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  Beispiel zur Disaggregation und Rundung

Dieses Beispiel zeigt, wie eine Kennzahl unter folgenden Bedingungen disaggregiert wird:

Für den Planungsbereich haben Sie die Periodizität Monat und Woche festgelegt.

Der Planungsbereich enthält drei Merkmale: Verkaufsorganisation, Lokation und Produkt.

Sie verwenden für die Kennzahl die Berechnungsart und zeitliche Disaggregationsart Pro Rata.

Es sind aktuell keine Kennzahlwerte vorhanden.

Die Eingabe erfolgt auf Ebene der Verkaufsorganisation.

Die Planung erfolgt monatlich, d. h. das zur Datensicht gehörende Periodenraster enthält nur Monate.

Technische Perioden

Das System sichert die Daten in technischen Perioden. Eine Woche, die einen Übergang von einem Monat in den nächsten enthält, verfügt über zwei technische Perioden. Auf diese Weise unterscheidet das System die Daten verschiedener Monate.

Merkmalswertekombinationen

In der interaktiven Planung laden Sie die Daten für die Verkaufsorganisation V1. Zu der Verkaufsorganisation V1 existieren folgende Merkmalswertekombinationen:

Verkaufsorganisation

Produkt

Lokation

V1

P1

L1

V1

P2

L1

V1

P3

L1

V1

P1

L2

V1

P2

L2

Als Absatzmenge im Monat März erfassen Sie 100 Stück.

Zeitliche Disaggregation

Das System führt zunächst die zeitliche Disaggregation durch, d. h. es disaggregiert zuerst die 100 Stück auf Ebene der Verkaufsorganisation V1 in die technischen Perioden. Dabei legt das System die Anzahl der Arbeitstage in jeder Periode zu Grunde, da die Kennzahl noch keine Werte enthält. In unserem Beispiel wurde im Planungsbereich kein Fabrikkalender definiert, sodass das System von einer Woche mit sieben Arbeitstagen ausgeht. Der Monat März hat 31 Arbeitstage. Die Berechnung sieht wie folgt aus:

Techn. Periode

Anzahl Tage in techn. Periode

Berechnung

Abgerundeter Wert

Restwert

01.03

2

100 * 2/31 = 6,4516…

6

0,4516...

03.03

7

100 * 7/31 = 22,5806...

22

0,5806...

10.03

7

100 * 7/31 = 22,5806..

22

0,5806...

17.03

7

100 * 7/31 = 22,5806...

22

0,5806...

24.03

7

100 * 7/31 = 22,5806...

22

0,5806...

31.03

1

100 * 1/31 = 3,2258...

3

0,2258...

Summe:

 

 

97

3

Für jede technische Periode ermittelt das System den genauen Anteil und rundet diesen Wert gemäß der verwendeten Kennzahlgenauigkeit ab. In unserem Beispiel verwenden wir für die Kennzahlgenauigkeit die Option Keine Nachkommastellen .

Nun verteilt das System den Restwert von 3, den es über die einzelnen Restwerte aller Perioden gesammelt hat. Dazu wird der Restwert in entsprechend viele Anteile der kleinstmöglichen Einheit (siehe Rundung in der Absatzplanung ) aufgeteilt und jede Periode erhält gemäß der absteigenden Rangfolge ihres Restwerts einen solchen Anteil zugewiesen. Bei Perioden mit gleicher Rangfolge erfolgt eine gestreute Verteilung der Anteile, um eine Ansammlung von Resten in benachbarten Perioden zu verhindern.

Technische Periode

Restwert aus 1. Stufe

Rangfolge Restwert

Anteil

Ergebnis

01.03.

0,4516...

2.

0

6

03.03.

0,5806...

1.

1

23

10.03.

0,5806...

1.

0

22

17.03.

0,5806...

1.

1

23

24.03.

0,5806...

1.

1

23

31.03.

0,2258...

3.

0

3

Summe:

 

 

 

100

Das Gesamtergebnis der zeitlichen Disaggregation auf Ebene der Verkaufsorganisation V1 sieht folgendermaßen aus: Das System weist der ersten technischen Periode 01.03. (zwei Arbeitstage) 6 Stück zu. Den nachfolgenden Perioden 03.03., 17.03. und 24.03. (jeweils sieben Arbeitstage) weist das System aufgrund der gestreuten Verteilung der Restwertanteile 23 Stück zu. Die gleichrangige Periode 10.03. (sieben Arbeitstage) erhält keinen Restwertanteil und daher lediglich 22 Stück. Der letzten Periode 31.03 (ein Arbeitstag) weist das System 3 Stück zu.

Sachliche Disaggregation

Anschließend führt das System die sachliche Disaggregation in der Aggregationshierarchie durch. Das bedeutet, dass das System die Daten von der aggregierten Ebene auf die detaillierte Ebene verteilt und dabei die Berechnungsart der Kennzahl anwendet, in diesem Fall Pro Rata.

Die vorab durch die zeitliche Disaggregation ermittelten Werte verteilt das System separat für jede einzelne technische Periode von der Ebene der Verkaufsorganisation auf die fünf Merkmalswertekombinationen. Da bisher noch keine Kennzahlwerte existieren, verteilt das System die Daten gemäß der verwendeten Berechnungsart gleichmäßig. Die dabei angewandte Rundungslogik und Restwertverteilung entspricht den oben unter Zeitliche Disaggregation beschriebenen Methoden. Allerdings wendet das System hier bei der Restwertverteilung für Merkmalswertekombinationen mit gleicher Rangfolge keine gestreute Verteilung an, sondern weist die ermittelten Anteile in fortlaufender Reihenfolge zu. Um eine Anhäufung von Restwerten bei einzelnen Merkmalswertekombinationen zu vermeiden, vermerkt das System bei jeder Disaggregation von Werten einer technischen Periode, bei welcher Merkmalswertekombination es zuletzt einen Restwert addiert hat. Das System beginnt dann in der nächsten Periode bei der nachfolgenden Merkmalswertekombination mit der weiteren Restwertzuweisung.

Im nachfolgenden Beispiel werden die 23 Stück, die in der technischen Periode 03.03 zu verteilen sind, für die fünf Merkmalswertekombinationen berechnet:

Merkmalswertekombination

Berechnung

Abgerundeter

Wert

Restwert

P1 L1

23 * 1/5 = 4,6

4

0,6

P2 L1

23 * 1/5 = 4,6

4

0,6

P3 L1

23 * 1/5 = 4,6

4

0,6

P1 L2

23 * 1/5 = 4,6

4

0,6

P2 L2

23 * 1/5 = 4,6

4

0,6

Summe

 

20

3

Nach Ermittlung der Anteile und Abrundung dieser Werte erfolgt nun die Verteilung des Restwerts von 3 auf die fünf Merkmalswertekombinationen gemäß der Rangfolge ihres Restwerts. Alle Merkmalswertekombinationen besitzen in unserem Beispiel die gleiche Rangfolge. Vor der Disaggregation der Werte der technischen Periode 03.03 wurden die Werte der technischen Periode 01.03 verteilt. Hierbei erfolgte genau eine Restwertzuweisung bei der ersten Merkmalswertekombination P1 L1. Daher beginnt die Restwertzuweisung für die nachfolgende Periode bei der zweiten Merkmalswertekombination P2 L1. Das System führt die Restwertzuweisung für Merkmalswertekombinationen mit gleicher Rangordnung in fortlaufender Reihenfolge so lange durch, bis der Restwert vollständig verteilt ist.

Merkmalswertekombination

Restwert aus 1. Stufe

Rangfolge Restwert

Anteil

Ergebnis

P1 L1

0,6

0

4

P2 L1

0,6

1

5

P3 L1

0,6

1

5

P1 L2

0,6

1

5

P2 L2

0,6

0

4

Summe:

 

 

 

23

Das System führt die Berechnung nacheinander für alle technischen Perioden durch. Das Gesamtergebnis stellen wir in der folgenden Abbildung schematisch dar: