Allgemeine Einstellungen der ILM-Objekte 
Im Customizing der ILM-Regeln von SAP NetWeaver ILM haben alle ILM-Objekte unabhängig von der übergeordneten Objektkategorie – und damit unabhängig vom Anwendungsgebiet – gleiche allgemeine Einstellungen.
Um die allgemeinen Einstellungen der von SAP gelieferten ILM-Objektkategorien einzusehen, rufen Sie die Transaktion für das Customizing der ILM-Objekte wie folgt auf:
im ILM Retention-Management-Cockpit oder im ILM Retention-Warehouse-Cockpit für Administratoren als Menüoption unter Services für Einstellungen
im Anwendungssystem über den Transaktionscode IRM_CUST
Wenn Sie für eine der von SAP gelieferten Objektkategorien die Liste der zugehörigen ILM-Objekte aufrufen, können Sie je ILM-Objekt die folgenden allgemeinen Einstellungen einsehen:
Die Fähigkeit eines ILM-Objekts, die Regeln eines anderen ILM-Objekts zu erben, ist eine grundlegende, beim Anlegen festgelegte Einstellung des ILM-Objekts. Diese Einstellung ist in der Liste der ILM-Objekte zur Objektkategorie neben dem Namen und der Beschreibung des ILM-Objekts in der Spalte Erben einsehbar.
Hinweis
Aufbewahrungsregeln können von allen Prüfgebieten geerbt werden. Für Verweilregeln erfolgt die Vererbung nur innerhalb eines Prüfgebiets.
Wenn für ein ILM-Objekt die Option Erben möglich gewählt ist, blendet das System in der Tabelle der ILM-Regeln zum ILM-Objekt die Spalte Regel erben ein. Damit ist in der ILM-Regel festlegbar, dass ein Belegtyp die ILM-Regeln eines anderen Belegtyps erbt. So kann z. B. ein Änderungsbeleg die Aufbewahrungsregel des zugehörigen Finanzbuchhaltungsbelegs erben.
Hinweis
Das Erben von ILM-Regeln erfordert objektkategoriespezifische Einstellungen und BAdI-Implementierungen. Zudem müssen für den Zugriff auf das vererbende ILM-Objekt die entsprechenden Archivinfostrukturen aktiviert sein. (Weitere Informationen: Archivinfostrukturen für den Zugriff auf Daten bereitstellen)
Beispiel: ILM-Objekte der Objektkategorie SAP Business Suite.
Hier sind alle Zeitbezüge registriert, die zum Definieren der ILM-Regeln für das ILM-Objekt verfügbar sind.
Die Wertermittlung für verfügbare Zeitbezüge ist in den objektkategoriespezifischen Einstellungen der ILM-Objekte festgelegt (Beispiel: Objektkategorie SAP Business Suite). Je nachdem, ob die verfügbaren Zeitbezüge eines ILM-Objekts mit oder ohne verfügbaren Zeitversatz eingetragen sind, wendet das System bei der Regelauswertung eine der folgenden Methoden für die Beginndatumermittlung an:
Explizite Beginndatumermittlung
Wenn für die verfügbaren Zeitbezüge des ILM-Objekts mindestens ein verfügbarer Zeitversatz eingetragen ist, wendet das System bei der Regelauswertung die Methode der expliziten Beginndatumermittlung an. In diesem Fall kann der Zeitversatz in der ILM-Regel explizit angegeben werden.
Der Zeitbezug steht für ein Ereignis aus der Beleghistorie. Bei der Regelauswertung ermittelt das System anhand des Zeitbezugs ein konkretes Bezugsdatum und wendet den Zeitversatz relativ zum Bezugsdatum an. Ohne Angabe eines Zeitversatzes wird das Bezugsdatum zum Beginndatum.
Implizite Beginndatumermittlung
Wenn für die verfügbaren Zeitbezüge des ILM-Objekts kein verfügbarer Zeitversatz eingetragen ist, wendet das System bei der Regelauswertung die Methode der impliziten Beginndatumermittlung an. In diesem Fall kann ein Zeitversatz implizit per Business Add-In vorgegeben sein. Die ILM-Regel erlaubt keine Angabe des Zeitversatzes.
Hinweis
Wenn verfügbare Zeitbezüge über ein Business Add-In (BAdI) registriert wurden, sind sie in der Customizing-Tabelle nicht sichtbar, stehen aber für die Auswahl in ILM-Regeln zur Verfügung. Aus Kompatibilitätsgründen unterstützt SAP die Verwendung verfügbarer Zeitbezüge, die per BAdI registriert wurden.
Weitere Informationen: Explizite und implizite Beginndatumermittlung
Hier sind je Zeitbezug (für die explizite Beginndatumermittlung) alle Zeitversätze registriert, die zum Definieren der ILM-Regeln für das ILM-Objekt verfügbar sind. Der Zeitversatz gibt das Ende einer Kalendereinheit (z. B. Jahr, Monat) vor. Das Ende der Kalendereinheit, in der das ermittelte Bezugsdatum liegt, stellt das Beginndatum des zu ermittelnden Zeitraums dar. Die Angabe (mindestens) eines Zeitversatzes bewirkt Folgendes:
Einblendung der Spalte Zeitversatz in der Tabelle der ILM-Regeln zum ILM-Objekt
Anwendung der Methode der expliziten Beginndatumermittlung bei der Regelauswertung für das ILM-Objekt
Die Wertermittlung für verfügbare Zeitversätze ist in den objektkategoriespezifischen Einstellungen der ILM-Objekte festgelegt (Beispiel: Objektkategorie SAP Business Suite).
Beispiel
Wenn in einer Aufbewahrungsregel der Zeitbezug Anlegedatum mit dem Zeitversatz Ende des Jahres eingetragen ist, ermittelt das System bei der Regelauswertung zunächst das konkrete Anlegedatum als Bezugsdatum. Die Ermittlung des Beginndatums erfolgt durch die Anwendung des Zeitversatzes auf das Bezugsdatum. Der Aufbewahrungszeitraum beginnt demnach am Ende des Jahres, in dem der Beleg angelegt wurde.
Hier sind alle Standardbedingungsfelder registriert, die zum Definieren der ILM-Regeln für das jeweilige ILM-Objekt verfügbar sind. Die Einträge je ILM-Objekt sind eine Teilmenge der objektkategoriespezifisch festgelegten Standardbedingungsfelder.
Um für die Bedingungsfelder in der Bearbeitung der ILM-Regelwerke (Transaktion IRMPOL) eine Wertehilfe zur Verfügung zu haben, müssen im Customizing die entsprechenden Einstellungen hinterlegt sein. Folgende Möglichkeiten stehen zur Ermittlung der Wertehilfe zur Verfügung:
Die Wertehilfe wird durch das Feld Datenelement bestimmt. Dazu muss das Feld bei den Standardbedingungsfeldern einen Eintrag haben.
Die Wertehilfe wird durch die Felder Struktur für F4-Hilfe und Strukturkomponente für F4-Hilfe bestimmt. Dazu müssen beide Felder bei den Standardbedingungsfeldern Einträge haben.
Die Wertehilfe wird durch das BAdI Wertehilfe für Bedingungsfelder (BADI_IRM_OT_FLD_F4) implementiert, wenn das BAdI für das Feld registriert ist (in BAdI-Implementierung).
Die Wertermittlung für verfügbare Standardbedingungsfelder ist in den objektkategoriespezifischen Einstellungen der ILM-Objekte festgelegt (Beispiel: Objektkategorie SAP Business Suite).
Hier sind alle Bedingungsfelder registriert, die zum Definieren der ILM-Regeln für das ILM-Objekt zusätzlich zu den Standardbedingungsfeldern verfügbar sind.
Ein Bedingungsfeld ist im Customizing durch folgende Daten definiert:
Name des Bedingungsfeldes
Datenelement
Datentyp
Beschreibung (für den SAP-internen Gebrauch bestimmt)
F4-Struktur
F4-Strukturkomponente
Keine Intervalle
Um für die Bedingungsfelder in der Bearbeitung der ILM-Regelwerke (Transaktion IRMPOL) eine Wertehilfe zur Verfügung zu haben, müssen im Customizing die entsprechenden Einstellungen hinterlegt sein. Die Ermittlung der Wertehilfe erfolgt wie im Abschnitt Verfügbare Standardbedingungsfeldern beschrieben.
Die Wertermittlung für verfügbare Bedingungsfelder ist in den objektkategoriespezifischen Einstellungen der ILM-Objekte festgelegt (Beispiel: Objektkategorie SAP Business Suite).
Hinweis
Wenn verfügbare Bedingungsfelder über ein Business Add-In (BAdI) registriert wurden, sind sie in der Customizing-Tabelle nicht sichtbar, stehen aber für die Auswahl in ILM-Regelwerken zur Verfügung. Aus Kompatibilitätsgründen unterstützt SAP die Verwendung verfügbarer Bedingungsfelder, die bereits per BAdI registriert wurden.
Hier sind alle Regelwerkkategorien registriert, die für das ILM-Objekt zulässig sind. Die Regelwerkkategorie bestimmt die Struktur der Regeln entsprechend ihrem Verwendungszweck (z. B. Aufbewahrungsregeln oder Verweilregeln). Zur Auswahl steht die Menge der insgesamt möglichen Regelwerkkategorien. Sie können z. B. für ein ILM-Objekt festlegen, dass dafür nur Aufbewahrungsregeln definierbar sind.