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FunktionsdokumentationBerücksichtigung alternativer Ressourcen  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Mit dem Kapazitätsabgleich in Supply Network Planning (SNP) können Sie die Belastung von Ressourcen nicht nur ausgleichen, indem Sie Aufträge in vor- oder nachgelagerte Perioden verschieben. Sie können die Aufträge auch auf alternative Ressourcen übertragen. Das System verschiebt die Aufträge auf Produktionsprozessmodelle (PPMs) oder Produktionsdatenstrukturen (PDS), die für das gleiche Lokationsprodukt definiert wurden, jedoch andere Ressourcen verwenden.

Das System nutzt nur die freie Kapazität der alternativen Ressourcen und erzeugt keine neuen Überlastungen. Es führt keinen Kapazitätsabgleich für die alternativen Ressourcen durch und ändert keine bereits vorhandenen Aufträge für diese Ressourcen.

Die Reihenfolge, in der das System die PPMs oder PDS mit alternativen Ressourcen nutzt, richtet sich nach der Beschaffungspriorität der PPMs oder PDS.

Das System berücksichtigt nur alternative Produktionsressourcen, d. h. keine Transportressourcen.

Funktionsumfang

Alle drei Methoden des Kapazitätsabgleichs, d. h. die heuristik-, die optimierungs- und die BAdI-basierte Methode, berücksichtigen alternative Ressourcen. Für die heuristik- und die optimierungsbasierte Methode ergeben sich folgende Besonderheiten:

·        Heuristikbasierter Kapazitätsabgleich

Wenn das System feststellt, dass eine abzugleichende Ressource überlastet ist, verschiebt es die zur Überlastung führenden Aufträge zunächst teilweise oder vollständig auf alternative PPMs oder PDS in der gleichen Periode. Ist die freie Kapazität der alternativen Ressourcen erschöpft und es besteht trotzdem noch eine Überlastung, so verschiebt das System die Aufträge für die Restmengen zurück auf das ursprüngliche PPM/PDS. Dann verschiebt es die Aufträge je nach der gewählten Terminierungsrichtung in eine vorherige oder spätere Periode. Wenn erneut eine Überlastung auftritt, ermittelt das System wieder alternative PPMs/PDS in dieser Periode.

Restmengen, die nach der Verarbeitung aller Perioden des Planungshorizonts noch vorhanden sind, werden vom System in die erste oder letzte Periode des Planungshorizonts verschoben und führen dort zur Überlastung der ursprünglichen Ressource. Ob die Restmengen in die erste oder letzte Periode verschoben werden, hängt wiederum von der gewählten Terminierungsrichtung ab.

·        Optimierungsbasierter Kapazitätsabgleich

Das System berücksichtigt die alternativen Ressourcen entsprechend der Beschaffungspriorität der PPMs oder PDS. Diese Priorität setzt das System automatisch in Kosten um, so dass PPMs oder PDS mit höherer Priorität zuerst berücksichtigt werden. Die Kosten der ursprünglichen Ressource werden vom System niedriger festgelegt als die der alternativen Ressourcen, damit diese Ressource für den Optimierer immer die höchste Priorität besitzt und vom System zuerst voll belastet wird.

Berücksichtigung einer Ressourcenhierarchie

Wenn Sie eine Ressourcenhierarchie verwenden, können Sie einstellen, auf welcher Ebene dieser Hierarchie das System alternative Ressourcen berücksichtigt. So können Sie z. B. wie folgt festlegen, dass das System nur Kopfressourcen oder nur Unterressourcen berücksichtigt:

·        Untere Ebene: Sie führen den Kapazitätsabgleich z. B. für Unterressourcen aus und geben bei der Selektion alternativer Ressourcen eine Kopfressource an. Das System wählt dann nur die Unterressourcen dieser Kopfressource als alternative Ressourcen aus. Somit können Sie die Berücksichtigung alternativer Ressourcen auf eine bestimmte Gruppe von Ressourcen einschränken.

·        Kopfebene: Sie führen den Kapazitätsabgleich z. B. für Kopfressourcen aus und geben bei der Selektion alternativer Ressourcen Unterressourcen an. Das System wählt dann nur die zugehörigen Kopfressourcen zu den Unterressourcen als alternative Ressourcen aus.

Beachten Sie, dass das System keine Unterressourcen der abzugleichenden Ressource als alternative Ressourcen berücksichtigt. Wenn Sie eine Kopf- und eine zugehörige Unterressource gleichzeitig als alternative Ressourcen festlegen, berücksichtigt das System die Kopfressource nicht als alternative Ressource.

Die Ressourcenhierarchie müssen Sie auf der Basis einer Hierarchiestruktur angelegt haben, die Sie Ihrem Planungsbereich zugeordnet haben. Dem Standardplanungsbereich 9ASNP02 ist bereits eine Standard-Ressourcenhierarchiestruktur zugeordnet. Außerdem müssen Sie die Hierarchie Ihrem Supply-Chain-Modell zugeordnet haben. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation der SAP-APO-Stammdaten unter Hierarchie.

Aktivitäten

Wenn Sie festlegen möchten, dass der Kapazitätsabgleich alternative Ressourcen berücksichtigt, geben Sie diese Ressourcen auf dem Bild zur Ausführung des Kapazitätsabgleichs im Hintergrund oder im Dialogfenster zur interaktiven Ausführung des Kapazitätsabgleichs an. Markieren Sie zunächst das Kennzeichen Alternative Ressourcen (berücksichtigen). Dann stehen Ihnen folgende Optionen zur Verfügung:

·        Auswahl aller Ressourcen: Das System ermittelt die in Frage kommenden Ressourcen automatisch.

·        Angabe bestimmter Ressourcen

·        Angabe eines Selektionsprofils, das Sie zuvor für Ressourcen angelegt haben

·        Angabe der Ebene der Bezugsquellenfindung, wenn das System eine Ressourcenhierarchie berücksichtigen soll

Wenn Sie mehr als eine Ressource für den Kapazitätsabgleich auswählen, berücksichtigt das System die alternativen Ressourcen für jede abzugleichende Ressource. Das System sortiert automatisch die Ressourcen aus, die keinen Bezug zu der Ressource haben, die das System gerade abgleicht. Daher können Sie eine Ressource sowohl als abzugleichende als auch als alternative Ressource auswählen.

Hinweis

Beachten Sie, dass die alternativen PPMs oder PDS nicht gleichzeitig die Ressourcen des ursprünglichen PPMs bzw. der PDS nutzen dürfen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass das System zyklische Überlastungen der ursprünglichen oder alternativen Ressourcen erzeugt.

Die von Ihnen angegebenen alternativen Ressourcen werden zusammen mit den anderen Parametern im Anwendungsprotokoll des Kapazitätsabgleichs angezeigt. Darüber hinaus werden alle vom System angelegten Aufträge für die alternativen Ressourcen aufgelistet. Die Auslastung der alternativen Ressourcen wird in der gleichen Weise angezeigt wie die der ursprünglichen Ressourcen.

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