Verdichtungshierarchien
Verdichtungshierarchien verdichten Werte über von Ihnen definierte hierarchische Strukturen nach oben. Damit sind Analysen von Werten und Mengen auf höheren Ebenen wie beispielsweise auf Werksebene möglich.
In der Kostenträgerrechnung
verwenden Sie Verdichtungshierarchien, um Kosten und Mengen, die im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess angefallen sind, für einen bestimmten Betrachtungszeitraum verdichtet zu analysieren.
Beispiel
Sie legen fest, dass Ihre Auftragsdaten nach folgender Struktur verdichtet werden sollen:
Werk
Auftragsart
Damit haben Sie die Möglichkeit, sich alle verdichteten Daten zu einem bestimmten Werk anzeigen zu lassen und für dieses Werk die Werte für die einzelnen Auftragsarten zu betrachten.
Sie können mittels einer Verdichtungshierarchie die Werte folgender Objekte verdichten:
Instandhaltungs- und Serviceaufträge
Innenaufträge
Projekte
Kundenaufträge und deren Positionen
Produktionsaufträge, QM-Aufträge und Produktkostensammler
Hinweis
Je nach Bedarf können Sie nur die Objekte einer Objektart (z.B. nur Fertigungsaufträge) oder mehrerer Objektarten gemeinsam verdichten.
Wenn Sie nur Objekte einer bestimmten Objektart verdichten, werden die abhängigen Objekte einer anderen Objektart mitverdichtet. Wenn Sie beispielsweise ein Projekt verdichten, werden die dem Projekt zugeordneten Innenaufträge ebenfalls verdichtet.
Bei der Verdichtung von Kundenaufträgen können die dem Kundenauftrag zugeordneten Produktionsaufträge wahlweise mitverdichtet werden.
Durch die Definition von Exception-Regeln können Sie festlegen, dass bestimmte Knoten der Hierarchie, die vorher festgelegte Bedingungen erfüllen, durch farbige Ampeln gekennzeichnet werden sollen, die eine nähere Analyse erfordern. Zu diesem Zweck können Sie aus einer Hierarchieübersicht in Kostenartenberichte zu jenen Hierarchieknoten verzweigen, die näher zu analysieren sind.
Sie haben eine Verdichtungshierarchie im Customizing unter definiert.
Hinweis
Dabei werden Werte in der Objektwährung nur verdichtet, wenn die Verdichtungshierarchie einen Knoten Werk oder Buchungskreis enthält.
Möchten Sie die Verdichtung vom Auftragsstatus abhängig machen, so müssen Sie vorher ein Statusselektionsschema anlegen und dies in der Definition der Verdichtungshierarchie mit angeben. Sie definieren Statusselektionsschemata im Customizing unter .
Mit Hilfe einer Verdichtungshierarchie werden z.B. folgende Daten verdichtet:
Planwerte (z.B. Plankosten gesamt, Plankosten fix, Plankosten variabel, Planherstellmenge)
Istkosten (z.B. Istkosten gesamt, Istkosten fix, Istkosten variabel, Istherstellmenge)
Sollkosten (z.B. Sollkosten gesamt, Sollkosten fix, Sollkosten variabel, Sollherstellmenge)
Abweichungen (Plan/Ist-Abweichungen prozentual, Plan/Ist-Abweichungen absolut, Soll/Ist-Abweichungen prozentual, Abweichungskategorien)
Einsatzmengen (Solleinsatzmengen, Isteinsatzmengen)
Ware in Arbeit
Abgrenzungsdaten
Die einzelnen Stufen einer Verdichtungshierarchie bestehen aus Stammdatenfeldern bzw. Teilen von Stammdatenfeldern. Die Stammdatenfelder, über die Sie Daten verdichten können, sind fest vorgegeben und von der Art der Objekte, die verdichtet werden sollen, abhängig.
Bei der Verdichtung von Kundenaufträgen stehen Ihnen andere Stammdatenfelder für die Definition einer Verdichtungshierarchie zur Verfügung als bei der Verdichtung von Innenaufträgen.
Sie können die Daten der Hierarchie mit einer der folgenden Methoden verdichten:
Dynamische Verdichtung
Datenbeschaffungsläufe
Mit der dynamischen Verdichtung werden die Summen dynamisch bei jeder Ausführung des Berichts ermittelt. Diese Methode profitiert von den Vorteilen der SAP-HANA-Datenbank.
Da die Hierarchie- und Datenaggregation nicht in der Datenbank gespeichert werden, verringert die dynamische Verdichtung den Speicherplatzbedarf.
Bei der Verdichtung auf Grundlage von Datenbeschaffungsläufen werden Summen nach Periode und Kostenart für jeden Wert in einem Feld (z.B. Werk) ermittelt. Die Summen werden in ein Verdichtungsobjekt auf der Datenbank geschrieben.
Wenn Sie diese Methode verwenden, müssen Sie den Datenbeschaffungslauf ausführen, bevor Sie Berichte für Verdichtungsobjekte aufrufen. Beachten Sie, dass Berichte den Datenbestand zum Zeitpunkt des letzten Datenbeschaffungslaufs anzeigen. Dementsprechend müssen Sie einen neuen Datenbeschaffungslauf durchführen, wenn Sie aktuelle Daten in Ihren Berichten anzeigen möchten.
In der Regel führen Sie nach dem Periodenabschluss in der Kostenträgerrechnung
einen Datenbeschaffungslauf pro Verdichtungshierarchie aus.
Hinweis
Sie können den Umfang der zu verdichtenden Daten einschränken, indem Sie die Verdichtung von Auftragswerten vom Status der Aufträge abhängig machen. So können Sie z.B. nur die Daten solcher Aufträge verdichten, für die bereits Abweichungen ermittelt wurden.
Weitere Informationen zu Datenbeschaffungsläufen finden Sie unter Datenbeschaffung für Verdichtungshierarchie.
Berichte zur Analyse verdichteter Daten finden Sie in den Informationssystemen der einzelnen Anwendungskomponenten unter Verdichtete Analyse
.
Um einen Bericht auf der Grundlage von dynamisch generierten Verdichtungsdaten aufzurufen, wählen Sie Dynamische Verdichtung
.
Um einen Bericht auf der Grundlage von Verdichtungsdaten aufzurufen, die von einem Datenbeschaffungslauf angelegt wurden, wählen Sie mit definierter Verdichtungshierarchie
.
Im Selektionsbild geben Sie den technischen Namen der Verdichtungshierarchie und den Hierarchietyp ein. Der Hierarchietyp lautet in der Regel CO-Verdichtung
.
Sie können auch eine Teilhierarchie auswählen, um nur Teile der Hierarchie zu verdichten. Die Teilhierarchie geben Sie im Feld Teilhierarchie
ein.
Hinweis
Sie können verschiedene Layouts in den Berichten wählen, wie z.B. für Plan/Istvergleiche oder Ware in Arbeit.
Wählen Sie , um die Verdichtungshierarchie anzuzeigen.
Wählen Sie und markieren Sie ein Layout.