Schichten

Verwendung

Der Stichprobenraum einer Stichprobeninventur umfaßt in der Regel sehr viele Bestandseinheiten mit sehr unterschiedlichen Werten. Je größer die Spanne zwischen kleinstem und größtem Wert ist, desto mehr Bestandseinheiten müssen gezählt werden, um zu statistisch sicheren Aussagen zu kommen.

Um die Zahl der notwendigen Zählungen zu reduzieren, erfolgen die Zufallsauswahl und die Hochrechnung jeweils in einzelnen Schichten. Die Bildung der Schichteinteilung erfolgt auf Basis der Klasseneinteilung; einzelne aufeinanderfolgende Klassen werden zu Schichten zusammengefaßt.

Achtung Achtung

Nur mit einer optimalen Schichteinteilung haben Sie die Gewähr für eine erfolgreiche Stichprobeninventur.

Ende der Warnung.

Das System gibt bei der Schichteinteilung eine Warnmeldung ( M7 641 ) aus, wenn die letzte Schicht des Stichprobenraumes zu einer Vollerhebungsschicht wird und so keine Nacherhebung mehr möglich wäre. Im Langtext der Meldung wird beschrieben, was Sie tun müssen, um dies zu vermeiden.

Funktionsumfang

Zur Schichteinteilung werden zwei Parameter vorgegeben:

  • ein Variationsintervall

Dieses Intervall bestimmt, in welchen Grenzen die optimale Schichteinteilung vermutet wird.

  • der Mindeststichprobenumfang

Der Mindeststichprobenumfang legt fest, wie viele Elemente in einer Schicht mindestens gezählt werden sollen, falls die Schicht so viele Elemente hat.

Bei der Schichteinteilung stellt das System folgende Ermittlungen an:

  • die Schichteinteilung für jede Schichtanzahl innerhalb des Variationsintervalls

  • die Anzahl der zu zählenden Elemente pro Schicht

  • die optimale der gebildeten Schichteinteilungen

Liegt die optimale Schichteinteilung auf einer Grenze des Variationsintervalls, so empfiehlt es sich, das Variationsintervall über diese Grenze hinaus zu verschieben; das macht das folgende Beispiel deutlich:

Beispiel 1

Die optimale Schichteinteilung einer Stichprobeninventur wird zwischen 5 und 10 Schichten vermutet, liegt aber tatsächlich bei 12 Schichten. Als Variationsgrenzen werden also 5 und 10 Schichten eingegeben. Beim Bilden der Schicheinteilung ermittelt das System die Schichteinteilung mit 10 Schichten als optimal. Erst nach Änderung der Variationsgrenzen (z.B. 10 bis 15) kann das System bei erneutem Bilden der Schichteinteilung 12 Schichten als optimal ermitteln.

Berechnung einer Schichteinteilung

Das System errechnet die Schichteinteilung mit dem Verfahren nach Dalenius-Hodges; dazu sind folgende Informationen notwendig:

  • Wieviel Elemente sind in einer Klasse enthalten?

  • Wieviel Schichten sollen gebildet werden?

Die Berechnung verläuft folgendermaßen:

Pro Klasse wird die Anzahl der Elemente ermittelt und aus dieser die Quadratwurzel gebildet. Anschließend werden die Quadratwurzeln summiert. Der Quotient aus dieser Summe und der Anzahl der Schichten ergibt die Richtzahl für die Schichtgrenze.

Die Quadratwurzeln der einzelnen Klassen werden nun der Reihe nach solange summiert, bis die Summe gleich der Richtzahl ist oder darüber liegt. Alle Klassen einschließlich der, bei der die Richtzahl erreicht wird, werden zur ersten Schicht zusammengefaßt. Von der nächsten Klasse an werden dann erneut die Quadratwurzeln so lange summiert, bis die Richtzahl erreicht ist. So erhält man die zweite Schicht. Durch sukzessives Fortsetzen erhält man sämtliche Schichten. Das folgende Beispiel macht die Berechnungen deutlich.

Beispiel 2

Für eine Stichprobeninventur ist die Wertobergrenze 500 DM und die Klassenweite 50 (die Klassenweite ist in diesem Beispiel der Einfachheit halber auf 50 gesetzt worden; bei der Durchführung einer Stichprobeninventur mit der Wertobergrenze von 500 würde die Klassenweite automatisch auf 1 gesetzt; siehe auch Klasseneinteilung ). Die nachfolgende Tabelle zeigt die Verteilung der Bestandseinheiten auf die Klassen.

Klassennummer

Wert

Anzahl der Elemente

Quadratwurzel

der Anzahl

1

0 - 50 DM

3600

60

2

50,01 - 100 DM

2500

50

3

100,01 - 150 DM

^ 1936

43

4

150,01 - 200 DM

961

31

5

200,01 - 250 DM

786

28

6

250,01 - 300 DM

625

25

7

300,01 - 350 DM

441

21

8

350,01 - 400 DM

361

19

9

400,01 - 450 DM

144

13

10

450,01 - 500 DM

^ 100

10

10 Klassen

 

11454

300

Nun werden die Schichteinteilungen berechnet.

Für drei Schichten ergibt sich eine Richtzahl von 300 :3 = 100. Die Summen der Quadratwurzeln sind 60, 110, 153 usw. Da 110 als erste Summe die Richtzahl überschreitet, werden die Klassen 1 und 2 zur ersten Schicht zusammengefaßt. Nun werden die Quadratwurzeln von der Klasse 3 ab summiert; die Summen lauten 43, 74, 102, 127 usw. Da 102 als erste Summe die Richtzahl erreicht, bilden die Klasse 3,4 und 5 die zweite Schicht. Die Klassen 6 bis 10 bilden die dritte Schicht.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Berechnung der Schichteinteilung für 3 bis 6 Schichten.

Klasse

Quadratwurzeln

Anzahl der Schichten (3)

4

5

6

1

60

60

60

60

60

2

50

110

110

50

50

3

43

43

43

93

43

4

31

74

74

31

74

5

28

102

102

59

28

6

25

25

25

84

53

7

21

46

46

21

21

8

19

65

65

40

40

9

13

78

78

53

53

10

10

88

10

63

10

           
 

300

300:3

300:4

300:5

300:6

 

Richtzahl

=100

=75

=60

=50

Bei drei Schichten würden zum Beispiel die Klassen 1 und 2 die erste Schicht bilden, die Klassen 3,4,5 die zweite Schicht und die Klassen 6 bis 10 die dritte Schicht.

Es kann durchaus vorkommen, daß bei einer Anzahl von Schichten tatsächlich weniger Schichten gebildet werden; dieser Fall tritt in der vorhergehenden Tabelle für 5 Schichten auf.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Klassen zu einer Schicht zusammengefaßt werden, wie groß die Wertstreuung und die Anzahl der Elemente in jeder Schicht ist.

Schichtenanzahl:

3

4

5

6

1. Schicht

       

Klassen

1,2

1,2

1

1

Wertspanne

100

100

50

50

Anzahl Elemente

6100

6100

3600

3600

2. Schicht

       

Klassen

3,4,5

3,4,5

2,3

2

Wertspanne

150

150

100

50

Anzahl Elemente

3683

3683

4436

2500

3. Schicht

       

Klassen

6 - 10

6 - 9

4,5,6

3,4

Wertspanne

250

200

150

100

Anzahl Elemente

1671

1571

2372

2897

4. Schicht

       

Klassen

- - - -

10

7 - 10

5,6

Wertspanne

- - - -

50

200

100

Anzahl Elemente

- - - -

100

1046

1411

5. Schicht

       

Klassen

- - - -

- - - -

- - - -

7,8,9

Wertspanne

- - - -

- - - -

- - - -

150

Anzahl Elemente

- - - -

- - - -

- - - -

946

6. Schicht

       

Klassen

- - - -

- - - -

- - - -

10

Wertspanne

- - - -

- - - -

- - - -

50

Anzahl Elemente

- - - -

- - - -

- - - -

100

Die vorhergehende Tabelle macht deutlich, daß bei kleiner Schichtanzahl hohe Wertspannen in einzelnen Schichten entstehen. Das hat zur Folge, das relativ viele Bestandseinheiten gezählt werden müßten, um statistisch sichere Aussagen über diese Schicht zu erhalten. Mit steigender Schichtanzahl verringern sich die Wertspannen; es entstehen Schichten mit Elementen, die wertmäßig "nahe" beieinanderliegen.

Optimale Schichteinteilung

Das System führt die Berechnung der Schichteinteilung für jede im Variationsintervall liegende Schichtanzahl durch. Für die Schichteinteilungen gilt:

  • Wenn die Anzahl der Schichten klein ist, so sind große Wertspannen in den Schichten, und es müssen relativ viele Elemente gezählt werden.

  • Wenn die Schichtanzahl groß ist, so sind relativ wenige Elemente in jeder Schicht. So kann es sein, daß wegen des eingestellten Mindeststichprobenumfangs alle Elemente der Schicht gezählt werden müssen.

Unter den gebildeten Schichteinteilungen gibt es eine, bei der insgesamt möglichst wenige Bestandseinheiten gezählt werden müssen. Diese ist die optimale Schichteinteilung der Stichprobeninventur.

Die optimale Schichteinteilung kann durchaus Schichten enthalten, die weniger Elemente als der Mindeststichprobenumfang enthält; in solchen Schichten müssen dann alle Elemente gezählt werden.

Achtung Achtung

Die ermittelte optimale Schichteinteilung ist die beste der Schichteinteilungen, die gemäß dem Variationsintervall gebildet werden. Ist die Anzahl der Schichten bei der optimalen Schichteinteilung gleich der unteren oder oberen Variationsgrenze, so kann es außerhalb des Variationsintervalls eine noch bessere Schichteinteilung geben. Daher sollte in diesem Fall das Variationsintervall verschoben und die Schichteinteilung erneut gebildet werden (vergleiche Beispiel 1 in diesem Abschnitt).

Ende der Warnung.

Aktivitäten

Wie kann ich eine optimale Schichteinteilung erreichen?

Mit Anfang des Navigationspfads Springen Navigationsschritt Liste Navigationsschritt Schichteinteilung Navigationsschritt Optimale Variante Ende des Navigationspfads können Sie kontrollieren, wie viele Elemente pro Schicht vom System ausgewählt wurden.

Grundsätzlich sollten in jeder Schicht mindestens 30 Elemente vorhanden sein, da nur dann die Auswahl der statistischen Normalverteilung entspricht. Die Hochrechnung zur Stichprobeninventur basiert auf einer Mittelwertschätzung. Voraussetzung dafür ist, daß pro Schicht die Mittelwerte möglicher Stichproben eine Normalverteilung bilden. Daß dies der Fall ist, wird ab 30 Elementen sehr wahrscheinlich. Folglich erwartet das System eine Eingabe gleich oder größer 30 Elementen.

Für eine sinnvolle optimale Schichteinteilung sollten bei der Zufallsauswahl in den hinteren Schichten (in jedem Fall in der letzten Schicht) maximal 25 bis 30 % der Bestandseinheiten einer Schicht selektiert worden sein.

Beispiel Beispiel

Wenn sich in der letzten Stichprobenschicht 100 Elemente befinden, dann sollten davon maximal 25 bis 30 Elemente zur Zählung vorgeschlagen werden.

In der obigen Tabelle Klassen, Wertspanne und Anzahl der Elemente pro Schicht befinden sich in der letzten Stichprobenschicht 100 Elemente. Davon sollten maximal 25 bis 30 Elemente zur Zählung vorgeschlagen werden.

Ende des Beispiels.

Wenn dieses Kriterium nicht erfüllt ist, sollten Sie mit Anfang des Navigationspfads Springen Navigationsschritt Parameter Ende des Navigationspfads die Wertobergrenze des Stichprobenraumes verringern. Anschließend müssen Sie die Lagergesamtheit neu bilden und eine neue Schichteinteilung durchführen. Dadurch bildet das System mit Bezug auf die neue Wertobergrenze die Schichten neu.

Erst wenn das Kriterium der optimalen Schichteinteilung erreicht ist, sollten Sie die Zufallsauswahl starten.