Nettobedarfsrechnung Mit der Nettobedarfsrechnung ermittelt das System bei der Beschaffungsplanung für ein Lokationsprodukt die ungedeckten Produktbedarfe. Hierzu verrechnet das System die Produktbedarfe mit den Produktbeständen und den bereits vorhandenen PP/DS- und SNP-Produktzugängen.
Die meisten Beschaffungsplanungsheuristiken verwenden die
Standardnettobedarfsrechnung
, die Bedarfe mit fixierten Zugängen verrechnet. Die Standardheuristik SAP_PP_003 für die
Planung von Unterdeckungsmengen
(Algorithmus /SAPAPO/HEU_PLAN_DEFICITS) und die
Aktionen
, die neue oder geänderte Sekundärbedarfe sofort decken sollen, verwenden eine
von der Standardnettobedarfsrechnung abweichende Variante
. Bei dieser Variante zieht das System bei Bedarf zusätzlich zu den fixierten Zugängen auch nicht fixierte Zugänge zur Verrechnung heran.
Die Nettobedarfsrechnung ist der erste Schritt, den das System bei der Beschaffungsplanung für ein Produkt durchführt. Um die festgestellten Unterdeckungsmengen zu decken, versucht das System im Anschluss an die Nettobedarfsrechnung Zugänge anzulegen.
Die Nettobedarfsrechnung berücksichtigt alle Produktbedarfe, -bestände und -zugänge im Planungszeitraum, die Pegging-relevant sind und im selben Pegging-Bereich (Planungsabschnitt) liegen. Die Nettobedarfsrechnung ist also nicht lagerort- oder chargenspezifisch. Zu den Bedarfen zählen z.B. Kundenaufträge oder Planprimärbedarfe. Zu den Beständen gehört z.B. der frei verwendbare Bestand. Aufträge für Eigenfertigung (z.B. Planaufträge) oder für Fremdbeschaffung (z.B. Bestellungen) erzeugen Zugänge für das Auftragsprodukt. Die Nettobedarfsrechnung berücksichtigt die Pegging-relevante Menge der Bedarfe, Bestände und Zugänge.
In welcher zeitlichen Reihenfolge die Nettobedarfsrechnung Bedarfe verarbeitet und Bestände und Zugänge verwendet, hängt vom Verrechnungsverfahren ab. Die Nettobedarfsrechnung beginnt immer bei den frühesten Bedarfen und verrechnet sie mit den frühesten Beständen und fixierten Zugängen.
Für die Nettobedarfsrechnung sind die Bedarfstermine der Bedarfe und die Verfügbarkeitstermine der Bestände und Zugänge relevant. Mit Ausnahme von Chargen ist für die Nettobedarfsrechnung der Bedarfstermin eines Bestands der 1.1.1970. Die Nettobedarfsrechnung verbraucht als erstes diese Bestände. Danach verwendet es in zeitlicher Reihenfolge der Verfügbarkeitstermine Chargen und Zugänge.
Für die Nettobedarfsrechnung gelten Zugänge mit dem Status PP-fixiert als fixiert. Zu den fixierten Zugängen gehören z.B. die Zugänge folgender Aufträge:
Planaufträge und Bestellanforderungen, deren Verfügbarkeitstermin im Fixierungshorizont liegt
Planaufträge und Bestellanforderungen, die Sie manuell angelegt oder bearbeitet haben
Bestellungen und Produktionsaufträge
Auch Zugänge des
Supply Network Planning
(SNP), die nach dem PP/DS-Horizont liegen, sind für PP/DS fixiert. Wie die Nettobedarfsrechnung fixierte SNP-Aufträge berücksichtigt, hängt vom Verrechnungsverfahren ab.
Beschaffungsplanungsheuristiken berücksichtigen bei der Nettobedarfsrechnung die Sicherheitszeit .
Damit die Nettobedarfsrechnung einen Bedarf mit einem Zugang verrechnen kann, müssen die Merkmalsanforderung des Bedarfs und die Merkmalsbewertung des Zugangs kompatibel sein. Weitere Informationen finden Sie unter Verrechnungsverfahren .
Die Standardnettobedarfsrechnung kann die Haltbarkeitsdaten von Bedarfen und Zugängen bei der Verrechnung berücksichtigen. Weitere Informationen finden Sie unter Planen mit Haltbarkeitsdaten im PP/DS .