
Die logische Empfängerermittlung bietet Informationen über Provider-Systeme, anhand derer eine Consumer-Anwendung entscheiden kann, an welches Provider-System ein Aufruf geschickt werden soll. Solche Informationen sind wichtig, wenn Aufrufe an mehr als ein Provider-System geschickt werden müssen. Bei unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen werden Aufrufe oft zwischen Consumer-Anwendungen auf verschiedenen Systemen in einer Systemlandschaft verteilt. Zum Beispiel kann es erforderlich sein, einen Kundenauftrag an mehrere Produktionsstätten zu senden, bevor er abgeschlossen werden kann.
Die logische Empfängerermittlung und die technische Empfängerermittlung können parallel verwendet werden, um weiterreichende Informationen darüber zu liefern, welches System benutzt wird. Die logische Empfängerermittlung kann Geschäftsinformationen über Services bereitstellen. Dazu zählen beispielsweise länderspezifische gesetzliche Vorschriften. Die technische Empfängerermittlung liefert hingegen keine betriebswirtschaftlichen Informationen zu einem System.

Die Abbildung zeigt drei Provider-Systeme und ein Consumer-System mitsamt einigen seiner Komponenten. Die Provider-Systeme sind an unterschiedliche länderspezifische Anforderungen angepasst. Die Consumer-Anwendung kann einen von mehreren Services, den gleichen Service in unterschiedlichen Provider-Systemen aufrufen. Dabei nutzt die Consumer-Anwendung die logische Empfängerermittlung, um den geeigneten Empfänger zu bestimmen, an den der Aufruf geschickt werden soll.
Bei der logischen Empfängerermittlung werden Routing-Regeln verwendet, um das Provider-System zu bestimmen, an das der Aufruf erfolgen soll. In der Abbildung beispielsweise wird ein Aufruf für Verkaufsorganisation 01 und Land USA an Provider-System 1 gesendet, ein Aufruf für Verkaufsorganisation 02 und Frankreich hingegen an Provider-System 3.
Ohne logische Empfängerermittlung verwendet eine Anwendung ein Consumer-Proxy zur Kommunikation mit einem Provider-System. Hier entscheidet die Anwendung selbst, welche Consumer-Proxys benötigt werden. Bei der logischen Empfängerermittlung verwendet die Anwendung die Service-Gruppe, um zu entscheiden, welche Consumer-Proxys benötigt werden. Die logische Empfängerermittlung ersetzt das Consumer-Proxy nicht.