Bearbeitung von Transportketten Die Transportkette dient dem System als Vorlage für das Generieren der Terminleiste.
Transportketten sind Stammdaten, die Sie für Termine anlegen und z.B. auf Lieferantenebene zuordnen. Eine Transportkette bildet die Gesamtstrecke zwischen Lieferant und Verteilzentrum (oder Verteilzentrum und Filiale) ab und beschreibt die einzelnen Transportzeiten pro Teilstrecke entlang des Transportweges.
Beispiel
Ein Lieferant transportiert die Ware von seiner Produktionsstätte in China per LKW zum Abgangshafen Shanghai. Dort wird die Ware auf ein Schiff nach Hamburg verladen. Vom Ankunftshafen Hamburg wird die Ware dann wieder per LKW in das Verteilzentrum in Hannover transportiert.
Das System unterscheidet folgende Typen:
Externe Transportketten bilden den Weg vom Lieferanten zum Verteilzentrum ab (bei Streckenabwicklung bis zur Filiale) und unterstützen folgende Versandwege:
Versandwege zum VZ:
Normal
Express
Versandwege zur Filiale:
Strecke (Streckenabwicklung)
Express-Strecke
Interne Transportketten bilden den Weg vom Verteilzentrum zur Filiale ab. Hier sind folgende Versandwege verfügbar:
Normal
Express
Sie können Transportketten auf folgenden Datenhaltungsebenen zuordnen:
Externe Transportketten auf folgenden Ebenen:
im Lieferantenstamm
im Einkaufsinfosatz
Einkaufsinfosatz ohne Betrieb
Einkaufsinfosatz mit Betrieb
Interne Transportketten auf folgenden Ebenen:
im Kreditorenstamm des Verteilzentrums
Lieferbetriebzuordnung des Filialstamms
Die Zuordnung der Transportketten zu einem Einkaufsinfosatz erfolgt in der Transaktion
MM42
(
Artikel ändern
) in der Einkaufssicht unter
Daten je Lieferant/EinkOrg/Betrieb
. Falls der Bereitstellungstermin der Vorgänger zum ersten Streckentermin der hier zugeordneten Transportkette ist, können Sie an gleicher Stelle der Transaktion
MM42
auch die
Bereitstellungszeit
vorgeben.
Bei jeder erstmaligen Terminierung führt das System eine Transportkettenfindung durch, z.B. beim Anlegen einer Bestelllistenposition oder eines Bestellbelegs (auch GBB) der saisonalen Beschaffung. Darüber hinaus erfolgt die Transportkettenfindung, wenn sich folgende Daten ändern:
Lieferant
Verteilzentrum
Filiale
Artikel
Versandweg
Das System verwendet folgende Suchlogik :
Es geht von der detailliertesten Datenebene aus und sucht anschließend weiter in den allgemeineren Ebenen.
Bei externen Transportketten:
Mit der Meldung 487 der Nachrichtenklasse WRF_PRC_SCD (kann im Customizing bearbeitet werden) können Sie steuern, ob die einfache oder die erweiterte Suchlogik benutzt werden soll. Belassen Sie den Nachrichtentyp auf der Standardeinstellung „E“ für Fehler, so wird die einfache Suchlogik benutzt. Durch Setzen auf „W“ (Warnung), „I“ (Information) oder "-" wird die erweiterte Suchlogik benutzt. Bei "-" werden dann allerdings keine Meldungen hierfür protokolliert.
Sie bearbeiten die Meldung in der Transaktion OMRM.
Folgende Suchreihenfolge wird benutzt:
Einkaufsinfosatz mit Betrieb
Einkaufsinfosatz ohne Betrieb
Lieferantenstamm: Einkaufsdaten (Tabelle LFM2)
Lieferantenstamm Einkaufsorganisationsdaten (Tabelle LFM1)
Lieferantenstammsatz
Einfache Suchlogik:
Das System beendet die Suche, sobald es einen Datensatz gefunden hat. Es nutzt die externe Transportkette und die Bereitstellungszeit des gefundenen Datensatzes. Im Falle einer leeren Transportkette gibt es eine Fehlermeldung aus. Somit nutzt es immer die Daten auf der untersten gepflegten Ebene.
Wenn das System im Lieferantenstammsatz keine Transportkette findet, gibt es eine entsprechende Fehlermeldung aus.
Erweiterte Suchlogik:
Das System beendet die Suche, sobald es einen Datensatz mit einer Transportkette gefunden hat. Es nutzt die externe Transportkette und die Bereitstellungszeit des gefundenen Datensatzes. Somit nutzt es immer die Daten auf der untersten Ebene, auf der die Transportkette gepflegt wurde.
Nur wenn das System im Lieferantenstammsatz keine Transportkette findet, gibt es eine entsprechende Fehlermeldung aus.
Beispiel: Folgender Fall soll abgebildet werden: Alle Artikel eines Lieferanten benötigen eine bestimmte Bereitstellung - bis auf einen Ausnahmeartikel, der sofort lieferbar ist. Für diesen Ausnahmeartikel müssten Sie im EK-Infosatz sowohl die Transportkette als auch die Bereitstellungszeit pflegen. Für alle anderen Artikel genügt es, die beiden Daten (Transportkette und Bereitstellungszeit) z.B. im Lieferantenstamm - Einkaufsorganisationsdaten (Tabelle LFM1) zu pflegen.
Bei internen Transportketten:
Zunächst sucht das System in der Lieferbetriebzuordnung des Filialstamms. Falls es zu einer VZ/Filial-Kombination einen warengruppenspezifischen Datensatz gibt, bei dem die Transportkette nicht gepflegt ist, greift es auf den warengruppenunspezifischen Datensatz (zur gleichen VZ-Filial-Kombination) zu. Sollte es kein interne Transportkette finden, sucht es im Kreditorenstamm des Verteilzentrums.
Wenn das System keine Transportkette findet, gibt es eine entsprechende Fehlermeldung aus.
Hinweis
Für geplante Artikel ist keine Transportkettenfindung auf Ebene des Einkaufsinfosatzes möglich, sondern nur auf den Ebenen darüber.
Sie haben, ausgehend vom Bild
SAP Easy Access
, unter
die Transportzeitentabelle mit Werten gefüllt.
Sie haben Teilstreckenkalender und Ankunftskalender als Logistikkalender im Customizing definiert. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Terminierung .
Sie haben im Customizing der saisonalen Beschaffung die erforderlichen Einstellungen vorgenommen. Die Transportkette übernimmt von dort u.a. das Kennzeichen, ob der Termin überwacht werden soll oder nicht.
In den Kopfdaten müssen Sie den
Typ
(extern oder intern) und den
Versandweg
zuordnen. Die Wahl des
Versandwegs
hat Auswirkungen auf die Definition der Teilstrecke in den Positionsdaten.
Zum Versandweg
Normal
und
Express
muss der letzte Termin (in der letzten Zeile Ihrer Transportkette) der folgende sein:
Bei externer Transportkette:
Liefertermin VZ
Bei interner Transportkette:
Liefertermin Filiale
Zum Versandweg
Strecke
und
Express-Strecke
muss der letzte Termin der
Liefertermin Filiale
sein.
Sie können eine Toleranz (in Arbeitstagen) festlegen. Wenn Sie z.B. eine Toleranz von zwei Tagen angeben, hat der Lieferant für den gesamten Transportweg zwei Tage mehr Zeit. Die Toleranz ändert nicht die Solltermine, sondern verzögert die Ausführung von Aktivitäten des Bestellmonitorings (z.B. die Versendung von Mahnungen) um die entsprechende Zeit.
Hier können Sie pro Zeile die einzelnen Teilstrecken definieren, die zum Abbilden Ihres Transportwegs notwendig sind. Für
operative Terminekönnen Sie pro Zeile das Abgangsland (und die -region) sowie das Ankunftsland (und die -region) mit einem
Verkehrsträger
(er benennt das Transportmedium, z.B.
See
) und einem Termin verknüpfen. Die für die Teilstrecke erforderliche Zeitdauer ermittelt das System aus der
Transportzeitentabelle
.
Für informative Terminekönnen Sie nur die Zeitdauer eingeben.
Die Transportkette besteht aus mindestens einer Positionszeile.
Beim Hinzufügen einer Teilstrecke verwendet das System automatisch Ankunftsland, und -region der vorausgehenden Teilstrecke als Abgangsland und -region der neuen Teilstrecke und verwendet als
Vorgängertermin
den Termin der vorherigen Teilstrecke.
Sie legen pro Teilstrecke den Termin fest, den die Terminierung berechnen soll. Zu jedem Termin müssen Sie den Vorgängertermin bestimmen.
Im Falle einer externen Transportkette
Beim Anlegen der ersten Teilstrecke steht als Vorgängertermin der
späteste Bestelltermin
oder der
Bereitstellungstermin
zur Verfügung:
Wenn Sie den Bereitstellungstermin als Vorgängertermin wählen, berechnet die Terminierung zusätzlich zum
Bereitstellungstermin
auch den
spätesten Bestelltermin
.
Wenn Sie den
spätesten Bestelltermin
als Vorgängertermin wählen, berechnet die Terminierung nur den
spätesten Bestelltermin
.
Im Falle einer internen Transportkette
Beim Anlegen der ersten Teilstrecke steht als Vorgängertermin der
Verfügbarkeitstermin
oder der
Warenausgang
VZ
zur Verfügung.
Sie können pro Termin einer Teilstrecke entscheiden, ob Sie diesen in
SAP EM
überwachen
wollen oder nicht. Diese Einstellung dient als Vorschlag beim Anlegen einer Terminleiste und ist dort wieder änderbar.
Kalender
Zu jeder Teilstrecke können Sie einen
Teilstreckenkalender
und einen
Ankunftskalender
angeben. Die Terminierung berücksichtigt diese bei der Berechnung des Termins.
Um die Transaktionen für Transportketten aufzurufen, wählen Sie vom Bild
SAP Easy Access
aus
Transportkette anlegen
(Transaktion
WCHAIN1
)
Transportkette ändern
(Transaktion
WCHAIN2
)
Transportkette anzeigen
(Transaktion
WCHAIN3
)
Um eine Transportkette anzulegen, geben Sie mindestens folgende Daten ein:
Im Kopf:
Transportketten-ID
Versandweg
und
Typ
In den Positionen:
Abgangsland-ID
Abgangsregion-ID
Ankunftsland-ID
Ankunftsregion-ID
Verkehrsträger
Termin
Vorgängertermin
Anschließend geben Sie ggf. weitere Positionszeilen mit den o.g. Daten ein und sichern diese.
Das System prüft Ihre Eingaben auf Konsistenz.