Terminierung Die Terminierung in den Prozessen der saisonalen Beschaffung berechnet automatisch die Termine (z.B. das Lieferdatum ausgehend vom spätesten Bestelltermin) im zeitlichen Verlauf zwischen der Bestellgenerierung und dem Eintreffen der Ware im Verteilzentrum oder in der Filiale. Dadurch können Sie den Bestellprozess und zugehörige Ereignisse positionsgenau entlang der Logistikkette überwachen.
Die Abfolge der Termine ergibt sich aus der Transportkette. Dort tauchen Termine mit ihrer Bezeichnung, dem Zeitabstand, jedoch ohne konkretes Datum auf. Das System legt die von der Terminierung berechneten Termine in einer Terminleisteab. In der Terminleiste erscheinen die Termine mit Bezeichnung, Zeitabstand und konkretem Datum. Die Terminleiste erscheint in allen Belegen der saisonalen Beschaffung. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Bearbeitung der Terminleiste .
Mit Hilfe des
SAP Event Managements
können Sie die Einhaltung der Termine im weiteren Verlauf des Geschäftsprozesses im
Bestellmonitoringüberwachen.
Die Terminierung kann an folgenden Stellen durchlaufen werden:
Im Planungsprozess
Das System übernimmt die in der OSPS errechneten Termine bei der Freigabe der Positionen in die Bestellliste. Sollten die in OSPS geplanten Termine im Laufe der Prozessbearbeitung nicht mehr gültig sein (z.B. weil der späteste Bestelltermin überschritten wurde), erfolgt automatisch eine Neuterminierung. In den Bestelltransaktionen werden die Termine pro Bestellposition in einer Terminleiste gespeichert und anschließend an das
SAP Event Management
(
SAP EM
) übergeben. Die Terminierung endet mit dem Präsentationstermin in der Filiale.
In der Bestellabwicklung
Die Terminberechnung erfolgt hier beim manuellen Anlegen. Die Termine werden pro Bestellposition in einer Terminleiste gesichert und anschließend an
SAP EM
übergeben. Die Terminierung endet mit dem Verfügbarkeitstermin im Verteilzentrum.
SAP Event Management
SAP EM
übernimmt die Überwachung der
Isttermineund vergleicht diese mit den errechneten
Sollterminen. Anschließend erzeugt
SAP EM
pro Bestellposition einen
Event-Handlerund überträgt die Statusänderung der Termine zurück an das
SAP ECC
. Dies versetzt Sie in die Lage, die Einhaltung Ihrer Termine positionsgenau zu überwachen.
Kalenderintegration
Die Terminierung verwendet verschiedene Kalender, um die beim Lieferanten gültigen Arbeitstage, Feiertage und Betriebsferien sowie Feiertage im Produktions- oder Transitland bei der Berechnung zu berücksichtigen.
Folgende Tabelle zeigt, welche Kalender und Rhythmen das System zur Ermittlung der aufgelisteten Termine nutzt:
Lieferantenkalender |
Logistikkalender |
Logistikkalender VZ |
Logistikkalender Filiale |
Bestellrhythmus |
Lieferrhythmus |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
Spätester Bestelltermin |
X |
|||||
Bereitstellungstermin |
X |
|||||
Abgangstermin |
X |
|||||
Ankunftstermin |
X |
|||||
Liefertermin VZ & Filiale |
X |
X |
X |
X |
||
Präsentationstermin Filiale |
X |
|||||
Verfügbarkeitstermin VZ |
X |
|||||
Warenausgangstermin VZ & Filiale |
X |
Über folgende BAdIs können Sie die Standardterminierung übersteuern:
BAdI: Änderung Zeitabstandberechnung
Sie können hier Zeitabstände ändern und u.a. eine Vorlagefiliale einfügen, die sich auf den internen Teil der Terminleiste (von VZ zur Filiale) bezieht.
BAdI: Änderung Vorgabe-Zeitabstand bei automatischer Terminverschiebung
Sie können hier einen Zeitabstand einstellen, der sich auf die automatische Terminverschiebung im reagierenden Bestellmonitoring bezieht und denjenigen im Customizing der saisonalen Beschaffung unter übersteuert.
BAdI: Änderung Terminleiste
Sie können hier weitere Termine und ebenfalls weitere Felder in die Terminleiste einfügen sowie Zeitabstände ändern.
Sie finden diese BAdIs im Customizing der saisonalen Beschaffung unter .
Sie haben Folgendes eingestellt:
Artikeldaten
Lieferantendaten
Im Lieferantenstamm haben Sie unter
Terminierung
ein
Terminierungsverfahren
eingestellt. Dazu haben Sie eine der folgenden Optionen ausgewählt:
Saisonal
Die Terminleiste enthält alle Termine der Transportkette.
Planlieferzeit
Die Terminleiste enthält nur folgende Termine:
Spätester Bestelltermin
,
Liefertermin
(diese Termine berechnet das System aus der
Planlieferzeit
im Lieferantenstamm oder im Einkaufsinfosatz) und
Verfügbarkeitstermin
(Letzteren berechnet das System aus der
WE-Bearbeitungszeit
im Artikelstamm).
Saisonal vor Planlieferzeit
Das System v
ersucht eine Terminleiste mit sämtlichen Terminen aus der Transportkette zu generieren. Wenn dies auf Grund eines Fehlers oder wegen fehlender Daten nicht möglich ist, verwendet es eine Terminleiste, die mit dem Terminierungsverfahren
Planlieferzeit
erzeugt wurde.
Bereitstellungszeiten
Diese sind entweder im Einkaufsinfosatz oder im Lieferantenstamm vorhanden.
Transportketten (TK)
Sie haben, ausgehend vom Bild
SAP Easy Access,
unter
Logistik
→
Warenwirtschaft
→ Einkauf → S
aisonale Beschaffung
→ Terminierung →
Transportkette anlegen
die erforderlichen Eingaben vorgenommen
.
Anschließend haben Sie die TK dem Lieferanten oder zur feineren Steuerung dem Artikel (im Einkaufsinfosatz) zugeordnet.Weitere Informationen hierzu finden Sie unter
Bearbeitung von Transportketten
.
Transportzeiten
Sie haben, ausgehend vom Bild
SAP Easy Access,
unter
Logistik
→
Warenwirtschaft
→ Einkauf → S
aisonale Beschaffung
→ Terminierung →
Transportzeit bearbeiten
die Transportzeitentabelle gefüllt
.
Länder und Regionen
Siehe Customizing der saisonalen Beschaffung unter
Kalender (Logistikkalender, Liefer- und Dispositionsrhythmen)
Siehe Customizing der Logistik unter
Siehe Customizing der saisonalen Beschaffung unter
Termine
Wenn über den Auslieferungsumfang des SAP-Systems hinausgehende Termine in der Transportkette verfügbar sein sollen, haben Sie diese im Customizing der saisonalen Beschaffung unter
angelegt
.
Zuordnung eines Incoterm zum Übergabetermin
Weitere Informationen finden Sie unter Steuerung des Übergabetermins über Incoterms .
Aktivitätenprofil
Sie haben dieses im Customizing der saisonalen Beschaffung unter
eingestellt. Wenn Sie Termine mit
SAP EM
überwachen wollen, haben Sie in diesem Profil die Überwachung aktiviert.
Im Auslieferungszustand stellt Ihnen das System die folgenden operativen Terminezur Verfügung:
Spätester
Bestelltermin
Bereitstellungstermin
Abgangstermin
Ankunftstermin
Liefertermin VZ
Verfügbarkeitstermin
(VZ)
Warenausgang VZ
Liefertermin Filiale
Präsentationstermin
(Filiale)
Operative Termine steuern den Warenbewegungsprozess. Sie sind in den Beschaffungsprozess fest integriert und werden von der Terminierung stets automatisch berechnet. Bei Nichterfüllen eines operativen Termins ist der Lieferzeitpunkt gefährdet.
Im Auslieferungszustand stellt Ihnen das System folgenden informativen Termine zur Verfügung; sie nicht prozessrelevant sind, insofern keine operativen Termine davon abhängen und eine Verschiebung keinen Lieferverzug bedingt:
Auftragsbestätigung
Angebotsmuster
Fotomuster
Größenmuster
Kaufmuster
Vorauszeichnung
Lieferavis
Sie können im Customizing (s.o.) weitere operative oder informative Termine definieren, die z.B. weitere Dienstleistungen abbilden.
Die Terminierung kann jeden operativen Termin als Starttermin für die Berechnung der abhängigen Termine verwenden.
Bei einer Terminänderung berechnet die Terminierung alle abhängigen Termine neu.
Das System verwendet, abhängig vom Starttermin, folgende Art der Terminierung:
Vorwärtsterminierung
Wenn der Bestelltermin als Starttermin definiert ist, berechnet das System alle übrigen Termine automatisch durch Vorwärtsterminierung.
Rückwärtsterminierung
Wenn der Liefertermin Filiale, der Präsentationstermin Filiale oder der Liefertermin VZ als Starttermin definiert ist, rechnet das System mittels Rückwärtsterminierung bis zum Bestelltermin.
Vorwärts-/Rückwärtsterminierung
Eine Mischung aus Vorwärts- und Rückwärtsterminierung ergibt sich bei gleichzeitiger Vorgabe mehrerer Starttermine; darüber hinaus auch, wenn Sie einen einzelnen – in der Mitte der Transportkette befindlichen – Termin als Starttermin verwenden.
Das System rechnet immer vom zeitlich spätesten zum vorherigen Starttermin zurück. Anschließend rechnet es von dort zum ersten in der Leiste vorhandenen Termin zurück und anschließend vorwärts vom spätesten Starttermin zum letzten in der Terminleiste vorhandenen Termin.
Die folgende Grafik veranschaulicht diese Logik:
Siehe auch: