Exkurs: Ausschuss im Produktkosten-Controlling Sie können im System folgende Arten von Ausschuss pflegen:
Planung von Ausschuss für ein Fertigerzeugnis

Für die Herstellung von 1 kg FERT A wird 1 kg ROH B und 1 kg ROH C benötigt.
Für die Herstellung des Fertigerzeugnisses FERT A legen Sie einen Arbeitsplan an. Dieser Arbeitsplan hat die beiden Vorgänge AVO 10 und AVO 20. Es gilt als relativ sicher, dass bei der Durchführung des Arbeitsvorganges 10 ein Ausschuss von 20% anfallen wird. Sie pflegen deshalb im Arbeitsplan für den Arbeitsvorgang 10 einen Vorgangsausschuss von 20%.
Beispiel
Würde man mit einer Produktionslosgröße von 100 kg beginnen und betrüge der Vorgangsausschuss am AVO 10 20%, so stünde nach der Durchführung von AVO 10 noch eine Verarbeitungsmenge von 80 kg zur Verfügung.
Um sicherzustellen, dass für den Folgevorgang noch eine ausreichende Verarbeitungsmenge zur Verfügung steht, muss die Produktionslosgröße für FERT A erhöht werden.
Da aber auch am Arbeitsvorgang 20 ein Ausschuss von 20% anfallen wird, muss auch dieser Ausschuss bei der Erhöhung der Produktionslosgröße berücksichtigt werden. Sie pflegen deshalb auch für den Arbeitsvorgang 20 einen Vorgangsausschuss von 20%. Anschließend terminieren Sie den Arbeitsplan. Das System ermittelt bei der Terminierung den Baugruppenausschuss und schreibt diesen im Materialstammsatz fort.
Hinweis
Bei der Ermittlung von Ausschussabweichungen stellt das System den Sollausschussmengen, die auf Basis der im Arbeitsvorgang geplanten Vorgangsausschuss ermittelt werden, den je Vorgang rückgemeldeten Ausschussmengen gegenüber und ermittelt so die Menge des ungeplanten Ausschusses.
siehe auch: Ausschussabweichungen
Der Baugruppenausschuss erhöht die Produktionslosgröße. Legen Sie nun einen Fertigungsauftrag an und tragen Sie eine Menge von 100 kg ein, so erhöht das System die Produktionslosgröße in Abhängigkeit von dem Baugruppenausschuss.
Beispiel
Im Materialstammsatz von FERT A ist ein Baugruppenausschuss von 56,25% hinterlegt. Sie legen einen Fertigungsauftrag zu FERT A an und tragen eine Gesamtmenge von 100 kg ein. Das System erhöht die Gesamtmenge des Fertigungsauftrages auf 156,25 kg.
Der Baugruppenausschuss sorgt zudem dafür, dass sich die Einsatzmengen der einzusetzenden Komponenten und Baugruppen erhöhen.
Beispiel
Für die Herstellung von 1 kg FERT A wird 1 kg ROH B und 1 kg ROH C benötigt. Steigt die Produktionslosgröße von 100 kg auf 156,25 kg, so steigt auch die Bedarfsmenge von ROH B und von ROH C auf je 156,25 kg. Diese sich aus dem Baugruppenausschuss von FERT A ergebende Bedarfsmenge wird bei der Disposition berücksichtigt. Reservierungen beziehungsweise Bestellanforderungen für die Rohstoffe berücksichtigen die Bedarfsmengen von 156 kg. Fließen Halbfabrikate in ein Fertigerzeugnis ein, so wird auch für diese Halbfabrikate der Bedarf in Abhängigkeit vom Baugruppenausschuss des Fertigerzeugnisses ermittelt.
Die Formel für die Berechnung des Baugruppenausschusses lautet:
Baugruppenausschuss= (1 / (1-Vorgangsausschuß AVO 10) * (1-Vorgangsausschuß AVO 20)) - 1
Hinweis
Hinsichtlich der durch den Baugruppenausschuss erhöhten Bedarfsmengen geht das System so vor, dass es die Solleinsatzmengen den Isteinsatzmengen gegenüberstellt. Abweichende Einsatzmengen werden in der Abweichungskategorie "Einsatzmengenabweichung" ausgewiesen.
Für Rohstoff B entsteht bereits Ausschuss, bevor er in die Fertigung eingeht. Dies kann zum Beispiel zur Ursache haben, dass unser Lieferant bereits mangelhafte Ware geliefert hat oder dass bei der Lagerung oder beim Transport in unserem Werk der Rohstoff so stark beschädigt wurde, dass er nicht mehr verwendet werden kann. Dieser Ausschuss wird als Komponentenausschuss in der Stückliste oder im Materialstammsatz gepflegt. Er erhöht ebenfalls die Bedarfsmengen einzusetzender Materialien und wird hinzugerechnet.
Beispiel
Durch den Baugruppenausschuss von FERT A hat sich der Bedarf für ROH B bereits auf 156 kg erhöht. In der Stückliste von FERT A haben Sie für den Rohstoff B zusätzlich einen Komponentenausschuss von 10% gepflegt. Für Rohstoff B steigt der Bedarf somit um 15,6 kg auf 171,6 kg.
Hinweis
Bei der Abweichungsermittlung wird der ungeplante Komponentenausschuss als "Einsatzmengenabweichung" ausgewiesen.
Der Vorgangsausschuss in der Stückliste übersteuert den im Materialstammsatz gepflegten Baugruppenausschuss. Wenn in der Stückliste ein Vorgangsausschuss gepflegt ist und das Nettokennzeichen gesetzt ist, dann ignoriert das System den Baugruppenausschuss für diese Stücklistenposition. Die Notwendigkeit, das Nettokennzeichen zu pflegen und einen Vorgangsausschuss in der Stückliste zu pflegen, ist in folgendem Falle gegeben:
Auch für den Rohstoff C ist die Bedarfsmenge von ursprünglich 100 kg auf 156,25 kg gestiegen. Rohstoff C wird aber erst am AVO 20 verarbeitet. Bis zum AVO 20 ist aber von der ursprünglichen (aufgrund des Baugruppenausschusses erhöhten) Produktionslosgröße von 156,25 kg nur noch eine zu verarbeitende Menge von 125 kg vorhanden. Dies bedeutet, dass der Bedarf von Rohstoff C um 25 kg, in unserem Falle also um 25% der ursprünglichen Bedarfsmenge von 100 kg, erhöht werden muss.
Beispiel
Sie setzen in der Stückliste von FERT A zur Stücklistenposition des Rohstoffes C das Nettokennzeichen und tragen in der Stücklistenposition einen Vorgangsausschuss von 25% ein. Das Nettokennzeichen bestimmt, dass der Baugruppenausschuss für diese Stücklistenposition ignoriert wird.
Der in der Stückliste gepflegte Vorgangsausschuss bestimmt, dass der Bedarf für diese Stücklistenposition um 25% erhöht wird.
Auf Basis des Planausschusses errechnete Einsatzplanmengen und Ausbringungsplanmengen

Siehe auch:
Informationen zur Berücksichtigung von geplanten Ausschussmengen in der Plankalkulation finden Sie unter Kalkulation von Ausschuss .