FunktionsdokumentationZahlungsanlage: Berücksichtigung eines Sonderrechts im Vertrag

 

Wenn in einem Schaden-/Leistungsfall ein Sonderrecht im Vertrag vorhanden ist und Sie eine Zahlung anlegen möchten, zeigt das System ein Dialogfenster mit einer entsprechenden Hinweismeldung an. Somit soll verhindert werden, dass die Zahlung an einen unberechtigten Zahlungsempfänger erfolgt.

Integration

Diese Funktion ist über das Business Rule Framework plus (BRFplus) realisiert.

SAP liefert im Auslieferungscustomizing im Mandant 000 BRFplus-Regeln aus. Sie können die ausgelieferten Regeln auch als Muster für eigene Regeln im kundeneigenen Namensraum verwenden.

Funktionsumfang

Das System prüft zu bestimmten BRFplus-Funktionen, ob folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Es ist mindestens ein Sonderrecht im Vertragsspiegel vorhanden.

  • Es liegt kein Bagatellschaden vor (d. h. die Komplexität des Falles darf kein Bagatellschaden sein).

Die Prüfung zu den einzelnen Ereignissen läuft folgendermaßen ab:

  • Prüfung zur BRFplus-Funktion ICL_PRIVLGPOL001_FV ('Sonderrecht im Vertrag anlegen')

    Wenn diese BRFplus-Funktion ausgelöst wird, können Sie über einen BRFplus-Ausdruck prüfen, ob beide oben genannten Bedingungen erfüllt sind.

    Wenn der Ausdruck den Wert TRUE zurückliefert (d. h. es sind beide Bedingungen erfüllt), wird eine BRFplus-Aktion ausgeführt, die ein bestimmtes Deckungsbedenken erzeugt.

  • Prüfung zur BRFplus-Funktion ICL_CL003_FV ('Fallkopfdaten (ICLCLAIM) wurden geändert')

    Wenn diese BRFplus-Funktion ausgelöst wird, prüft das System über einen BRFplus-Ausdruck, ob beide oben genannten Bedingungen erfüllt sind.

    Wenn der Ausdruck den Wert TRUE zurückliefert (d. h. es sind beide Bedingungen erfüllt), wird eine BRFplus-Aktion ausgeführt, die ein bestimmtes Deckungsbedenken erzeugt.

Das System erzeugt genau ein Deckungsbedenken. D. h. wenn das System z. B. zur BRFplus-Funktion ICL_PRIVLGPOL001_FV bereits ein Deckungsbedenken erzeugt hat, zur BRFplus-Funktion ICL_CL003_FV aber auch beide Bedingungen erfüllt sind (also theoretisch ein zweites Deckungsbedenken erzeugt werden könnte), erzeugt das System aber kein weiteres Deckungsbedenken mehr.

Sie können das Deckungsbedenken mit einem der folgenden Gründe überstimmen:

  • Zahlung nur an Sonderrechtsinhaber

  • Beliebige Zahlungsanlage möglich

    SAP gibt diese beiden Gründe fest vor.

Daraus ergeben sich drei Szenarien, die folgendes Systemverhalten zur Folge haben:

Szenario

Systemverhalten

Sie überstimmen das Deckungsbedenken nicht.

Wenn Sie eine Zahlung anlegen, zeigt das System ein Dialogfenster mit dem Hinweis 'Keine Ersatzpflicht; Zahlung für Entschädigungen ist nicht möglich'

Solange keine Ersatzpflicht vorliegt, können Sie keine Entschädigungszahlung anlegen. Zahlungen für Kosten können Sie hingegen durchführen.

Sie überstimmen das Deckungsbedenken mit dem Grund 'Zahlung nur an Sonderrechtsinhaber'.

Wenn Sie eine Zahlung anlegen, zeigt das System das Dialogfenster mit dem Hinweis an, dass ein Sonderrecht vorhanden ist.

Sie überstimmen das Deckungsbedenken mit dem Grund 'Beliebige Zahlungsanlage möglich'.

Wenn Sie eine Zahlung anlegen, zeigt das System kein Dialogfenster an.

Sie können aber dennoch die Zahlung an den Sonderrechtsinhaber auszahlen, d. h. der Sonderrechtsinhaber wird in der Eingabehilfe des Zahlungsempfängers angeboten. Das System weist Sie aber nicht darauf hin, dass ein Sonderrecht vorhanden ist.

Wenn Sie in der Fallbearbeitung eine Zahlung anlegen, prüft das System über die BRFplus-Funktion ICL_F0022_FV (Prüfungen bei Zahlungsanlage zum Zeitpunkt FCODE), ob das zweite oder das dritte Szenario zutrifft.

Das Systemverhalten beim ersten Szenario ist wie immer beim Vorhandensein eines nicht überstimmten Deckungsbedenkens.

Wenn das zweite Szenario zutrifft, zeigt das System ein Dialogfenster mit einer Hinweismeldung an. In dieser Meldung wird darauf hingewiesen, dass ein Sonderrecht vorhanden ist und dass Sie einen Zahlungsempfänger auswählen sollen, der gemäß dem Sonderrecht empfangsberechtigt ist.

Der Hinweis soll verhindern, dass Sie eine Zahlung statt an den Sonderrechtsinhaber an einen unberechtigten Zahlungsempfänger (z.B. den Versicherungsnehmer) leisten. Es ist Ihnen nun frei gestellt, ob Sie die Zahlung tatsächlich an den Sonderrechtsinhaber auszahlen.

Aktivitäten

Um die Zahlung an den Sonderrechtsinhaber auszuzahlen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie in der Zahlung über die Eingabehilfe des Zahlungsempfängers den Sonderrechtsinhaber aus.

  2. Geben Sie die weiteren Daten zur Zahlung ein.

  3. Sichern Sie die Daten.

Wenn Sie nun möchten, dass die Hinweismeldung in Zukunft nicht mehr angezeigt wird (solange kein neues Sonderrecht (im Vertrag oder im Fall) erzeugt wird), gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie auf Fallkopfebene die Registerkarte Deckungsbedenken.

  2. Überstimmen Sie das Deckungsbedenken, das durch das Sonderrecht im Vertrag erzeugt wurde, mit dem Grund 'Beliebige Zahlungsanlage möglich'.