Defense Forces & Public Security

Einsatzmöglichkeiten

Aus dem spezifischen Auftrags- und Aufgabencharakter von Streitkräften, Polizei- und Hilfsorganisationen ergibt sich die Anforderung, aus ihrem jeweiligen Grundbetrieb heraus Einsätze und Übungen mittels mehrstufiger, autarkiefähiger Systemarchitektur

  • flexibel planen und durchführen zu können (Planung, Verlegung von Kontingenten, Durchführung, Rückverlegung von Kontingenten)

  • begleitende oder nachfolgende betriebswirtschaftliche Prozesse anstoßen und steuern zu können (z.B. Bestellungen, Instandhaltungsmaßnahmen, Budgetierungen)

  • Folgeprozesse aufgrund von organisatorischen Änderungen automatisch bzw. automatisiert anstoßen und durchführen zu können

Die Komponente Defense Forces & Public Security (DFPS) ergänzt dazu die Standardfunktionen des SAP -Systems und erfüllt so umfassend die genannte Anforderung mit Funktionen zu folgenden betriebswirtschaftlichen Aufgaben und Prozessen :

Darüber hinaus enthält die Komponente zusätzliche Funktionen zum Betrieb einer verteilten Systemlandschaft.

Die besonderen Stärken dieser Komponente sind:

  • durchgängige Abbildung der organisatorischen Strukturen für Grundbetrieb, Einsätze und Übungen

  • geschlossene Prozessketten von der Planung über die Umsetzung und Durchführung bis hin zum Abschluss von Einsätzen und Übungen

  • Bereitstellung von Information und Auswertungsmöglichkeiten

  • Integration personeller und materieller Vorgaben und Ressourcenbewirtschaftung

  • Organisatorische Flexibilität im laufenden Betrieb: Änderungen an organisatorischen Strukturen sowie der Ressourcenbedarfe werden unmittelbar in den nachgeordneten Prozessen berücksichtigt und umgesetzt.

  • Autarkiefähigkeit (Funktionsfähigkeit bei vorübergehender Unterbrechung der Kommunikationsverbindung zwischen beteiligten Systemen) einzelner organisatorischer Einheiten mittels einer dezentralen Systemarchitektur, die auch die Anbindung der mobilen Anwendungen vorsieht

    Hinweis Hinweis

    Spezifische mobile Anwendungen für Streitkräfte, Polizei- und Hilfsorganisationen stehen mit der separat ausgelieferten Komponente SAP Mobile Defense & Security zur Verfügung.

    Ende des Hinweises
  • Integration in die Standardprozesse des SAP-Systems (Rechnungswesen, Personalwirtschaft, Logistik etc.)

  • komponentenspezifische Workflows sowie Objektstatus- und Berechtigungsverwaltung

  • neue Objekttypen zur spezifischen Abbildung betriebswirtschaftlicher Elemente von Streitkräften, Polizei- und Hilfsorganisationen

  • Benutzungsoberflächen, die dem Benutzer alle relevanten Funktionen integriert zur Verfügung stellen

Einführungshinweise

Um die Komponente Defense Forces & Public Security im vollem Umfang nutzen zu können, müssen Sie

  • die erforderlichen Business Functions aktiviert haben:

    • Defense Forces & Public Security (EA-DFP)

      Mit dieser Business Function aktivieren Sie die Funktionen der Komponente Defense Forces & Public Security .

      Für diese Business Function stehen folgende BC-Sets zur Verfügung:

      • BC-Set EA-DFPS-MENU zur Erweiterung des SAP -Menüs um komponentenspezifische Einträge

      • BC-Set EA-DFPS-AKH zur Erweiterung der Anwendungskomponentenhierarchie um komponentenspezifische Einträge

      • BC-Set EA-DFPS- IMG zur Erweiterung des Einführungsleitfadens ( IMG ) um komponentenspezifische Einträge

      • BC-Set EA-DFPS-CIF zu Erweiterungen für das Core Interface (CIF) zur Nutzung der Komponente Advanced Planning and Optimization ( APO )

    • Discrete Industries – Mill Products (DIMP_SDUD) aus dem Business Function Set Discrete Industries – Mill Products (DIMP)

    • Human Capital Management (EA-HR)

    • Financial Extension (EA-FIN)

    • PLM Extension (EA- PLM )

    • SCM Extension (EA- SCM )

    • Public Services (EA-PS)

  • die Customizing-Einstellungen im Einführungsleitfaden ( IMG ) unter Verteidigungskräfte & Öffentliche Sicherheit vornehmen

  • die im Folgenden genannten SAP -Komponenten im Einsatz haben

Integration

Die Komponente Defense Forces & Public Security steht in vielfachen Integrationsbeziehungen zu anderen Komponenten des SAP -Systems. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Komponenten , die Sie benötigen, um die Komponente Defense Forces & Public Security im vollem Umfang nutzen zu können. In den einzelnen Abschnitten dieser Dokumentation wird auf die jeweiligen Integrationsbeziehungen genauer hingewiesen.

SAPERP Central Component (SAP ECC)

Vor allem folgende Komponenten der SAP ECC werden benötigt:

  • Personalwirtschaft

    Die flexible Abbildung der organisatorischen Strukturen und personellen Besetzung von Streitkräften, Polizei- und Hilfsorganisationen erfolgt mit Unterstützung der Komponenten

    • Organisationsmanagement (PA-OS)

    • Personaladministration (PA-PA)

  • Logistik

    Die Durchführung von logistischen Prozessen stützt sich u.a. auf die standardmäßigen Funktionen der folgenden Komponenten:

    • Materialwirtschaft (MM)

    • Lagerverwaltung (LE-WM)

    • Chargenverwaltung (LO-BM)

    • Instandhaltung (PM)

    • Projektsystem (PS)

      Zusätzlich werden folgende Komponenten genutzt:

    • Product Lifecycle Management ( PLM )

      Die Funktionen der PLM Produktdatenverteilung werden für die Verteilung von Daten zwischen den an der mehrstufigen Systemlandschaft beteiligten Systemen verwendet.

    • Integriertes Produkt- und Prozess-Engineering (LO-MD- PPE )

      Mit Hilfe neuer iPPE-Knoten, -Varianten und -Beziehungen werden durchgängige, prozessübergreifende Objekte für die Planung der Materialbewirtschaftung abgebildet (für Prozesse der Streitkräfteplanung, Beschaffung, Organisation, Logistik etc.).

  • Rechnungswesen

    Die betriebswirtschaftlichen Prozesse können mit Funktionen des Rechnungswesens , vor allem denen der folgenden Komponenten, integriert werden:

    • Controlling (CO)

    • Haushaltsmanagement (PSM-FM)

    • Flexibles Immobilienmanagement (RE-FX)

  • Anwendungsübergreifende Komponenten

    Darüber hinaus kommen folgende Komponenten zum Einsatz

    • Dokumentenverwaltung (CA-DMS)

      Die Anbindung von Dokumenten an komponenteneigene Objekte erfolgt mit Hilfe der Dokumentenverwaltung.

    • Data Retention Tool (CA-GTF-DRT)

      Zur Datenarchivierung verwenden Sie DART-Funktionen.

    • Zeitzonen (CA-GTF-TIM)

SAP NetWeaver

Vor allem folgende Komponenten von SAP NetWeaver werden benötigt:

  • Basis

    • Computing Center Management System (BC-CCM)

      Zur Überwachung der an der verteilten Systemlandschaft beteiligten Systeme verwenden Sie Werkzeuge des CCMS.

    • Benutzer- und Berechtigungsverwaltung (BC-SC-USR)

      Die Versorgung der an der verteilten Systemlandschaft beteiligten Systeme mit den benötigten Benutzern und Berechtigungen stützt sich auf Werkzeuge der standardmäßigen Benutzer- und Berechtigungsverwaltung .

    • Case Management (BC- SRV -CM)

      Funktionen des Case Management unterstützen die Durchführung von Genehmigungsprozessen zur Abbildung von organisatorischen Strukturen einschließlich der Ressourcenplanung.

    • Business Workflow (BC-BMT-WFM)

      Zur Unterstützung von Prozessen, an denen mehrere Bearbeiter beteiligt sind und ggf. Genehmigungsschritte durchzuführen oder Informationen zu versenden sind, können entsprechende Workflows angestoßen werden.

    • Application Link Enabling (BC-MID- ALE )

      ALE -Funktionen werden für die Verteilung von Daten zwischen den an der mehrstufigen Systemlandschaft beteiligten Systemen verwendet.

    • Archive Development Kit (BC-CCM-ADK)

      Zur Datenarchivierung verwenden Sie die Funktionen des Archive Development Kit (ADK).

    • Interactive Forms based in Adobe Software (BC- SRV -FP)

      Sie verwenden den Form Builder zur Erstellung von Formularen.

    • Exchange Infrastructure (BC-XI)

      Sie können in einer verteilten Systemlandschaft die Synchronistation zwischen beteiligten Systemen mit Hilfe der SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) durchführen.

  • Service

    Der Solution Manager (SV- SMG ) kommt neben seinen sonstigen Aufgaben vor allem beim Auf- und Abbau von Systemen der dezentralen Systemlandschaft zum Einsatz.

  • SAP Business Information Warehouse

    Sie verwenden die Funktionen des SAP BW, um mit dem ausgelieferten oder kundeneigenen Business Content für Defense Forces & Public Security zu arbeiten.

Weitere Komponenten

Darüber hinaus werden folgende Komponenten benötigt:

  • SAP Supply Chain Management (SAP SCM)

    • SAP Advanced Planning and Optimization (SAP APO )

      Zur Integration des Strukturelementes in Planungsprozesse des Supply Chain Management kommen Funktionen des SAP APO zum Einsatz.

    • SAP Event Management (SAP EM)

      Funktionen zum Supply Chain Event Management (SCEM) verwenden Sie zur Überwachung von Materialbewegungen bzw. Transporten.

  • SAP for Aerospace & Defense

    Im Bereich Unterstützung des Flugbetriebs werden Funktionen der Lösung SAP for Aerospace & Defense genutzt.

  • SAP Mobile Defense & Security (SAP MDS)

    Über diese Lösung stehen zahlreiche mobile Anwendungen für Streitkräfte, Polizei- und Hilfsorganisationen v.a. in den Bereichen Materialwirtschaft und Instandhaltung zur Verfügung, mit denen betriebswirtschaftliche Daten auch bei vorübergehender Kommunikationsunterbrechung zum SAP -System über mobile Endgeräte angezeigt oder bearbeitet werden können.

    SAP Mobile Defense & Security setzt u.a. den Einsatz der SAP Mobile Infrastructure voraus.

  • SAP Military Data Exchange (SAP MDE)

    Dieses separat ausgelieferte Add-On umfasst streitkräftespezifische Funktionen, die aus exportrechtlichen Gründen als separate Software-Komponente zur Verfügung gestellt werden.

  • Business Content Add-On (BI Content)

    Über dieses Add-On stehen zahlreiche Reporting- und Analysewerkzeuge für die Komponente Defense Forces & Public Security zur Verfügung.

  • SAP Emissions Management (SAP xEM)

    Funktionen des SAP xEM verwenden Sie zur Planung, Verwaltung und Überwachung von Anlagen.

Weitere Informationen zu den genannten Komponenten finden Sie in der jeweiligen Dokumentation in der SAP -Bibliothek.