Aktion Aktivität, die das System in der
Produktions- und Feinplanung
(PP/DS) sofort ausführt, wenn für ein Produkt ein planungsrelevantes Ereignis eintritt.
Sie geben im PP-Planungsverfahren für jedes planungsrelevante Ereignis eine Aktion an. Welche Aktionen Sie für ein Ereignis verwenden können, hängt vom Ereignis ab. Welche Aktionen Sie verwenden sollten, hängt von Ihrem Planungsprozess ab. Eine Aktion führt das System automatisch aus; sie beschränkt sich daher auf den PP/DS-Horizont.
In den folgenden Abschnitten finden Sie die Beschreibungen der zur Verfügung stehenden Aktionen.
Das System tut nichts.
Um auf das Anlegen oder Ändern eines Sekundär- oder Umlagerungsbedarfs zu reagieren, stehen drei verschiedene Aktionen zur Verfügung. Den Aktionen ist gemeinsam, dass das System versucht, den neuen oder geänderten Sekundär- oder Umlagerungsbedarf sofort zu decken. Dazu führt das System zuerst eine Nettobedarfsrechnung mit Berücksichtigung nicht fixierter Zugänge durch, bei der es dem Bedarf bestehende Zugänge zuordnet. Wenn das System dem Sekundär- oder Umlagerungsbedarf verspätete oder gar keine Zugänge zuordnen kann, kann es den bedarfsverursachenden Auftrag später einplanen oder für den Sekundär- oder Umlagerungsbedarf neue Zugänge anlegen. Die Umplanung setzt allerdings voraus, dass Sie eine Feinplanungsstrategie verwenden, die Vorwärtsterminierung zulässt. Die Reaktion auf eine Unterdeckung oder auf eine verspätete Deckung des Bedarfs hängt wie folgt von der Aktion ab:
Sekundär- oder Umlagerungsbedarfe mit vorhandenen Zugängen sofort decken
Wenn das System für den Sekundär- oder Umlagerungsbedarf eine Unterdeckung feststellt, legt das System den Auftrag, der den Sekundär- oder Umlagerungsbedarf verursacht, nicht an. Wenn das System dem Sekundär- oder Umlagerungsbedarf vorhandene, aber verspätete Zugangselemente zuordnen kann, plant das System den bedarfsverursachenden Auftrag so spät ein, dass sein Sekundär- oder Umlagerungsbedarf durch die vorhandenen Zugangselemente rechtzeitig gedeckt wird.
Sekundär- oder Umlagerungsbedarfe wenn möglich sofort decken
Wenn das System für den Sekundär- oder Umlagerungsbedarf eine Unterdeckung feststellt, legt das System für die Unterdeckungsmenge neue Zugangselemente an.
Wenn die Deckung des Sekundär- oder Umlagerungsbedarfs durch vorhandene und neu angelegte Zugangselemente
nicht oder nicht rechtzeitig möglich ist, legt das System den bedarfsverursachenden Auftrag trotzdem an. Insbesondere führt eine verspätet mögliche Deckung des Sekundär- oder Umlagerungsbedarfs nicht zu einer späteren Einplanung des bedarfsverursachenden Auftrags. Die fehlende (rechtzeitige) Verfügbarkeit des benötigten Produkts bedeutet also keine Einschränkung für das Anlegen des bedarfsverursachenden Auftrags (
Unconstrained Supply
).
Sekundär- oder Umlagerungsbedarfe sofort decken
Wenn das System für den Sekundär- oder Umlagerungsbedarf eine Unterdeckung feststellt, legt das System für die Unterdeckungsmenge neue Zugangselemente an.
Wenn die Deckung des Sekundär- oder Umlagerungsbedarfs durch vorhandene und neu angelegte Zugangselemente verspätet möglich ist, plant das System den bedarfsverursachenden Auftrag so spät ein, dass sein Sekundär- oder Umlagerungsbedarf rechtzeitig gedeckt wird. Wenn die Deckung des Sekundär- oder Umlagerungsbedarfs nicht möglich ist, legt das System den bedarfsverursachenden Auftrag nicht an; der bedarfsverursachende Auftrag kann also nur dann angelegt werden, wenn das benötigte Produkt verfügbar ist (
Constrained Supply
).

Es kann Situationen geben, in denen ein neuer oder geänderter Sekundär- oder Umlagerungsbedarf teilweise durch vorhandene Zugänge zu seinem ursprünglichen Bedarfstermin gedeckt werden könnte. Damit wäre es im Prinzip möglich, einen bedarfsverursachenden Auftrag für eine entsprechende Teilmenge zum Wunschtermin anzulegen und für die Restmenge einen weiteren Auftrag anzulegen. Beachten Sie, dass diese Aktion einen solchen Auftragssplitt nicht durchführt.
Für das Anlegen von Zugangselementen verwenden diese Aktionen das im Lokationsproduktstamm eingestellte Losgrößenverfahren, wobei allerdings nur exakte oder feste Losgröße erlaubt sind. Das System beachtet den Baugruppenausschuss undbei exakter Losgrößedie minimale Losgröße, die maximale Losgröße und Rundung.

Die Aktion
Sekundär- und Umlagerungsbedarfe sofort decken
empfiehlt sich für eine mehrstufige Planung, bei der das System die notwendigen Planungsschritte über alle Stücklistenstufen sofort unter Berücksichtigung der Einschränkungen durchführen und machbare Termine ermitteln soll. Das Planungsresultat steht sofort zur Verfügung. Diese Aktion wird im
Standardplanungsverfahren 3
für die
Capable-To-Promise-Abwicklung
(CTP) verwendet. Außerhalb dieser Abwicklung sollten Sie die Aktion in der Regel nicht verwenden. Weitere Informationen finden Sie in den SAP-Hinweisen 426563 und 459694.
Das System führt bei einer planungsrelevanten Änderung für ein Produkt sofort die Produktheuristik aus; wenn im Lokationsproduktstamm keine Produktheuristik eingetragen ist, verwendet das System automatisch die Heuristik des Planungsverfahrens. Charakteristisch für diese Aktion ist:
Sie können die Aktion für beliebige Ereignisse verwenden.
Es gibt keine Einschränkungen für die zu verwendenden Losgrößenverfahren.
Eine fehlende oder verspätete Komponentenverfügbarkeit hat keinen Einfluss auf Termine in der übergeordneten Produktionsstufe (siehe Aktion
Sekundärbedarfe sofort decken
).
Da das System die Heuristik erst nach dem Sichern einer Änderung durchführt, sind in der interaktiven Planung die Planungsresultate nicht sofort sichtbar.
Das System erzeugt für das Produkt eine Planungsvormerkung. Um ein Produkt zu planen, für das es eine Planungsvormerkung gibt, führen Sie für das Produkt eine Planung mit einer Beschaffungsplanungsheuristik durch, z.B. mit einem MRP-Lauf im Produktionsplanungslauf. Der Vorteil einer Planung im Produktionsplanungslauf besteht darin, dass Sie steuern können, wann und wie oft Produkte geplant werden. Um die Systemperformance nicht zu belasten, können Sie Produktionsplanungsläufe z.B. nachts durchführen.

Sie können mit dieser Aktion z.B. auf Bedarfsänderungen reagieren. Für neue Bedarfe erzeugt das System nicht sofort Zugänge, sondern erst beim nächsten Planungslauf. Bis dahin liegen Unterdeckungen vor, und das System zeigt in der interaktiven Planung Alerts für Unterdeckung an. In dieser Phase können Sie nicht erkennen, ob die Unterdeckungen und damit die Alerts bei der nächsten Veränderungsplanung verschwinden werden, oder ob die Unterdeckungen ein manuelles Eingreifen erfordern. Eine Lösung dieses Problems besteht darin, dass Sie die Alerts einschränken und sie evt. nur im Fixierungshorizont anzeigen und bearbeiten.
SAP-Hinweis 439596