variable Verkaufspreise (zum Beispiel VKPO1
)
variable Prozentfelder (zum Beispiel PROZ1
)
Weitere Informationen finden Sie unter Verwendung der Konditionstechnik bei der Kalkulation und Preisfindung.
Für jede Kalkulationsposition können Sie zudem zu Informationszwecken einen Preisveränderungsgrund angeben. Preisveränderungsgründe werden im Customizing der Materialwirtschaft
unter gepflegt.
Hinweis
In einigen Ländern ist es auf Grund gesetzlicher Vorschriften notwendig, einen Grund anzugeben, wenn der Verkaufspreis unter dem Einkaufspreis liegen soll.
Abspeicherung von Feldinhalten
Die Werte der Preis- und Prozentwertfelder können im System gespeichert werden.
Sie können pro Listfeld die Abspeicherung der Werte in die Stammkonditionen festlegen. Die diesbezüglichen Einstellungen finden Sie im Customizing der Handelskalkulation
unter Steuerung zu Kalkulationstabelle und Datensicherung
.
Konditionsart mit Applikation
Sie können festlegen, auf welche Konditionsart der Wert eines Listfeldes abgespeichert werden soll. Sie können die Werte auf eine Hauptkonditionsart oder auch auf eine Zusatzkondition abspeichern. Für Zusatzkonditionen ist dabei zu beachten, dass gleichzeitig auch die zugehörige Hauptkonditionsart abgespeichert wird. Als Applikationen sind M
(Einkauf) und V
(Verkauf) zulässig.
Währungsvorschlagskennzeichen
Durch das Währungsvorschlagskennzeichen können Sie für Preisfelder festlegen, in welcher Währung der Konditionssatz abgespeichert wird.
Konditionstabellen
Für die Hauptkonditionsarten geben Sie die Konditionstabellen an, auf die die Preise für die verschiedenen Kalkulationsebenen (Betrieb, Vertriebslinie, Preisliste bzw. Betriebspreisliste) abgespeichert werden sollen.
Für die Steuerung der Abspeicherung zum Listfeld Einkaufsgrundpreis
sind im Gegensatz zu den verkaufsseitigen Listfeldern folgende Besonderheiten zu beachten:
Bei der Einkaufspreisermittlung können je nach gefundenem Lieferant oder zuständiger Einkaufsorganisation verschiedene Einkaufskalkulationsschemata Verwendung finden. Dabei können die Konditionsarten, die für den Einkaufsgrundpreis stehen, unterschiedlich sein. Dieser Besonderheit wird durch das Kennzeichen Konditionsarten-Ermittlungsart
Rechnung getragen, bei dem zwei Einstellungen möglich sind. Zum einen kann für die Abspeicherung ‑ wie bei den anderen Listfeldern auch ‑ eine in der Steuerung angegebene Konditionsart angegeben werden. Zum anderen kann die Konditionsart aber auch aus dem jeweiligen Einkaufskalkulationsschema dynamisch ermittelt werden.
Zu jedem Preis gehören neben dem Betrag auch eine Währung, eine Mengen- und eine Preiseinheit (siehe Kalkulationstabelle und Währungen). Für den Einkaufsgrundpreis sind in der Regel verschiedene Währungen und Mengeneinheiten von Bedeutung. Dieser Besonderheit wird durch die Konditionssatz-Ermittlungsart Rechnung getragen. Zum einen können für den Konditionssatz ‑ wie bei den anderen Listfeldern ‑ die Werte der Kalkulationstabelle (Lieferantenwährung, aktuelle Verkaufsmengeneinheit und Verkaufspreiseinheit) verwendet werden. Zum anderen können aber auch die Einstellungen der Preisfindung (Bestellpreiswährung, Bestellpreismengeneinheit und Bestellpreiseinheit) herangezogen werden. Diese Einstellungen können Sie sich im Detailbild Einkauf
der Kalkulationstabelle anzeigen lassen und gegebenenfalls ändern.
Hinweis
Für die Preisaktivierung in der Handelsaktion sind im Customizing der Handelskalkulation
unter Steuerung zu Kalkulationstabelle und Datensicherung
analoge Einstellungen für die Aktionskonditionsarten vorzunehmen. Eine Steuerung für den Einkaufsgrundpreis ist dabei zwingend.
Die Abspeicherung der Konditionssätze wird in der Verkaufspreiskalkulation über das Kennzeichen zur Abspeicherung von Einkaufs- und Verkaufskonditionssätzen geregelt. Ist das Kennzeichen für den Einkauf gesetzt, so werden Konditionssätze für alle gepflegten Hauptkonditionsarten der Applikation M
mit den zugehörigen Zusatzkonditionen angelegt. Entsprechendes gilt für das Kennzeichen für den Verkauf und die Hauptkonditionsarten der Applikation V
.
Mit dem Business Add-In (BAdI) SPC_POSTING_CONTROL
können Sie die eben beschriebene, durch das Customizing festgelegte Abspeicherung von Feldinhalten für eine Kalkulationsposition entsprechend Ihren speziellen Anforderungen abändern. Damit können Sie beim Sichern einer Kalkulationsposition in der Verkaufspreiskalkulation gezielt darauf Einfluss nehmen, welche Konditionen angelegt werden sollen.
Das BAdI kann mit einem Filter verglichen werden. Mit Hilfe des BAdIs können Sie die Verbuchung einzelner oder aller Konditionssätze unterdrücken.
Beispiel
Der Verkaufspreis soll nicht abgespeichert werden, wenn er gleich dem aktuellen Verkaufspreis ist.
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften in einigen Ländern dürfen keine Verkaufspreise angelegt werden, die kleiner sind als der Einkaufspreis (netto/netto), wenn nicht gleichzeitig ein geeigneter Preisveränderungsgrund angegeben wurde.
Hinweis
Zur Kontrolle der Filterbedingungen des BAdIs können Sie im Detailbild zu einer Kalkulationsposition die Simulation einer Verbuchung anzeigen lassen, die verdeutlicht, welche Konditionssätze angelegt würden. Auf diesem Detailbild können Sie die Wirkungen des BAdIs auch manuell übersteuern, etwa wenn Sie Konditionssätze, die eigentlich durch die Regeln des BAdIs ausgeschlossen würden, dennoch anlegen möchten.