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FunktionsdokumentationKontierungen von Mehr- bzw. Mindererlösbuchungen

 

Beim Buchen eines Anlagenabgangs können Sie den für die abgehende Anlage erzielten Erlös eingeben. Aus der Differenz zwischen diesem Erlös und dem abgehenden Buchwert errechnet das System automatisch den erfolgsrelevanten Mehr-/Mindererlös. Da Mehr- bzw. Mindererlöse aus Anlagenabgängen nicht periodisch anfallen, haben sie nur eingeschränkte kostenrechnerische Relevanz. Deshalb kontiert das System diese Mehr- bzw. Mindererlöse nur statistisch auf Kostenstelle. Die eigentliche CO-Kontierung erfolgt auf das Profitcenter, das der jeweiligen Kostenstelle zugeordnet ist (vgl. Zusatzkontierungen).

Funktionsumfang

Abgangsvarianten

Die Behandlung von Mehr-/Mindererlösen bei Anlagenabgängen bzw. Umbuchungen ist in der Customizing-Definition der entsprechenden Bewegungsarten je Bewertungsbereich parametrisierbar (Funktion: Spezielle Abgangsbehandlung):

  • Abgang mit Mehr-/Mindererlös (Variante 0)

    Bei dieser Buchungsvariante bucht das System die Differenz aus dem erzielten Erlös und dem abgehenden Buchwert der jeweiligen Anlage als GuV-wirksamen Mehr-/Mindererlös. Dies ist die in den meisten Ländern verwendete/zulässige Buchungsvariante (z.B Deutschland).

  • Mehr-/Mindererlös passivieren (Variante 1)

    Diese Variante ist nur bei Teilabgängen möglich. Das System bucht hier keinen Mehr-/Mindererlös, sondern korrigiert die abgehenden anteiligen Wertberichtigungen durch eine Zuschreibungs-Folgebewegung um eben diesen Mehr-/Mindererlös. Es wird also keine GuV-wirksame Mehr-/Mindererlösbuchung gebucht. Stattdessen erhöht bzw. verringert sich der Buchwert des verbleibenden Anlagenteils um den Mehr-/Mindererlös. Auf diese Weise wird die GuV-Wirksamkeit eines Anlagenabgangs vom Geschäftsjahr der Abgangsbuchung auf die folgenden Abschreibungsjahre der jeweiligen Anlage verschoben.

    Wenn der Erlös die abgehenden Wertberichtigungen übersteigt, behandelt das System den übersteigenden Erlös gemäß Variante 0 als Mehrerlös.

    Bei Vollabgängen verwendet das System hier die Variante 0.

  • Erlös passivieren (Variante 2)

    Bei dieser Variante bucht das System keine abgehenden AHK/Wertberichtigungen. Stattdessen werden die vorhandenen kumulierten Wertberichtigungen um den erzielten Erlös korrigiert.

    Wenn der Erlös die vorhandenen kumulierten Wertberichtigungen übersteigt, behandelt das System den übersteigenden Erlös gemäß Variante 0 als Mehrerlös.

  • Mehr-/Mindererlös passivieren über AHK hinaus (Variante 4)

    Diese Variante ist nur bei Teilabgängen möglich. Das System bucht hier keinen Mehr-/Mindererlös, sondern korrigiert die abgehenden anteiligen Wertberichtigungen durch eine Zuschreibungs-Folgebewegung um eben diesen Mehr-/Mindererlös. Es wird also keine GuV-wirksame Mehr-/Mindererlösbuchung gebucht. Stattdessen erhöht bzw. verringert sich der Buchwert des verbleibenden Anlagenteils um den Mehr-/Mindererlös. Auf diese Weise wird die GuV-Wirksamkeit eines Anlagenabgangs vom Geschäftsjahr der Abgangsbuchung auf die folgenden Abschreibungsjahre der jeweiligen Anlage verschoben.

    Bei Vollabgängen verwendet das System hier die Variante 0.

Siehe auch: Grafik: Abgangsvarianten.

Hinweis Hinweis

Die Varianten Mehr-/Mindererlös bzw. Erlös passivieren (1 und 2) sind beispielsweise bei Anlagenkomplexen entsprechend der amerikanischen ADR-Gesetzgebung erforderlich (vgl. Anlagenkomplexe). Beachten Sie, dass das System bei diesen Varianten nur so lange passiviert, bis der Buchwert Null erreicht ist. Ein eventuell darüberhinausgehender Erlös wird dann gemäß Variante 0 als Mehrerlös gebucht. Negative Restbuchwerte werden durch diese Buchungen also nicht erreicht.

Ende des Hinweises
Kontierung Mehr-/Mindererlöse auf Abgangsanlagen

Standardmäßig kontiert das System Mehr-/Mindererlöse auf das entsprechende GuV-Konto, das in der jeweiligen Kontozuordnung hinterlegt ist. Daneben können Sie über ein Kennzeichen in der Bewegungsartendefinition steuern, dass Mehr-/Mindererlöse nicht auf dieses Konto, sondern als Zuschreibungen auf spezielle Abgangsanlagen kontiert werden. Diese Anlagen können Sie im Anlagen-Customizing unter Vorgänge auf folgende Arten bestimmen:

  • Sie geben je Anlagenklasse eine entsprechende Anlage an.

  • Sie definieren eine Substitutionsregel, mit deren Hilfe das System die Anlage ermitteln soll (siehe auch Validierung und Substitution).

Wenn Sie das Kennzeichen für die Anlagenkontierung von Mehr-/Mindererlösen in der allgemeinen Bewegungsartendefinition gesetzt haben, können Sie im Transaktionsbild für die spezielle Abgangsbehandlung den Abgangstyp 3 (Mehr-/Mindererlöse auf Abgangsanlage kontieren) bereichsspezifisch eingrenzen (im Customizing der Anlagenbuchhaltung (neu) unter Anfang des Navigationspfads Vorgänge Navigationsschritt Buchhalterische Behandlung von Mehr-/Mindererlösen Navigationsschritt Buchungsvariante bestimmen Ende des Navigationspfads).

Das Abstimmkonto für diesen Buchungsvorgang ist das Wertberichtigungskonto, das in der Kontozuordnung der Anlagen hinterlegt ist.

Hinweis Hinweis

Für Abgangsanlagen müssen negative Werte erlaubt sein. Andernfalls kann es – insbesondere wenn keine AHK auf der Anlage sind – zu einer Vollabschreibung im Jahr der Umbuchung kommen, obwohl eine Nutzungsdauer von mehreren Jahren in der Abgangsanlage angegeben ist.

Ende des Hinweises
Abgangsbedingter Ertrag aus Auflösung von Sonderposten

Indem Sie in den Kontenzuordnungen von Bewertungsbereichen für Sonderposten Mehr-/Mindererlöskonten eintragen, können Sie festlegen, dass das System den abgangsbedingten Ertrag aus Auflösung von Sonderposten in die Mehr-/Mindererlösermittlung einbezieht. Wenn Sie dort keine Konten hinterlegen, bucht das System den handelsrechtlichen Mehr-/Mindererlös und den Ertrag aus Auflösung von Sonderposten getrennt.

Buchen Restbuchwert

Die Einstellung Bei Abgang Restbuchwert buchen soll i.d.R. nicht für den gesamten Buchungskreis gelten, sondern für einzelne Rechnungslegungsvorschriften. Daher ist zusätzlich eine Differenzierung nach Bewertungsbereichen notwendig. Setzen Sie zunächst das Kennzeichen auf Buchungskreisebene, um die Differenzierung auf Bereichsebene zu ermöglichen. Anschließenend wählen Sie diejenigen Bewertungsbereiche aus, die bei einem Abgang den Restbuchwert der Anlag auf das Konto Verrechnung Erlös aus Anlagenverkauf bzw. Verrechng. Erlös Verkauf verb. Unternehmen buchen sollen. Es wird dann kein Mehr-/Mindererlös (bei Verkauf) bzw. kein Verlust aus Anlagenabgang (bei Verschrottung) gebucht. Diese Buchungsvariante ist beispielsweise gemäß den rechtlichen Rahmenbedingungen in Frankreich erforderlich, während sie in anderen Ländern meist nicht zulässig ist. Sie können auf diese Weise steuern, dass die Buchungsvariante z.B nur nach lokaler Rechnungslegungsvorschrift berücksichtigt wird, während Sie in der Konzernsicht weiterhin mit Mehr-/Mindererlösen buchen.