Ausnahmenunterdrückung in SAP F&R
Sie können in SAP Forecasting and Replenishment (SAP F&R) Regeln und Kritierien festlegen, um das Systemverhalten hinsichtlich der Unterdrückung eines F&R-Ausnahmeobjekts in bestimmten Situationen zu steuern. Dies kann sinnvoll sein, wenn zu viele Ausnahmen erzeugt werden oder die Umstände, die zur Erzeugung bestimmter Ausnahmen führen, nicht in angemessener Weise berücksichtigt werden (d.h. die Ausnahmen nicht immer relevant sind). Über entsprechende Kriterien und Regeln können Sie in solchen Fällen die Verwendung der betreffenden Ausnahmen in bestimmten Situationen steuern oder diese auch ganz unterdrücken.
Hinweis
Die Funktionen für die Ausnahmenunterdrückung können Sie nur verwenden, wenn Sie die Business Function SCM-FRE, Disposition und Optimierung in F&R (SCM_FRE_OPTIM
) aktiviert haben.
Ein Kriterium verwenden Sie, um ein Datenbankfeld (z.B. das Feld Listungsstatus
des Lokationsprodukts) über einen Vergleichsoperator mit einem Wert zu verknüpfen. Zur Laufzeit prüft das System bei der Erzeugung eines F&R-Ausnahmeobjekts, ob der Wert im betreffenden Datenbankfeld in der durch den Vergleichsoperator festgelegten Beziehung zum Wert des Kriteriums steht.
Eine Regel verwenden Sie, um verschiedene Kriterien über einen booleschen Operator miteinander zu verknüpfen. Sie können eine Regel mehreren F&R-Ausnahmeobjekttypen und einem F&R-Ausnahmeobjekttyp mehrere Regeln zuordnen. Dies ist insofern von Bedeutung als Sie möglicherweise bei einem bestimmten Ausnahmeobjekttyp je nach den Gegebenheiten in den Datenbanktabellen ein unterschiedliches Unterdrückungsverhalten erreichen möchten. Innerhalb einer Regel legen Sie das Unterdrückungsverhalten bei Rückgabe eines booleschen "wahr" fest. Folgende Möglichkeiten zur Unterdrückung von Ausnahmen stehen zur Verfügung:
Unterdrückung der Extraktion einer Ausnahme in SAP BW
Unterdrückung der Anzeige einer Ausnahme auf der F&R-Benutzungsoberfläche
Unterdrückung der Relevanz einer Ausnahme für die Verwendung in der Dispositions-Workbench für Filialen
Unterdrückung jeglicher Eintragungen zu einer Ausnahme in der Datenbank
Zur Laufzeit prüft das System bei der Erzeugung des betreffenden F&R-Ausnahmeobjekts alle zugeordneten Regeln und führt die Ausnahmenunterdrückung entsprechend den in den Regeln festgelegten Vorgaben aus. Sind einem F&R-Ausnahmeobjekttyp mehrere Regeln zugeordnet, kombiniert das System die Vorgaben zur Ausnahmenunterdrückung aus den einzelnen Regeln. Wenn eine der Regeln vorgibt, dass die Ausnahme nicht in die Datenbank geschrieben werden soll, ignoriert das System alle anderen Regeln und schreibt keinerlei Einträge zur betreffenden Ausnahme in die Datenbank.
Eine Ausnahme, die besagt, dass kein Bestand des Produkts XY in der Lokation YZ vorhanden ist, ist für Disponenten in folgenden Situationen nicht von Belang:
Das betreffende Produkt ist ein Ultralangsamdreher.
Das Produkt ist ausgelistet und das ABC-Kennzeichen hat einen bestimmten Wert, wie zum Beispiel "C".
Um die Behandlung dieser Ausnahme zu steuern, können Disponenten entsprechende Kriterien festlegen, die das System dann bei der Erzeugung der Ausnahmen auswertet. Diese Kriterien könnten beispielsweise wie folgt aussehen:
Wenn ein Produkt als Ultralangsamdreher eingestuft ist, soll die Ausnahme 214 der Nachrichtenklasse /FRE/EMON
nicht für die Anzeige relevant sein.
Wenn ein Produkt nicht gelistet ist und das ABC-Kennzeichen der Wert "C" hat, sollen zur Ausnahme 205 der Nachrichtenklasse /FRE/EMON
keine Einträge in die Datenbank geschrieben werden.