Pegging-Strategie Vorschrift, die festlegt, in welcher zeitlichen Reihenfolge das System beim dynamischen Pegging Bedarfe verarbeitet, und in welcher zeitlicher Reihenfolge das System die Zugangselemente im Pegging-Intervall einem Bedarf zuordnet. Die Pegging-Strategie steuert also,
welchen Bedarf das System zuerst verarbeitet
welche Zugänge das System zuerst verwendet
Grundsätzlich beginnt das System beim dynamischen Pegging mit dem Bedarfselement, das zeitlich am frühesten liegt, verarbeitet dann das nächste Bedarfselement usw. Wenn Bestände vorhanden sind und die Verfügbarkeitstermine der Bestände es erlauben, muss das System einem Bedarfselement zuerst Bestände zuordnen:
Wenn der Bedarfstermin des Bedarfselements in der Vergangenheit liegt, darf das System einem Bedarfselement Bestände zuordnen, deren Verfügbarkeitstermin innerhalb oder außerhalb des Pegging-Intervalls liegt.
Außer bei Chargen ist der Verfügbarkeitstermin eines Bestands der aktuelle Termin.
Wenn der Bedarfstermin des Bedarfselements in der Zukunft lieg, darf das System dem Bedarfselement nur Bestandselemente zuordnen, die innerhalb des Pegging-Intervalls liegen.
Um den verbleibenden Bedarf zu decken, muss das System dem Bedarfselement Zugangselemente zuordnen. Da innerhalb des Pegging-Intervalls eines Bedarfselements die Verfügbarkeitstermine mehrerer Zugänge liegen können, müssen Sie festlegen, welche Zugänge das System zuerst verwenden soll. Sie haben folgende Optionen:
früheste Zugänge verwenden (First in first out)
Hier verwendet das System zur Deckung eines Bedarfs die frühesten Zugänge im Pegging-Intervall, d.h. zuerst den ersten Zugang im Pegging-Intervall, dann den zweiten usw. Mit dieser Strategie werden überschüssige Zugänge erst spät verfügbar.
rechtzeitige Zugänge verwenden
Hier verwendet das System zur Deckung eines Bedarfs möglichst rechtzeitige Zugänge im Pegging-Intervall. Ausgehend vom Bedarfstermin sucht das System daher zuerst bis zum Beginn des Pegging-Intervalls. Wenn das System in diese Richtung keine Zugänge findet, sucht das System ausgehend vom Bedarfstermin bis zum Ende des Pegging-Intervalls. Diese Strategie unterstützt eine bedarfssynchrone Produktion.
Die Pegging-Strategie legen Sie im Lokationsproduktstamm auf der Registerkarte
Bedarf
unter
Pegging
fest.

Wenn Sie die
Merkmalsabhängigen Planung
(CDP) einsetzen, berücksichtigt das dynamische Pegging die Merkmalsanforderungen und -bewertungen der Bedarfe bzw. Zugänge. Aber auch hier verarbeitet das dynamische Pegging die Bedarfe und Zugänge streng nach der durch die Pegging-Strategie vorgegebenen Reihenfolge. Das dynamische Pegging versucht nicht, eine für den Materialfluss günstigere Lösung zu finden, die es geben kann, wenn Sie Merkmale mit Mehrfachbewertungen, Intervallen oder keinen Bewertungen verwenden. Beachten Sie hierzu den Hinweis 526883.
Im Rahmen der Pegging-Strategie kann das System zusätzlich folgende Bedingungen aus dem Lokationsproduktstamm berücksichtigen:
Alerts vermeiden
Wenn Sie das Kennzeichen
Alerts vermeiden
setzen, versucht das System, Pegging-Beziehungen ohne Alerts herzustellen. Zuerst versucht das System, einen Bedarf mit
einem mengenmäßig passenden Zugang zu verknüpfen, d.h. die Zugangsmenge mussim Rahmen der Liefertoleranzengleich der Bedarfsmenge sein. Wenn im Pegging-Intervall kein mengenmäßig passender Zugang vorhanden ist, darf das System dem Bedarf mehrere Zugänge oder eine Teilmenge eines Zugangs zuordnen, die es ebenfalls auf der Basis der Pegging-Strategie ermittelt. Hierbei versucht es aber, Termin-Alerts zu vermeiden, d.h. es ordnet dem Bedarf nur Zugänge zu, die im Zeitintervall zwischen den Alert-Schwellen für Termin-Alerts liegen.
Komplette Zugänge oder Bestände verwenden
Wenn Sie das Kennzeichen
Ges. Auftrag verwenden
oder
Ges. Bestand verwenden
setzen, muss das System einem Bedarf die volle Menge eines Zugangs- bzw. Bestandselements zuordnen; das System darf nicht nur Teilmengen verwenden. Wenn durch die Zuordnung eine Überdeckung entstehen würde, darf das System das Zugangs- bzw. Bestandselement dem Bedarf nicht zuordnen.
Folgende Grafik erklärt die Pegging-Strategien anhand des Beispiels, das auch unter Pegging-Intervall verwendet wird.

Pegging-Strategien
Im Pegging-Intervall des gelb markierten Bedarfselements liegen die Verfügbarkeitstermine der Zugangselemente a, b und c. Welches dieser Zugangselemente das System dem Bedarfselement zuordnet, hängt wie folgt von der Pegging-Strategie ab:
Mit der Pegging-Strategie
Früheste Zugänge verwenden
beginnt das System die Suche nach Zugangselementen am Beginn des Pegging-Intervalls.
Es ordnet dem Bedarfselement daher das Zugangselement
a zu. Da der Verfügbarkeitstermin des Zugangselements
a um mehr als einen Tag vor dem Bedarfstermin liegt, erzeugt das System einen Alert. Wenn das Zugangselement
a statt 100 Stück nur 50 Stück produzieren würde, würde das System dem Bedarfselement noch 50 Stück vom Zugang
b zuordnen.
Mit der Pegging-Strategie
Rechtzeitige Zugänge verwenden
sucht das System vom Bedarfstermin bis zum Beginn des Pegging-Intervalls nach Zugangselementen. Es ordnet dem Bedarfselement daher das Zugangselement
b zu. Wenn das Zugangselement
b statt 100 Stück nur 50 Stück produzieren würde, würde das System dem Bedarfselement noch 50 Stück vom Zugang
a zuordnen. Wären die Zugangselement
a und
b nicht vorhanden, würde das System in dieser Richtung keine Zugänge finden. In diesem Fall würde das System bis zum Ende des Pegging-Intervalls suchen und dem Bedarfselement das Zugangselement
c zuordnen.