Lohnbearbeitung mit regelbasierter ATP-Prüfung
Mit dieser Funktion können Sie für die ATP-Prüfung einer Verkaufsbelegposition in der Lokationsfindungsaktivität festlegen, dass in der Ersatzlokation eine Lohnbearbeitung durchgeführt werden soll.
Diese Funktion wird mit Hilfe der Produktions- und Feinplanung (PP/DS) umgesetzt.
SAP APO benutzt für die Lohnbearbeitung die folgenden Funktionen:
regelbasierte ATP-Prüfung (siehe Regelbasierte Verfügbarkeitsprüfung)
mehrstufige ATP-Prüfung (siehe Mehrstufige ATP-Prüfung)
Umlagerung mit regelbasierter ATP-Prüfung (siehe Umlagerung mit regelbasierter ATP-Prüfung)
Umsetzung von ATP-Baumstrukturen (siehe Umsetzung von ATP-Baumstrukturen)
Neuanlage von Beschaffungsvorschlägen (siehe Neuanlage von Beschaffungsvorschlägen)
SAP APO benutzt diese Funktion für die Lohnbearbeitung nur im Falle von Kundeneinzelfertigung.
Sie können die Lohnbearbeitung nicht für Lieferpläne aus dem Vertrieb verwenden.
Die Ersatzlokation, auf die sich die Lokationsfindungsaktivität mit aktivierter Lohnbearbeitung bezieht, ist vom Typ Lieferant
.
Sie haben das Endprodukt und alle seine Komponenten für die beteiligten Lokationen (Eingabelokation, Lieferantenlokation, liefernde Lokation) angelegt und dem aktiven Modell zugeordnet.
Sie haben eine Produktionsdatenstruktur (PDS) der Verwendung P
für die Lieferantenlokation angelegt. Die PDS muss als Eingabe die Komponenten und als Ausgabe das Endprodukt besitzen. Weitere Informationen finden Sie unter Produktionsdatenstruktur
generiert aus R/3–Stammdaten.
Empfehlung
Für eine reibungslose Integration zwischen dem ERP-System und SAP SCM, empfehlen wir die Übertragung der SAP-SCM-spezifischen Stammdaten aus dem ERP-System mit dem Integrationsmodell des APO Core Interface (CIF).
Sie haben im Produktstamm das Standardplanungverfahren 5 für die beteiligten Lokationsprodukte ausgewählt. Weitere Informationen finden Sie unter Standardplanungsverfahren.
Sie haben im Produktstamm die Planauflösung 5 für das Endprodukt in der Lieferantelokation ausgewählt.
Sie haben einen Einplanungshorizont für die Umsetzung von ATP-Baumstrukturen angelegt. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für SAP Supply Chain Management (SAP SCM) unter .
Sie haben in der Prüfvorschrift die regelbasierte ATP-Prüfung aktviert und sichergestellt, dass der Aufruf der Produktion nicht eingestellt ist. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für SAP SCM unter .
Sie haben eine Regel angelegt und die Einstellungen dafür so vorgenommen, dass das System die Lieferantenlokation für das Endprodukt mit dem Lokationsfindungsschema ermitteln kann. Weitere Informationen finden Sie unter Regel.
Sie haben der Lieferantenlokation im Lokationsfindungsschema eine Lokationsfindungsaktivität zugeordnet, in der Sie die Lohnbearbeitung aktiviert haben. Weitere Informationen finden Sie unter Lokationsfindungsschema.
Sie haben die Einstellungen für die regelbasierte ATP-Prüfung so vorgenommen, dass das System für die Komponenten des Produkts die Lieferantenlokation durch die Eingabelokation oder andere lieferende Lokationen ersetzen kann. Weitere Informationen finde Sie unter Einstellungen für die regelbasierte Verfügbarkeitsprüfung.
Wenn Sie die Lohnbearbeitung aktivieren, aktiviert das System automatisch die Umlagerung und die direkte Produktion.
Achtung
Das System kann kein Capable-to-Promise (CTP) für Lokationsprodukte durchführen, die an der Lohnbearbeitung teilnehmen.
Das System startet die Lohnbearbeitung mit Hilfe einer Lokationsfindung im Rahmen einer regelbasierten ATP-Prüfung in SAP Advanced Planning and Optimization (SAP APO). Während der Prüfung erzeugt das System keine Dokumente oder Aufträge. Wenn Sie den Kundenauftrag sichern, speichert das System
die Prüfungsergebnisse in Form von ATP-Baumstrukturen. Sie müssen die ATP-Baumstrukturen in PP/DS mit dem Report Umsetzung ATP-Baumstrukturen –> Produktionsplanung
(/SAPAPO/RRP_ATP2PPDS) umsetzen, damit das System aus den ATP-Baumstrukturen Folgendes erzeugen kann:
Umlagerungsbestellanforderung für das Endprodukt
Planauftrag und Umlagerungsreservierung pro beteiligte Komponente
Um den Report aufzurufen, wählen Sie in SAP SCM vom Bild SAP Easy Access
aus .
Hinweis
Abhängig vom Einplanungshorizont kann das System die ATP-Baumstrukturen auch automatisch beim Sichern des Kundenauftrags umsetzen.
Nachdem Sie die SAP-SCM-Daten per CIF ins ERP-System rück-integrieren, finden Sie im ERP-System die Informationen im Dokument Lohnbearbeitungsbestellung
.
Ihr Unternehmen arbeitet zusammen mit verschiedenen Lieferanten, die ggf. auch kleinere Montagearbeiten verrichten. Sie möchten, dass bei mangelnder Verfügbarkeit des angeforderten Produkts automatisch im Distributionszentrum die Montage des Produkts bei einem Ihrer Lieferanten im Rahmen einer Lohnbearbeitung angestoßen wird. Der Lieferant kann die erforderlichen Komponenten aus anderen Lokationen oder Distributionszentren beziehen.