Reagierendes Bestellmonitoring

 

Im Bestellmonitor reagierend bearbeiten Sie Bestellungen auf Positionsebene, deren geplante Mengen oder Termine nicht eingehalten wurden.

Bei konkreten Terminüberschreitungen, z. B. wenn ein fälliger Termin (beispielsweise der Übergabetermin) noch nicht oder verspätet gebucht wurde, können Sie hier auf Positionsebene die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eventuelle Lieferverzögerungen zu verhindern. Sie können alle Aktivitäten manuell ausführen oder vom System entsprechend dem im Customizing angelegten Aktivitätenprofil automatisch ausführen lassen.

Der Bestellmonitor reagierend zeigt nur Bestellungen, zu denen das SAP Event Management (SAP EM) Mengenabweichungen oder Terminüberschreitungen – z. B. weil ein Termin zu spät oder noch nicht gebucht wurde – ermittelt hat.

Sie starten die Workbench-Anwendung vom Bild SAP Easy Access aus unter Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Warenwirtschaft Navigationsschritt Einkauf Navigationsschritt Saisonale Beschaffung Navigationsschritt Bestellabwicklung Navigationsschritt Bestellmonitor reagierend Ende des Navigationspfads (Transaktion WPCTRR).

Integration

SAP EM stellt die ermittelten Einkaufsbelege, auf die Sie reagieren müssen, im Arbeitsvorrat in Ordnern bereit. Beispielsweise werden die Mengenabweichungen im Ordner Unterlieferung abgelegt. Die im ausgelieferten System enthaltenen Ordner finden Sie im Customizing der saisonalen Beschaffung unter Anfang des Navigationspfads Beschaffungsmonitoring Navigationsschritt Bestellmonitoring Navigationsschritt Aktivitätenordner bearbeiten Ende des Navigationspfads. Sie können dort weitere kundeneigene Aktivitätenordner anlegen.

Restmengenabwicklung

Der reagierende Bestellmonitor verwendet den Report RWRF_PCTR_REM_QTY (Bearbeitung von Restmengen für Bestellpositionen) zur Verarbeitung von offenen Bestellmengen. Wenn von geplanten Wareneingangsmengen nur Teilmengen geliefert werden, schreibt das System die Restmengen in die Tabelle WRF_PCTR_REM_QTY. Der Report liest diese und führt Positionen gemäß Aktivitätenprofil aus.

Business Add-Ins
  • Über ein BAdI können Sie die Belegzuordnung für kundeneigene Aktivitätenordner steuern. Sie finden dieses BAdI im Customizing der saisonalen Beschaffung unter Anfang des Navigationspfads Beschaffungsmonitoring Navigationsschritt Bestellmonitoring Navigationsschritt Erweiterungen über Business Add-Ins Navigationsschritt BAdI: Belegzuordnung zu den Aktivitätenordnern Ende des Navigationspfads (WRF_PRCT_X_CAT_PRIO).

  • Über ein BAdI können Sie eine kundeneigene Logik implementieren, wann das System eine Position aus der Restmengentabelle WRF_PCTR_REM_QTY in den Ordner Unterlieferung übernehmen soll. Sie finden dieses BAdI im Customizing der saisonalen Beschaffung unter Anfang des Navigationspfads Beschaffungsmonitoring Navigationsschritt Bestellmonitoring Navigationsschritt Erweiterungen über Business Add-Ins Navigationsschritt BAdI: Änderungen bei Restmengenverarbeitung für Bestellpositionen Ende des Navigationspfads (WRF_PCTR_REM_QTY).

Voraussetzungen

  • Sie setzen SAP EM ein.

  • Sie setzen die Terminierung für die Prozesse der saisonalen Beschaffung ein.

  • Ein Aktivitätenprofil ist vorhanden.

    Sie können bei Normalbestellungen und Fixgeschäften z.B. die Mahnung im Customizing der saisonalen Beschaffung unter Anfang des Navigationspfads Beschaffungsmonitoring Navigationsschritt Bestellmonitoring Navigationsschritt Aktivitätenprofil Ende des Navigationspfads bearbeiten u. a. über folgende Kriterien steuern:

    • Manuelle oder automatische Bearbeitung der Mahnung

    • die Anzahl der Mahnungen vor Stornoandrohung

    • die Anzahl der Mahnungen vor Storno

    • das Kennzeichen für eine Stornoandrohung

Druckausgabe von Mahnungen

Sie haben im Customizing des Einkaufs unter Anfang des Navigationspfads Nachrichten Navigationsschritt Ausgabesteuerung Navigationsschritt Nachrichtenarten Navigationsschritt Nachrichtenarten für die Bestellung festlegen Ende des Navigationspfads für die Nachrichtenart MAHN eine Verarbeitungsroutine eingestellt, die das Medium Druckausgabe, das Programm SAPFWRFMPRINT und die dazu gehörige Formroutine BSC_ENTRY_MAHN verwendet.

Funktionsumfang

Weitere Informationen finden Sie unter Positionsdaten zur Bestellung - Bestellmonitor reagierend (Kurzhilfe).

  • Terminverschiebung

    Sie können für alle operativen und informativen Termine der Terminleiste eine Verschiebung des Soll-Datums oder des Toleranzdatums durchführen; z. B. setzen Sie das Toleranzdatum zum Abgangstermin höher, weil die Zollabwicklung mehr Zeit erfordert.

    Sie können den Terminen in der Terminleiste einen definierten Startpunkt zur Berechnung mitgeben oder die Abstände zwischen zwei Terminen verändern. Sie können Transport-Vorlaufzeiten bearbeiten, die die Transportzeit Ihrer Transportkette beeinflussen.

  • Mahnung

    Sie können Mahnungen erstellen. Zusätzlich zur Mahnungserstellung führt das System eine Terminverschiebung durch. Das Versenden der Mahnung (z. B. per E-Mail) können Sie je Lieferant flexibel gestalten. Ob und wie viele Mahnungen erfolgt sind, zeigt das System in den Positionsdaten an.

    Die Definition des Formulars für die Mahnung und die Zuordnung zu den entsprechenden Lieferanten erfolgt in der Nachrichtensteuerung der Mahnung.

  • Setzen einer Stornoandrohung

    Mittels Stornoandrohung können Sie eine letzte Lieferfrist setzen. Bei erneutem Überschreiten der Lieferfrist führt das System die Stornierung automatisch durch oder schlägt die Bestellung (durch Übertragen in den Ordner Storno) zur Stornierung vor.

  • Erstellen einer Stornomitteilung

    Im Anschluss an eine Stornierung senden Sie dem Lieferanten eine Stornomitteilung. Die Stornomitteilung und die Formularauswahl erfolgt in der Nachrichtensteuerung.

  • Versenden von E-Mails an den Lieferanten

    Sie könne aus dem Arbeitsvorrat heraus E-Mails an den zugehörigen Lieferanten senden.

  • Reagieren auf Mengenabweichungen – offene Bestellmengen

    Das System unterstützt eine manuelle und eine automatische Restmengenabwicklung mit Hilfe des Reports RWRF_PCTR_REM_QTY. Der Report führt pro Beleg, Position und Einteilung Folgendes durch:

    • er vergleicht das Plandatum mit dem Tagesdatum, um festzustellen, ob der Liefertermin überschritten wurde.

    • er vergleicht die bestellte Menge mit der bereits gelieferten Menge, um festzustellen, ob eine Unterlieferung vorliegt.

    • er stellt manuell zu verarbeitende Positionen in den Ordner Unterlieferung. Bei automatischer Positionsverarbeitung führt er die Position direkt aus (Stornieren oder auf Restmenge bestehen).

      Bei der manuellen Bearbeitung der Bestellposition haben Sie folgende Möglichkeiten, mit der offenen Bestellmenge umzugehen:

    • Sie können auf die Restmenge verzichten. Dabei setzt das System das Endlieferkennzeichen und Sie verzichten damit auf die Lieferung der Restmenge. Die Überwachung der Bestellposition endet an dieser Stelle. Das System deaktiviert in SAP EM den entsprechenden Event-Handler.

    • Sie können auf die Lieferung der Restmenge bestehen. Dabei setzt das System das Endlieferkennzeichen und generiert mit Referenz zur ursprünglichen Bestellposition eine neue Position.