WährungenIm SAP-System sind alle Wertbeträge an eine Währung gekoppelt. Für die in der Verkaufspreiskalkulation auftretenden Preise spielen verschiedene Währungen für die Anzeige in der Kalkulationstabelle, für die Kalkulation und die Abspeicherung eine Rolle.
Verwendete Währungen
In der Verkaufspreiskalkulation wird unterschieden zwischen Lieferanten-, Haus-, Kalkulations-, Verkaufs- und Parallelwährung.
Bei der zweistufigen Kalkulation im Großhandel wird zusätzlich unterschieden zwischen der Verkaufswährung für die erste Stufe und der Verkaufswährung für die zweite Stufe (Endverbraucher).
Lieferantenwährung
Einkaufsgrundpreise
werden in der Kalkulationstabelle in der Bestellwährung des Lieferanten (Lieferantenwährung) dargestellt. Dies trifft auch zu, wenn die Währung, in der der Einkaufsgrundpreis im Konditionssatz hinterlegt ist (Konditionswährung), davon abweicht.
Die Lieferantenwährung wird im Lieferantenstamm unter den Einkaufsorganisationsdaten gepflegt.
Im Detailbild
Einkauf
erscheint der
Einkaufsgrundpreis
dagegen in der Konditionswährung, d.h. für externe Lieferanten in der Bestellpreiswährung des Einkaufsinfosatzes und für interne Lieferanten in der zugehörigen Verkaufswährung (Währung des Abgabepreises).
Hauswährung
Die Hauswährung ist die Währung des Buchungskreises, dem die Verkaufsorganisation einer Kalkulationsposition zugeordnet ist. Die Hauswährung wird u.a. für bestimmte Währungsumrechnungen im Rahmen der Einkaufskalkulation benötigt.
Kalkulationswährung
Einkaufs- und Verkaufskalkulationen werden in der Kalkulationswährung durchgeführt. Die zu den Kalkulationen gehörenden Felder, wie z.B.
Einkaufspreis (Netto/Netto)
und
Verkaufspreis (Netto, Brutto),
werden dementsprechend in der Kalkulationswährung angezeigt.
Die Kalkulationswährung legen Sie im Customizing der
Handelskalkulation
in der
Kalkulationsart
fest.
Verkaufswährung
Beim Sichern der Verkaufspreiskalkulation werden Verkaufspreise in der Verkaufswährung gespeichert. Der
Endpreis
wird deshalb in der Verkaufswährung angezeigt.
Im Customizing der
Handelskalkulation
legen Sie fest, ob die Verkaufswährung gleich der Hauswährung oder der Kalkulationswährung ist.
Parallelwährung
Ist für die Organisationsebene eine Währungsumstellung geplant, so wird der Endpreis in einen Parallelpreis mit Parallelwährung umgerechnet. Die Parallelwährung entspricht der Nachwährung, die in der Währungsumrechnungstabelle der
Euro Workbench
angegeben ist.
Die übrigen Preise der Verkaufspreiskalkulation werden entweder in der Kalkulationswährung (variable Verkaufspreise
VKP01
bis
VKP03
) oder in der Verkaufswährung (geplanter Endpreis, Rotstrichpreis, Mitnahmepreis usw.) angezeigt. Die Währung dieser Preise ist durch die Definition der zugehörigen Listfelder fest vorgegeben.
Bestimmung der Verkaufswährung
Bei der Bestimmung der Verkaufswährung wird unterschieden zwischen der Kalkulation für Vertriebslinien und Betriebe und der Kalkulation von Preislisten:
Kalkulation für Vertriebslinien und Betriebe
Die Festlegung der Verkaufswährung von Vertriebslinien erfolgt durch mehrere Arbeitsschritte im Customizing. Unter
Zuordnung der Kalkulationsart zu Organisationsebene
geben Sie die für die Vertriebslinie gültige Kalkulationsart an, in der u.a. das Verkaufskalkulationsschema gepflegt ist. Unter
Steuerung der Kalkulationstabelle und Datensicherung
geben Sie für dieses Verkaufskalkulationsschema und das Listfeld
ENDPR
(Endpreis) das Kennzeichen
Währungsvorschlag
ein. Dieses bestimmt, ob die Verkaufswährung entweder der Kalkulationswährung oder der Hauswährung entspricht.
Die Verkaufswährung bei der Kalkulation von Betrieben ergibt sich aus der Verkaufswährung der zugehörigen Vertriebslinie.
Die Verkaufswährung des Endverbraucherpreises wird durch das Kennzeichen
Währungsvorschlag
zum Listfeld
EVPRS
(Endverbraucherpreis) in gleicher Weise bestimmt.
Kalkulation für Preislisten
Die Bestimmung der Verkaufswährung bei der Kalkulation von Preislisten weist eine Besonderheit auf. Im Gegensatz zu Vertriebslinien und Betrieben besteht hier die Möglichkeit, verschiedene Verkaufswährungen zu verwenden.
Hintergrund hierfür ist der Kundenauftrag, bei dem für die Preisfindung die jeweilige Währung des Kunden herangezogen wird. Entsprechend sind Preislistenpreise einer Preisliste in unterschiedlichen Währungen von Bedeutung. Im Rahmen der Handelskalkulation ist daher die Verwendung unterschiedlicher Verkaufswährungen für Preislisten nur bei der Kalkulation im Großhandel sinnvoll.
Maßgebend für die Bestimmung der Verkaufswährung sind auch hier Einträge, die im Customizing der
Handelskalkulation
unter
Zuordnung der Kalkulationsart zu Organisationsebene
vorhanden sind. Die Customizingtabelle erfüllt in diesem Fall aber eine doppelte Funktion. Werden Einträge zu einer Preisliste mit unterschiedlichen Währungen erfaßt, so sind damit - neben der Festlegung von Kalkulationsart und Vorlagebetrieb - auch die gültigen Verkaufswährungen bestimmt. Werden keine speziellen Einträge zu einer Preisliste erfaßt, so ergibt sich die Verkaufswährung aus der Verkaufswährung der zugehörigen Vertriebslinie.
Wenn Sie Einträge zu einer Preisliste gepflegt haben, wird beim Anlegen einer Verkaufspreiskalkulation zunächst nach einem Eintrag zur Hauswährung gesucht. Wird kein entsprechender Eintrag gefunden, wird die Währung des ersten Eintrags übernommen. Sind mehrere Einträge vorhanden, so können Sie die Verkaufswährung in der Kalkulationstabelle ändern.
Hinweis
Die Währungsvorschlagskennzeichen für die Listfelder
Endpreis
bzw.
Endverbraucherpreis
haben den Zweck, die Ausgabewährungen dieser beiden Verkaufspreise in der Kalkulationstabelle festzulegen. Die Preise werden auch in dieser Währung gespeichert.
Im Gegensatz dazu hat das Kennzeichen
Währungsvorschlag
der übrigen Preisfelder keine Bedeutung für die Ausgabe in der Kalkulationstabelle, da die Ausgabewährung durch die Definition des Listfeldes festgelegt und programmintern gesteuert wird. Bei diesen Feldern dient dieses Kennzeichen dazu, die Währung des Preises bei der Abspeicherung festzulegen.