Klasseneinteilung

Der Stichprobenraum einer Stichprobeninventur umfaßt in der Regel sehr viele Bestandseinheiten mit sehr unterschiedlichen Werten. Je größer die Spanne zwischen kleinstem und größtem Wert ist, desto mehr Bestandseinheiten müssen gezählt werden, um zu statistisch sicheren Aussagen zu kommen.

Um die Zahl der notwendigen Zählungen zu reduzieren, zerlegt das System den Stichprobenraum deshalb so in Klassen, daß die Elemente einer Klasse "annähernd" gleichen Wert haben. Über die Klasseneinteilung kann das System später Schichten bilden, in denen dann jeweils die Zufallsauswahl und Hochrechnung gesondert durchgeführt werden.

Eine Klasse ist also die Menge der Bestandseinheiten eines Stichprobenraumes, die in einem bestimmten Wertintervall liegen. Alle Intervalle (eventuell mit Ausnahme des letzten) sind gleich groß, enthalten aber im allgemeinen unterschiedlich viele Bestandseinheiten.

Die Klasseneinteilung des Stichprobenraums erfolgt automatisch beim Bilden der Lagergesamtheit, und zwar auf Basis der eingestellten Parameter. Das System versucht, 1000 Klassen zu bilden. Es errechnet die Klassenweite aus der eingestellten Wertobergrenze:

Klassenweite = Wertobergrenze :1000, aufgerundet auf die nächste ganze Zahl.

Auf Basis der Klassenweite werden dann solange Klassen gebildet, bis die Wertobergrenze erreicht ist. Durch das Aufrunden entstehen in der Regel weniger als 1000 Klassen. Die letzte Klasse endet mit der Wertobergrenze.

Beispiel Beispiel

Wertobergrenze: 12430 Klassenweite: 12430 :1000 = 12,43 --> 13

Ende des Beispiels.

Klasseneinteilung

Klasse

von

bis

1

0,01

13

2

13,01

26

3

26,01

39

923

11986,01

11999

956

12415,01

12428

957

12428,01

12430

Die Wertobergrenze bestimmt, daß Bestandseinheiten mit einem größeren Wert dem Vollerhebungsraum zugeordnet werden; aus diesem Grund werden nur 957 Klassen gebildet. Existieren nur wenige Elemente in den Klassen nahe unter 957, so kann es sinnvoll sein, die Wertobergrenze niedriger festzusetzen, um so eine geringere Klassenweite zu erhalten. Sind z.B. nur wenige Elemente in den Klassen 924 bis 957, so kann die Wertobergrenze auf 11999 gesetzt werden. Die Elemente ab Klasse 924 kämen dann in den Vollerhebungsraum, was zunächst den Zählaufwand erhöhen würde. Durch die feinere Klasseneinteilung könnten aber eventuell günstigere Schichten gebildet werden, für die weniger Zählungen erforderlich sind.