CTP mit Produktion direkt Wenn Sie in der
Prüfvorschrift
die Option
Produktion direkt
eingestellt haben, dann führt das System anstelle einer Verfügbarkeitsprüfung eine Nettobedarfsrechnung aus. Die Nettobedarfsrechnung ermittelt Überschüsse, die dann an den aktuell geprüften Bedarf verteilt werden können. Wenn das System keine überschüssigen Zugangselemente finden kann, dann wird die Produktionsplanung exklusiv für den aktuell geprüften Bedarf durchgeführt. Das System legt dann ein neues Zugangselement an und ordnet dies dem Bedarf zu.
Sie können einstellen, ob das System bei der CTP-Prüfung vorhandene Zugangselemente, die bereits anderweitig zugeordnet sind, aber terminlich gut passen, berücksichtigen und ggf. zuordnen soll, d.h. eine Neuverteilung von Zugangselementen durchführen soll, oder nicht.
Bei
Produktion direkt
führt das System eine Nettobedarfsrechnung anstelle der ATP-Prüfung durch. Aus diesem Grund kann das System bei dieser Form der Verfügbarkeitsprüfung den
Prüfumfang
und den
ATP-Horizont
nicht verwenden
.
Wenn Planaufträge nur mit Hilfe der CTP-Prüfung angelegt werden, dann kann es zu einer zufälligen Verteilung der Planaufträge auf der Zeitachse kommen. Dies führt zu einer ungünstigen Rüstreihenfolge. Bei der Einplanung der Aufträge können sich viele kleine Lücken auf der Zeitachse bilden, die mit der Strategie
Lücke suchen
nicht gefüllt werden können, da die neu einzuplanenden Vorgänge häufig länger sind als die Lücken. Daher sollten Sie für die von der CTP-Prüfung angelegten Planaufträge von Zeit zu Zeit eine Reihenfolgeplanung oder Reihenfolgeoptimierung durchführen. Dabei optimiert das System die Rüstreihenfolge und versucht die Lücken zwischen den Aufträgen zu schließen. Anschließend erhalten Sie bessere Bestätigungstermine.
Sie haben in der Prüfvorschrift im Feld
Produktion starten
die Option
Produktion direkt
eingestellt.
Wenn das System bei der CTP-Prüfung eine
Neuverteilung
von vorhandenen, ggf. bereits anderweitig zugeordneten Zugangselementen durchführen soll, dann müssen Sie im
PP-Planungsverfahren
des zu prüfenden Produktes das Kennzeichen
Produktion direkt mit Neuverteilung
setzen.
Im PP-Planungsverfahren müssen Sie eine
ABAP-Klassen für CTP-Prozesse
eintragen. Sie können die
Neuverteilung bei Produktion direkt
nur in Verbindung mit folgenden ABAP-Klassen einsetzen:
/SAPAPO/CL_RRP_CTP
/SAPAPO/CL_RRP_FIX
Wenn Sie ohne Neuverteilung der Zugangselemente arbeiten, dann kann das System bei der CTP-Prüfung dem Kundenbedarf über die Nettobedarfsrechnung nur die überschüssigen Zugangselemente zuordnen. Wenn die vorhandenen Zugänge nicht ausreichen, dann legt die Planung ein neues Zugangselement für den geprüften Kundenbedarf an. Zuordnungen, die das System bereits bei den vorangegegangene Verfügbarkeitsprüfungen vorgenommen hatte, bleiben unangetastet. D.h., auch wenn es für den neu hinzugekommenen Bedarf ein zeitlich passendes Zugangselement oder Bestand gibt, ordnet das System dem Bedarf das vorhandene Zugangselement oder den vorhandenen Bestand nicht zu, dadas Zugangselement oder der Bestand bereits einem anderen Bedarf zugeordnet wurde. Das System legt in diesem Fall ein neues Zugangselement an, das dann unter Umständen terminlich nicht unbedingt passend ist.
Wenn Sie das entsprechende Kennzeichen im
PP-Planungsverfahren
gesetzt haben, dann prüft das System bei einem neu hinzugekommenen Kundenbedarf, ob es genügend Bestand oder ein zeitlich passendes Zugangselement gibt und ordnet dies dem neuen Bedarf zu. Dies erfolgt auch dann, wenn das Zugangselement oder der Bestand zuvor bereits einem anderen Bedarf zugeordnet war. Voraussetzung dafür ist, dass die Planung in der Lage ist, ein neues, terminlich passendes Zugangselement für den anderen Bedarf anzulegen. Durch die Neuzuordnung bestehender Zugangselemente erreichen Sie unter Umständen ein besseres Bestätigungsdatum.
Es liegt folgende Bedarfs-/Bestandssituation vor:
Datum |
Zugangs-/Bedarfselement |
Menge |
|---|---|---|
1.10.2005 |
Bestand |
100 Stück |
1.11.2005 |
Kundenauftrag |
100 Stück |
Ein neuer Kundenauftrag wird zum 5.10. in Höhe von 30 Stück angelegt.
Bei der CTP-Prüfung wird die Produktionsplanung aufgerufen, um ein Zugangselement für den Termin 5.10. in Höhe von 30 Stück anzulegen, da der Bestand nicht verwendet werden kann, da das System den Bestand bereits dem Kundenauftrag mit dem Termin 1.11. zugeordnet hat.
Aufgrund von Kapazitätsengpässen, kann das System einen Planauftrag jedoch erst zum 8.10. anlegen. Der neue Kundenauftrag wird daher erst zum 8.10. bestätigt.
Bei der CTP-Prüfung ordnet das System dem neuen Kundenauftrag 30 Stück aus dem Bestand zu.
Die Produktionsplanung wird für den Termin 1.11. zur Deckung der fehlenden Menge in Höhe von 30 Stück aufgerufen. Da das System in der Lage ist, den Planauftrag termingerecht anzulegen, ist die fehlende Menge zum 1.11. verfügbar.
Das System kann nun den neuen Kundenauftrag zum Wunschtermin (5.10.) bestätigen.