Show TOC Anfang des Inhaltsbereichs

Hintergrunddokumentation Transport Management System - Konzept  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Mit dem Transport Management System (TMS) modellieren und verwalten Sie Ihre Systemlandschaft. Es stellt Ihnen Werkzeuge zur Konfiguration der Systemlandschaft sowie zur Organisation, Durchführung und Überwachung der Transporte zur Verfügung.

Aufbau einer Systemlandschaft

Alle SAP-Systeme, die gemeinsam mit Hilfe des TMS administriert werden sollen, bilden eine Transportdomäne. Dies sind in der Regel alle SAP-Systeme der Systemlandschaft. Innerhalb einer Transportdomäne sind bestimmte Systemeinstellungen für alle Systeme gleich, wie z.B. die Transportwege. Um dies zu realisieren, besitzt ein SAP-System der Transportdomäne die Referenzkonfiguration, während alle anderen SAP-Systeme der Transportdomäne Kopien dieser Referenzkonfiguration erhalten. Das System mit der Referenzkonfiguration wird Transport Domain Controller genannt, nur dort können Sie Änderungen der Referenzkonfiguration vornehmen. Bei jeder Änderung der Referenzkonfiguration muss die geänderte Konfiguration erneut an alle Systeme verteilt werden. Zur Kommunikation zwischen den Systemen einer Domäne generiert das TMS bei der Konfiguration automatisch RFC-Verbindungen.

Während der Installation eines SAP-Systems wird für dieses System ein eigenes Transportverzeichnis oder die Zuordnung zu einem bestehenden Transportverzeichnis eingerichtet. Das Transportverzeichnis wird vom CTS zum Ablegen der Transportdaten genutzt. Alle Applikationsserver-Instanzen eines SAP-Systems müssen demselben Transportverzeichnis zugeordnet sein. Mehrere SAP-Systeme können dasselbe Transportverzeichnis verwenden. Sie können jedoch auch für jedes SAP-System ein eigenes Transportverzeichnis anlegen.

Wie Sie die Transportverzeichnisse in Ihrer Systemlandschaft konfigurieren, hängt u.a. von den folgenden Gegebenheiten ab:

      Rolle der Systeme (Entwicklungs-, Qualitätssicherungs- oder Produktivsystem) und die Sicherheitsanforderungen der am Transportverzeichnis beteiligten Systeme. Systeme mit niedrigeren Sicherheitsanforderungen (z.B. Entwicklungs- und Qualitätssicherungssystem) können eine gemeinsames Transportverzeichnis haben. Sie sollten jedoch nicht auf dasselbe Transportverzeichnis wie Systeme mit hohen Sicherheitsanforderungen (z.B. Produktivsystem) zugreifen. Weitere Informationen zur sicheren Konfiguration finden Sie unter Securing the Transport Directory.

      Netzwerkgeschwindigkeit zum Zugriff auf ein gemeinsames Transportverzeichnis

TMS unterstützt mehrere Transportverzeichnisse innerhalb einer Transportdomäne, wobei die Systeme mit gemeinsamem Transportverzeichnis jeweils eine Transportgruppe bilden. Zwischen den Transportgruppen erfolgt der Datenaustausch über RFC-Verbindungen des TMS.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Transportdomäne A: In der Transportdomäne gibt es eine Transportgruppe, d.h. alle Systeme greifen auf ein gemeinsames Transportverzeichnis zu.

Transportdomäne B: In der Transportdomäne befinden sich mehrere Transportgruppen mit je einem Transportverzeichnis.

Beispiel

Alle Entwicklungs- und Qualitätssicherungssysteme haben ein gemeinsames Transportverzeichnis, sie bilden die Transportgruppe 2. Alle Produktivsysteme haben ein gemeinsames Transportverzeichnis, sie bilden die Transportgruppe 3. Die Transportdomäne B besteht aus Systemen der Transportgruppen 2 und 3.

Beim Aufbau einer SAP-Systemlandschaft stehen üblicherweise nicht alle SAP-Systeme von Anfang an zur Verfügung. Das TMS ermöglicht es Ihnen, für Systeme, die erst später in die Landschaft aufgenommen werden können, Platzhalter, sogenannte virtuelle Systeme, zu definieren. Dadurch können Sie die komplette Systemlandschaft modellieren und die Einstellungen für das CTS vornehmen, sobald Sie in einem System das TMS konfiguriert haben. Das Platzhaltersystem wird automatisch ersetzt, wenn später das reale System installiert wird.

Wenn Sie Ihre SAP-Systeme an mehreren Orten jeweils lokal administrieren, z.B. in der Konzernzentrale und in den Niederlassungen, kann es sinnvoll sein, mehrere Domänen einzurichten. Wenn zwischen Systemen aus unterschiedlichen Domänen Transporte durchgeführt werden sollen, können Sie die betreffenden Domänen mittels Domain Links verbinden. Zwischen den verschiedenen Domänen erfolgt der Datenaustausch über die RFC-Verbindungen des TMS, analog zu Transporten zwischen verschiedenen Transportgruppen.

Falls zwischen den Systemen aus unterschiedlichen Domänen keine permanente Netzwerkverbindung besteht, können Transporte zwischen diesen Systemen mit Hilfe sogenannter externer Systeme im TMS realisiert werden. Der Austausch der Transportdaten erfolgt dann entweder über ein Transportverzeichnis, auf das von beiden Domänen aus zugegriffen werden kann, oder über einen Datenträger. Im Vergleich zu Domain Links bieten externe Systeme weniger Funktionalität; beispielsweise können Transportprotokolle aus fremden Domänen nur mittels Domain Links angezeigt werden.

Beim Aufbau Ihrer Systemlandschaft müssen Sie zunächst die Transportdomäne konfigurieren. Erst danach können Sie die Konfiguration der Transportwege durchführen. Weitere Informationen finden Sie unter Konfiguration des TMS.

Transporte durchführen

Mit dem Transport Management System können Sie die komplette Organisation, Durchführung und Überwachung Ihrer Importe erledigen. Es sind keine tp-Kommandos auf Betriebssystemebene mehr nötig. Alle Importe können von jedem System der Transport Domäne aus gestartet und kontrolliert werden. Das TMS nutzt die RFC-Verbindungen, die beim Aufbau der Transport Domäne automatisch angelegt werden, um Ihnen alle Informationen über die Aufträge, die zum Import anstehen, anzuzeigen.

Wenn Sie einen Import durchführen, dann startet TMS im Zielsystem das Transportsteuerungsprogramm tp. Dieses importiert die Daten, die vorher aus der Datenbank des Quellsystems exportiert wurden. Wenn die beiden Systeme kein gemeinsames Transportverzeichnis nutzen, überträgt TMS vor dem Import die notwendigen Dateien in das Transportverzeichnis des Zielsystems.

Wenn Sie einen Import zu einem bestimmten Zeitpunkt ausführen möchten, plant das TMS im Zielsystem einen Hintergrundjob ein, der zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt wird.

Bei Zugriffen auf andere Systeme der Domäne erfolgt eine Berechtigungsprüfung im jeweiligen Zielsystem. Selbst wenn in Ihrer Domäne ein Testsystem mit weitreichenden Berechtigungen für alle Benutzer existiert, können also Importe ins Produktivsystem nur von besonders berechtigten Personen durchgeführt werden.

Nachdem Sie einen Import gestartet oder eingeplant haben, können Sie den Importprozess von allen Systemen der Domäne überwachen. Alle Importe werden protokolliert, so dass Sie jederzeit nachvollziehen können, welche Transportaufträge zu welchen Zeitpunkt in ein System importiert wurden.

Weitere Informationen finden Sie unter Durchführen von Transporten.

Ende des Inhaltsbereichs