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Prozessdokumentation Lohnbearbeitung mit Quelllokation in SNP  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Bei der Lohnbearbeitung wird das zu beschaffende Produkt von einem Lieferanten in Form von Lohnbearbeitung gefertigt.

Beispiel

Beispielsweise produziert ein Schraubenhersteller Schrauben im eigenen Werk. Das Verpacken der Schrauben wird allerdings von einem externen Dienstleister - einem Lohnbearbeiter - übernommen. Diesem werden die Schrauben und die Verpackung geliefert; er verpackt die Schrauben und liefert dem Schraubenhersteller die verpackten Schrauben.

Bei der Planung mit Quelllokation wird ein SNP-Planauftrag bei dem Lieferanten (Quelllokation) erzeugt, der als Lohnbearbeiter fungiert. Während der Herstellung der Schrauben wird die Beistellkomponente Verpackung rechtlich und kostenmäßig im Lagerbestand des Produzenten geführt. Beim Wareneingang der Bestellung für die verpackten Schrauben wird der Verbrauch der Beistellkomponente beim Schraubenhersteller gebucht.

Dieses Szenario setzen Sie sinnvollerweise ein, wenn Sie mit mehreren Lohnbearbeitern kooperieren oder wenn Sie für ein Produkt sowohl Eigenfertigung als auch Beschaffung über Lohnbearbeitung erlauben.

Hinweis

        In SAP APO wird zur Zeit (pro Produkt) nur ein Werk pro Lohnbearbeiter unterstützt. Das heißt, dass immer nur ein Werk bei einem Lohnbearbeiter bestellen kann und die Beistellkomponenten nur von dem Werk kommen können, an welches das bestellte Produkt geliefert wird. Wenn Sie in SAP R/3 mehrere Werke pro Lohnbearbeiter modelliert haben, können Sie diese Beziehungen per CIF (Core Interface) an das SAP-SCM-System übertragen. Sie werden dann anschließend als Eins-zu-Eins-Beziehungen zwischen Lohnbearbeitern und Werken in SAP APO abgebildet. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Lokationstyp Lohnbearbeiter.

    In SNP stehen Ihnen für den Lohnbearbeitungsprozess die heuristikbasierte und die optimierungsbasierte Planung zur Verfügung. Die Planungsverfahren Deployment, Transport Load Building (TLB) und Kapazitätsabgleich sind hierbei nicht möglich.

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Voraussetzungen

Das System plant in der Quelllokation, wenn für diese Lokation ein lokationsspezifischer Produktstamm für das bestellte Produkt (z.B. verpackte Schrauben) existiert.

Achtung

Wenn der Produktstamm für das bestellte Produkt erst nachträglich angelegt wird, dann kann es zu Schiefständen im Bestand kommen.
Um diesen Fehler zu beheben, steht Ihnen ein entsprechender Report zur Verfügung. Weitere Informationen dazu finden Sie im SAP-Hinweis 544161.

Daten im SAP-R/3-System

Folgende Daten müssen im SAP-R/3-System angelegt sein und per CIF (Core Interface) an das SAP-SCM-System übertragen werden:

      das Fertigmaterial (Endprodukt);
Das Beschaffungskennzeichen F für Fremdbeschaffung muss eingestellt sein, damit die Bezugsquellenfindung den Lohnbearbeiter finden kann.

      die zum Fertigmaterial gehörenden Beistellkomponenten;
Das Beschaffungskennzeichen F für Fremdbeschaffung muss eingestellt sein, damit die Bezugsquellenfindung den Lohnbearbeiter finden kann.

      den Lieferanten, der als Lohnbearbeiter das Fertigmaterial herstellen soll

      einen Einkaufsinfosatz vom Typ Lohnbearbeitung, der den Lohnbearbeiter als Bezugsquelle für das Fertigmaterial dokumentiert

      ggf. eine SNP-Produktionsdatenstruktur (SNP-PDS), wenn Sie diese anstelle eines Produktionsprozessmodells (PPM) verwenden und aus SAP-R/3-Daten generieren möchten (siehe auch Produktionsdatenstruktur in SNP)

Integrationsmodell

Im Integrationsmodell des CIF, mit dem Sie Ihre Daten vom SAP-R/3-System ins SAP-SCM-System übertragen wollen, müssen alle oben genannten Daten enthalten sein.

Wenn Sie eine SNP-PDS verwenden und aus SAP-R/3-Daten generieren möchten, müssen Sie im Integrationsmodell die Option SNP-Lohnbearbeitung wählen. In diesem Fall werden alle Stammdaten in der Lohnbearbeiterlokation, wie z.B. die Produktstammdaten und die Transportbeziehung vom Werk zum Lohnbearbeiter, automatisch im SAP-SCM-System angelegt.
Weitere Informationen finden Sie unter Integration von Stamm- und Bewegungsdaten.

Daten und Einstellungen im SAP-SCM-System

Folgende Daten und Einstellungen müssen im SAP-SCM-System vorhanden sein:

      Fremdbeschaffungs- und Transportbeziehungen

Aus den Einkaufsinfosätzen erzeugt das SAP-SCM-System automatisch eine Fremdbeschaffungsbeziehung für das Endprodukt vom Typ Lohnbearbeitung und eine Transportbeziehung vom Lohnbearbeiter (Quelllokation) zum Werk (Ziellokation);
Diese Transportbeziehung ist der Fremdbeschaffungsbeziehung für das Endprodukt zugeordnet.
Siehe auch: Transportbeziehung und Automatisches Anlegen von Transportbeziehungen

      Transportbeziehungen vom Werk zum Lohnbearbeiter

Wenn Sie ein SNP-PPM verwenden, müssen Sie für alle Komponenten, die vom Werk beigestellt werden sollen, manuell eine Transportbeziehung vom Werk (Quelllokation) zum Lohnbearbeiter (Ziellokation) anlegen. Wenn Sie eine aus SAP-R/3-Daten generierte SNP-PDS verwenden, entfällt dieser Schritt.

      Lokation vom Typ Lohnbearbeiter

Diese ist nur erforderlich, wenn der Lohnbearbeiter das gleiche Produkt für mehrere Werke bearbeitet. In diesem Fall müssen Sie manuell je eine Lokation vom Typ Lohnbearbeiter für jede Werk-Lieferanten-Kombination anlegen.

      Transportmittel

Sie müssen für alle relevanten Transportbeziehungen die Transportmittel pflegen.

      Produktstamm in der Lohnbearbeiterlokation

Wenn Sie ein SNP-PPM verwenden, müssen Sie das Fertigprodukt und alle Komponenten in der Lohnbearbeiterlokation anlegen und dem Modell 000 zuordnen. Wenn Sie eine SNP-PDS verwenden, entfällt dieser Schritt.

      Produktionsprozessmodell

Sie legen für das Endprodukt ein SNP-PPM an und ordnen es dem Modell 000 zu. Als Planungslokation geben Sie dabei die Lohnbearbeiterlokation an. Beachten Sie dabei, dass die in der Transportbeziehung definierte Transport- und die im PPM festgelegte Produktionslosgröße gleich sein sollten. Wenn dies nicht der Fall ist, berücksichtigt das System die Transportlosgröße.

Wenn Sie eine SNP-PDS verwenden, entfällt dieser Schritt.
Siehe auch: Produktionsprozessmodell

      Übertragung ans SAP-R/3-System

Sie müssen im Customizing die entsprechende Einstellung vornehmen, damit SNP-Aufträge ans SAP-R/3-System übertragen werden können. Wählen Sie dazu SAP Advanced Planner and Optimizer -> Supply-Chain-Planung -> Supply Network Planning -> Grundeinstellungen -> Übertragung an OLTP einstellen.
Beachten Sie folgendes: Wenn Sie Keine Übertragung eingestellt haben, werden die Aufträge nicht übertragen, auch wenn Sie an der Supply-Chain-Planungsschnittstelle für SAP APO eine andere Einstellung vorgenommen haben.

      Weitere Einstellungen

Sie müssen außerdem die Voraussetzungen beachten, die in den Dokumenten Heuristik im Hintergrund ausführen und Optimierer im Hintergrund ausführen aufgeführt sind. Für die optimierungsbasierte Planung gilt noch folgende Besonderheit: Es sollte nur entweder die Transportkapazität oder die Produktionskapazität eine Restriktion für die Planung darstellen. Für den SNP-Optimierer stellen Produktion und Transport eine zusammenhängende Einheit dar.

Ablauf

...

       1.      Freigeben des Absatzplans an Supply Network Planning

Sie geben den Absatzplan aus der Absatzplanung an Supply Network Planning frei.

Siehe auch: Freigeben des Absatzplans an Supply Network Planning

       2.      Durchführen einer mehrstufigen Heuristik oder eines Optimierungslaufs

Für die Planung der Lohnbearbeitung können Sie die Standard-Planungsmappe 9ASNPSBC mit der Datensicht SUBCONTRACTING verwenden. Sie enthält die für die Lohnbearbeitung spezifischen Kennzahlen.

Sie führen für das Endprodukt eine mehrstufige Heuristik oder einen Optimierungslauf durch. Das SAP-SCM-System führt in der Lohnbearbeiterlokation folgende Aktivitäten aus:

       Es generiert für das Endprodukt

       einen SNP-Planauftrag vom Typ Lohnbearbeitung, der als Bezugsquelle das PPM für das Endprodukt enthält

       eine SNP-Umlagerung vom Typ Lohnbearbeitung, die als Zielllokation das Werk enthält.

       Es plant aufgrund des SNP-PPMs die Beistellkomponenten für den SNP-Planauftrag und führt dort eine Bezugsquellenfindung durch.
Wenn vom Werk zum Lohnbearbeiter eine Transportbeziehung existiert, dann legt das System im Werk für die Beistellkomponenenten Umlagerungsreservierungen an, die als Ziel die Lohnbearbeiterlokation enthalten. Diese werden an das SAP R/3 übertragen.

Nach der CIF-Übertragung wird im SAP-R/3-System eine Bestellanforderung für das Endprodukt angelegt. Sie enthält die Komponenten für das Endprodukt.

Siehe auch:
Heuristik im Hintergrund ausführen

Optimierer im Hintergrund ausführen

Bezugsquellenfindung in Supply Network Planning

       3.      Umsetzen der R/3-Bestellanforderung für das Endprodukt

Sie setzen die R/3-Bestellanforderung vom Typ Lohnbearbeitung für das Endprodukt in eine Bestellung um. Sie nehmen die Umsetzung im SAP-R/3-System vor. Durch die Umsetzung wird die SNP-Umlagerung im SAP APO gelöscht und die Bestellung angelegt.

Siehe auch: Umsetzung von Bestellanforderungen

       4.      Versenden der Beistellkomponenten an den Lieferanten

       Wenn Sie im SAP-R/3-System mit Dispobereichen für Lohnbearbeiter arbeiten, dann wird im SAP-R/3-System für die Umlagerungsreservierung eine Lieferung angelegt, kommisioniert und ein Warenausgang gebucht. Die Beistellkomponenten werden aus dem Werksbestand in den Lieferantenbeistellbestand des Lohnbearbeiters umgebucht. Da die Lieferung nicht disporelevant ist, erscheint diese nicht im SAP-SCM-System.

       Wenn Sie im SAP-R/3-System nicht mit Dispobereichen für Lohnbearbeiter arbeiten, dann werden die Beistellkomponenten direkt aus dem Werksbestand in den Lohnbearbeitungsbestand gebucht.

In jedem Fall erscheint nach der Umbuchung der Lohnbearbeitungsbestand und reduziert den Bestand im Werk.

       5.      Buchen des Wareneingangs für das Endprodukt

Sie buchen im SAP-R/3-System den Wareneingang für das Endprodukt. Im SAP-SCM-System wird die Bestellmenge um die Wareneingangsmenge reduziert. Das System erhöht den frei verwendbaren Bestand für das Endprodukt.
Gleichzeitig wird mit dem Wareneingang auch der Warenausgang für die Beistellkomponenten beim Lohnbearbeiter gebucht. Der Lohnbearbeitungsbestand wird dementsprechend reduziert.

 

 

 

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