Berechnen der Zeitreihe für die künstliche Historie
Mit dieser Funktion können Sie Zeitreihen (künstliche Historien) für neue Produkte aufbauen, die auf den Zeitreihen (ZR) von Referenzprodukten basieren. Die künstliche Historie verdichtet – indem sie einen gewichteten Mittelwert bildet – die Zeitreihen von Referenzprodukten zu einer einzigen Zeitreihe, die SAP F&R für das neue Produkt in der Prognose verwendet.
Sie können entscheiden, ob Sie die künstliche Historie eines Lokationsprodukts neu aufbauen (damit eine vorhandene Zeitreihe ggf. überschreiben) oder eine vorhandene künstliche Historie fortschreiben wollen.
Nach folgenden Ereignissen müssen Sie die künstliche Historie manuell neu aufbauen:
Änderung der historischen ZR, BEF oder Listungsdaten von Referenzen. Weitere Informationen finden Sie unter Bearbeiten von Referenzdaten.
Änderung des historischen Betrachtungszeitraums (der Vergangenheitsperiode für die ZR im Zeitreihenprofil)
Folgende Perioden berücksichtigt das System bei der Berechnung der künstlichen Historie nicht:
die Perioden, in denen unterschiedliche BEF-Auftreten vorkommen
die Perioden, in denen das Referenzprodukt nicht gelistet ist
den Nichtheranziehungszeitraum
Periode, in der die Referenzen noch keine sinnvollen Zeitreihenwerte aufweisen, beispielsweise, da das Produkt noch keine gleichmäßigen Abverkäufe in der Filiale oder Warenausgänge im DZ hat.
Zum Berechnen der künstlichen Historie können Sie den Report /FRE/FU_HIST_REFMOD_CALC
einplanen
oder ihn manuell starten.
Sie können entweder das System automatisch über die Statusdaten auswerten lassen, ob es schon Historien gibt und diese fortschreiben; oder Sie starten das Programm mit der Option, dass in jedem Fall ein Neuaufbau der künstlichen Historie erfolgen soll.
Nachdem das System diese neu aufgebaut hat, ergänzt SAP F&R
diese anschließend bei jedem Programmlauf um weitere Zeitreihenwerte, bis
das Gültig-bis-Datum
des Referenzenbausteins
überschritten ist.
Das System bildet für jede Periode der Historie aus den Zeitreihenwerten der Referenzen einen Zeitreihenwert als gewichteten Mittelwert.
Beispiel
Berechnung der Zeitreihe einer vergangenen Periode
Einem Produkt sind drei Referenzen mit den Gewichtungsfaktoren 1, 2 und 3 zugeordnet.
Für die Referenzen liegen im Betrachtungszeitraum die Verbrauchswerte 2 ST, 2 ST und 4 ST vor.
Der gewichtete Mittelwert berechnet sich folgendermaßen: (1 * 2 ST + 2 * 2 ST + 3 * 4 ST) / (1 + 2 + 3) = 18 ST / 6 = 3 ST.
Hinweis
Kann das System den Mittelwert aufgrund fehlender oder ausgeschlossener
Zeitreihenwerte für eine Periode nicht berechnen, so ist die Zeitreihe für
diese Periode nicht definiert
.
Das System prüft und wertet u. a. folgende Parameter beim Aufbau der künstlichen Historie aus:
Datum für den Beginn der Zeitreihe
Wenn Sie die Zeitreihe fortschreiben, berechnet SAP F&R die
künstliche Historie ab dem (in den Status-Informationen hinterlegten) Datum Letzter
Aufbau der Historie
.
Wenn Sie die Zeitreihe neu aufbauen, verwendet SAP F&R die Anzahl der Perioden, die Sie im Prognoseprofil der zugeordneten Referenzen definiert haben, um das Beginndatum der Zeitreihe zu ermitteln.
Gültig-bis-Datum, Nichtheranziehungszeitraum und Listungszeitraum der Referenz
Zeitreihenwerte eines Referenzprodukts
Bei einer Filiale verwendet das System die Zeitreihen der Verbrauchsdaten. Bei einem Distributionszentrum verwendet das System die Zeitreihen, die es auch zur Prognose verwendet (möglich sind historische Warenausgänge, historische aggregierte Filialbestellungen und historische aggregierte POS-Daten).
Das System berücksichtigt Faktoren für besondere Schwankungen der Zeitreihenwerte (BEFs). Wenn ein BEF für alle Referenzprodukte gilt, ordnet ihn das System auch dem neuen Produkt zu.
Je nach BEF-Typ und -Auftreten, kann das System die Zeitreihenwerte der Referenzprodukte in der entsprechenden Periode berücksichtigen. Weitere Informationen finden Sie unter Berücksichtigung der Zeitreihenwerte in Abhängigkeit des BEF-Typs und Auftretens (Tabelle).
Das System sichert die künstliche Historie als Zeitreihe zum Referenzenbaustein. Es übergibt eine neu aufgebaute Historie an den F&R Processor, der sie bei der nächsten Prognoserechnung zusammen mit dem Niveauverschiebungsfaktor berücksichtigt.
Um den Aufbau der künstlichen Historie manuell zu starten, wählen
Sie vom Bild SAP Easy Access
aus .