
Der ABAP-Stack von SAP NetWeaver bietet ein API für die technische Empfängerermittlung (TRD-API), mit dem Entwickler von Web-Service-Consumer-Anwendungen Consumer-Proxys zur Laufzeit dynamisch instanziieren können.
Die technische Empfängerermittlung ist nur relevant für Kommunikationsszenarios, die entweder auf dem Web-Service-Protokoll oder dem Message-Protokoll XI 3.0 basieren und in denen die Consumer-Anwendung Service-Gruppen verwendet.
Für das Instanziieren von Consumer-Proxys kann das TDR-API Folgendes verwenden:
Service-Gruppen
Entwickler können Service-Gruppen für die Suche nach Empfängern eines Web-Service-Aufrufs verwenden. Falls Routing unterstützt wird, kann eine Service-Gruppe für mehrere Provider-Anwendungen konfiguriert werden.
Geschäftsanwendungs-IDs
Eine Provider-Anwendung kann die eindeutig identifizierbare Geschäftsanwendungs-ID einer Consumer-Anwendung für das Identifizieren dieser Anwendung verwenden und für das Instanziieren eines Consumer-Proxy mit einem logischen Port, der auf die aufrufende Consumer-Anwendung zeigt.
Consumer-Proxys, die mit Hilfe des TRD-API instanziiert worden sind, können für die Web-Service-Laufzeit und XI-Laufzeit konfiguriert werden. Wenn die Consumer- und die Provider-Anwendung keine Funktionen verwenden, die von beiden Laufzeitumgebungen nicht unterstützt werden, kann der Consumer wählen, welche verwendet werden soll.
Entwickler und Systemadministratoren arbeiten in der Regel mit dem API für technische Empfängerermittlung auf die folgende Weise:
Entwickler einer Consumer-Anwendung
Legen Sie ein neues Outbound-Proxy (oder verwenden Sie ein vorhandenes) für das Konsumieren der Inbound-Interfaces an.
Legen Sie Service-Gruppen an, die die Proxys enthalten.
Verwenden Sie zur Laufzeit das Service-Gruppen-API für das Instanziieren der Consumer-Proxys.
Verwenden Sie das Provider-ID-API für den Transfer Ihrer eigenen Geschäftsanwendungs-ID zu einer Provider-Anwendung, um eine asynchrone Response zu erhalten.
Entwickler einer Provider-Anwendung
Wenn eine Provider-Anwendung das asynchrone Request-Response-Muster unterstützt, können Sie das Service-Gruppen-API für das Instanziieren von Consumer-Proxys mit Hilfe der Geschäftsanwendungs-ID der Consumer-Anwendung verwenden.
Administrator einer Consumer-Anwendung
Konfigurieren Sie eine Systemverbindung, welche die Daten enthält, die für den Zugriff auf das Provider-System erforderlich sind.
Das Konfigurations-Framework versucht automatisch, den Namen und die ID der Geschäftsanwendung der Provider-Anwendung aus der Services Registry abzurufen. Falls dieser Versuch fehlschlägt, müssen Sie die Verbindung manuell konfigurieren.
Anschließend können Sie den Anwendungen im Provider-System Service-Gruppen zuweisen.
Sie können das IX-Protokoll oder das Web-Service-Protokoll verwenden. Das Konfigurations-Framework versucht automatisch, die erforderlichen logischen Ports anzulegen. Falls dieser Versuch fehlschlägt, müssen Sie die fehlenden logischen Ports manuell konfigurieren.
Administrator einer Provider-Anwendung
Richten Sie den Business-Systemnamen Ihres Systems ein. (Der Business-Systemname kann aus dem System Landscape Directory abgerufen werden, wenn dort einer verfügbar ist.) Sie können auch den Organisationsnamen beibehalten, was die Auswahl Ihrer Provider-Anwendung für den Administrator der Consumer-Anwendung erleichtert.
Pflegen Sie anschließend das Service-Binding, entweder für sich alleine oder als Teil der Geschäftsszenariokommunikation. Wenn die Service-Definitionen publiziert werden, werden sie automatisch klassifiziert.