Replikationsserver einrichten 
Wenn Sie Ihr System hochverfügbar machen wollen, benötigen Sie neben dem Standalone-Enqueue-Server auch den Enqueue-Replikationsserver.
Sie haben die (A)SCS-Instanz installiert wie unter Standalone-Enqueue-Server installieren beschrieben
Sie haben die Replikation mit dem Parameter enque/server/replication = true eingeschaltet.
Weitere Informationen: Profilparameter für den Standalone-Enqueue-Server
Sie haben für die Enqueue-Clients im Default-Profil den Parameter enque/deque_wait_answer = TRUE gesetzt.
Weitere Informationen: Profilparameter für die Enqueue-Clients)
Hinweis
Beachten Sie, dass sie die (A)SCS durchstarten müssen, damit die Änderungen wirksam werden.
Achtung
Die folgende Beschreibung gilt nur für UNIX-Plattformen. Informationen zur Installation des Enqueue-Replikationsservers unter Windows finden Sie im Installationsleitfaden im Abschnitt High Availabillity with Microsoft Cluster Service.
Im folgenden wird von 2 physikalischen Rechnern ausgegangen (host1 und host2), die gemeinsam den virtuellen Hostnamen hahost tragen. Die SID (SAP-System ID) des Systems wird im Folgenden mit PLL bezeichnet.

Hochverfügbarkeit mit dem Replikationsserver
Führen Sie unter dem Administrationsbenutzer plladm auf beiden physikalischen Rechnern host1 und host2 die folgenden Schritte durch.
Im Folgenden ist mit Executable-Verzeichnis folgendes Verzeichnis gemeint:
Für Systeme mit DIR_CT_RUN im (A)SCS Instanzprofil, das durch DIR_CT_RUN bestimmte Verzeichnis. Das DIR_CT_RUN für das anzulegende ERS-Instanzprofil sollte dann dasselbe wie bei der (A)SCS-Instanz sein.
Für System ohne DIR_CT_RUN im (A)SCS Instanzprofil, das durch DIR_EXECUTABLE bestimmte Verzeichnis. Das DIR_CT_RUN für das anzulegende ERS-Instanzprofil sollte dann das DIR_EXECUTABLE der (A)SCS-Instanz sein.
Erzeugen Sie folgende Verzeichnisstruktur:
Syntax
/usr/sap/PLL/ERS<inst.no>
+--- exe
| +--- servicehttp
| +--- sapmc
+--- log
+--- data
+--- work
mit den folgenden Bezeichnungen:
ERS: Präfix für den Enqueue-Replikationsserver
PLL: System-ID des SAP-Systems, zu dem die neue Instanz gehört (s.o.)
<inst.no>: Instanznummer der neuen Instanz (hier 11)
Hinweis
Bei manchen Hardware-Clusterlösungen ist das zentrale SAP-Dateisystem (/sapmnt/<SID>) nicht auf allen Clusterknoten verfügbar. In diesem Fall müssen Sie zusätzlich das Profilverzeichnis in den lokalen ERS-Instanz-Verzeichnisbaum legen: /usr/sap/PLL/ERS<inst.no.>/profile
Durch das Anlegen der Datei im lokalen Dateisystem sind Sie von der Verfügbarkeit des /sapmnt-Dateisystems unabhängig.
Kopieren Sie die folgenden Dateien aus dem Executable-Verzeichnis in das Verzeichnis /usr/sap/PLL/ERS<inst.no.>/exe:
enqt enrepserver ensmon libicudata.so.30 libicui18n.so.30 libicuuc.so.30 libsapu16_mt.so librfcum.so sapcpe sapstart sapstartsrv sapcontrol |
Kopieren Sie die folgenden Dateien aus dem Executable-Verzeichnis in das Verzeichnis /usr/sap/PLL/ERS<inst.no.>/exe/servicehttp/sapmc:
sapmc.jar sapmc.html frog.jar soapclient.jar |
Hinweis
Die Dateien können bei den verschiedenen UNIX-Plattformen unterschiedliche Extensions haben. Je nach Plattform und Einsatz von Unicode können dies auch weniger Dateien sein.
Achtung
Achten Sie darauf, dass die Berechtigungen (Lesen und Ausführen) für den Benutzer plladm korrekt gesetzt sind.
Erzeugen Sie eine sapcpe-List-Datei mit dem Namen ers.lst im /usr/sap/<SID>/ERS<inst.no.>/exe-Verzeichnis. Die Datei hat den folgenden Inhalt:
enrepserver ensmon enqt libsapu16_mt.so libsapu16.so libicuuc.so.30 libicudata.so.30 libicui18n.so.30 librfcum.so sapcpe sapstartsrv sapstart sapcontrol servicehttp ers.lst |
Erzeugen Sie ein neues Startprofil im Profilverzeichnis.
Ihre (A)SCS-Instanz könnte also die folgenden Parameter haben:
SCS SAPSID = PLL
SCS INST.NO. = 01
SCS HOST = hahost (virtueller Hostname)
Die dazugehörige Replikationsinstanz könnte dann so aussehen.
ERS SAPSID = PLL
ERS INST.NO. = 11
ERS HOST = host1
Das zugehörige Startprofil START_ERS11_host1 sieht dann so aus:
SAPSYSTEM = 11 SAPSYSTEMNAME = PLL INSTANCE_NAME = ERS11 #-------------------------------------------------------------------- # Special settings for this manually set up instance #-------------------------------------------------------------------- SCSID = 01 DIR_EXECUTABLE = $(DIR_INSTANCE)/exe DIR_CT_RUN = /usr/sap/PLL/SYS/exe/run SETENV_00 = PATH=$(DIR_INSTANCE)/exe:%(PATH) SETENV_01 = LD_LIBRARY_PATH=$(DIR_EXECUTABLE) _PF = $(DIR_PROFILE)/PLL_ERS11_host1 #----------------------------------------------------------------------- # Copy SAP Executables #----------------------------------------------------------------------- _CPARG0 = list:$(DIR_EXECUTABLE)/ers.lst Execute_00 = immediate $(DIR_EXECUTABLE)/sapcpe$(FT_EXE) $(_CPARG0) pf=$(_PF) #-------------------------------------------------------------------- # start enqueue replication server #-------------------------------------------------------------------- _ER = er.sap$(SAPSYSTEMNAME)_$(INSTANCE_NAME) Execute_01 = immediate rm -f $(_ER) Execute_02 = local ln -s -f $(DIR_EXECUTABLE)/enrepserver $(_ER) Restart_Program_00 = local $(_ER) pf=$(_PF) NR=$(SCSID) |
Achtung
Falls eine HA-Software eingesetzt wird, wird der Replikationsserver durch diese überwacht und gegebenenfalls nachgestartet. Damit der Replikationsserver nicht durch den SAP-Startservice sapstartsrv nachgestartet wird, ersetzen Sie im Profil den Befehl Restart_Program_xx durch Start_Program_xx.
In diesem Beipiel würde der letzte Abschnitt dann so aussehen:
#-------------------------------------------------------------------- # start enqueue replication server #-------------------------------------------------------------------- _ER = er.sap$(SAPSYSTEMNAME)_$(INSTANCE_NAME) Execute_01 = immediate rm -f $(_ER) Execute_02 = local ln -s -f $(DIR_EXECUTABLE)/enrepserver $(_ER) Start_Program_00 = local $(_ER) pf=$(_PF) NR=$(SCSID) |
Hinweis
Bei Verwendung eines lokalen Profilverzeichnisses (s.o.) fügen Sie folgenden Profilparameter in das Startprofil der ERS-Instanz ein:
DIR_PROFILE = $(DIR_INSTANCE)/profile
Erzeugen Sie ein Instanzprofil im Profilverzeichnis.
Parameter für die (A)SCS-Instanz (Beispiel):
SCS SAPSID = PLL
SCS INST.NO. = 01
SCS HOST = hahost (virtueller Hostname)
Parameter für die Replikationsinstanz (Beispiel):
ERS SAPSID = PLL
ERS INST.NO. = 11
ERS HOST = host1
Zugehöriges Instanzprofil PLL_ERS11_host1:
SAPSYSTEM = 11 SAPSYSTEMNAME = PLL INSTANCE_NAME = ERS11 #-------------------------------------------------------------------- # Special settings for this manually set up instance #-------------------------------------------------------------------- DIR_EXECUTABLE = $(DIR_INSTANCE)/exe DIR_CT_RUN = /usr/sap/PLL/SYS/exe/runU #-------------------------------------------------------------------- # Settings for enqueue monitoring tools (enqt, ensmon) #-------------------------------------------------------------------- enque/process_location = REMOTESA rdisp/enqname = $(rdisp/myname) #-------------------------------------------------------------------- # standalone enqueue details from (A)SCS instance #-------------------------------------------------------------------- SCSID = 01 SCSHOST = hahost enque/serverinst = $(SCSID) enque/serverhost = $(SCSHOST) |
Hinweis
Bei Verwendung eines lokalen Profilverzeichnisses (s.o.) fügen Sie folgenden Profilparameter in das Instanzprofil der ERS-Instanz ein:
DIR_PROFILE = $(DIR_INSTANCE)/profile
Konfigurieren Sie den Kontrollmechanismus für den Replikationsserver. Hier haben Sie die folgenden Möglichkeiten:
Selbstkontrolle mit HA-Polling
Hier fragt der Replikationsserver periodisch von der HA-Software den physikalischen Rechner ab, auf dem die (A)SCS-Instanz läuft. Anhand dieser Information aktiviert oder deaktiviert sich die ERS-Instanz. Hierzu benötigen Sie ein Werkzeug (ein Skript oder eine Bibliothek Ihres HA-Hardware-Partners).
Beispiel
Bei Einsatz eines Skripts enqtest.sh im Verzeichnis DIR_EXECUTABLE müssten Sie im Instanzprofil folgende Zeilen dazufügen.
#-------------------------------------------------------------------- # HA polling #-------------------------------------------------------------------- enque/enrep/hafunc_implementation = script enque/enrep/poll_interval = 10000 enque/enrep/hafunc_init = enque/enrep/hafunc_check = $(DIR_EXECUTABLE)/enqtest.sh |
Kontrolle durch die HA-Software
Bei dieser Lösung sorgt die HA-Software dafür, dass die ERS-Instanz gestoppt wird, falls das notwendig ist. Fragen Sie Ihren HA-Partner, ob dieses Verfahren unterstützt wird.
(Optional) Um beim Reboot der Maschine die ERS-Instanz automatisch zu starten, fügen Sie zu der Datei /usr/sap/sapservices die folgende Zeile dazu:
LD_LIBRARY_PATH=/usr/sap/PLL/ERS11/exe:$LD_LIBRARY_PATH; export LD_LIBRARY_PATH; /usr/sap/PLL/ERS11/exe/sapstartsrv pf=/usr/sap/PLL/ERS11/profile/START_ERS11_ls3247 -D -u plladm
Achtung
Dies funktioniert nur, wenn
auf dem Rechner schon eine NetWeaver AS Version 7.00 installiert wurde
Sie (unter UNIX) die Schritte aus SAP-Hinweis 823941 (SAP Start Services als UNIX Deamons konfigurieren) durchgeführt haben
Wiederholen Sie diese Schritte für alle physikalischen Rechner im HA-Failover-Cluster. Wenn Sie eine andere (A)SCS-Instanz ausfallsicher machen wollen, müssen Sie dazu eine eigene Menge von ERS-Instanzen aufsetzen.