Dynamisches PeggingDynamisches Pegging ist eine Funktion, mit der das System Bedarfe für ein Lokationsprodukt automatisch mit passenden Beständen oder Zugängen für das Lokationsprodukt verknüpft. Wenn sich die Planung für das Lokationsprodukt ändert, z.B. wenn Sie neue Bedarfe oder Zugänge angelegt oder Termine geändert haben, kann das System mit dynamischem Pegging neue dynamische Pegging-Beziehungen herstellen, die an die geänderte Planung angepasst sind. Dynamische Pegging-Beziehungen bleiben daher im allgemeinen nicht dauerhaft erhalten.
Dynamische Pegging-Beziehungen werden von verschiedenen SAP-APO-Anwendungen ausgewertet, z.B. um die Planungssituation zu analysieren, um Planungsprobleme zu identifizieren oder um bestimmte Planungsaufgaben durchzuführen; diese Anwendungen führen daher bei Bedarf automatisch ein dynamisches Pegging durch. Dazu gehören beispielsweise folgende Anwendungen:
Capable-To-Match-Planung
(CTM)
Die CTM-Planung kann auf der Basis dynamischer Pegging-Beziehungen z.B. ungedeckte Bedarfe identifizieren, für die sie Bestände und Zugänge finden muss.
Erzeugung und Anzeige von Alerts in der interaktiven
Produktions- und Feinplanung
(PP/DS) und im
Alert Monitor
Wenn Sie ein Tool der interaktiven PP/DS-Planung aufrufen oder interaktiv die Planung aktualisieren, berechnet das System die dynamischen Pegging-Beziehungen und zeigt die aktuellen, pegging-bezogenen Alerts (Mengen- und Termin-Alerts) in der Planungsoberfläche an.
PP/DS-Optimierung
Auf der Basis von dynamischen Pegging-Beziehungen kann die PP/DS-Optimierung Verspätungen oder Lagerkosten minimieren. Daher führt das System zu Beginn eines Optimierungslaufs ein dynamisches Pegging durch.
Feinplanung
Auf der Basis von Pegging-Beziehungen kann das System bei der Feinplanung die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Aufträgen auf verschiedenen Produktionsstufen berücksichtigen und ggf. Terminänderungen mehrstufig an abhängige Aufträge propagieren.
PP/DS-Heuristiken
Verschiedene PP/DS-Heuristiken verarbeiten Pegging-Beziehungen abhängig von ihrer Planungsaufgabe und führen daher im Heuristiklauf ein dynamisches Pegging durch. Beispielsweise können die Heuristiken für die kundenauftragsorientierte Planung SAP_PP_014, SAP_PP_015 und SAP_PP_016 auf der Basis von Pegging-Beziehungen offene Planprimärbedarfe ermitteln, denen keine Kundenaufträge gegenüberstehen, und diese Planprimärbedarfe und die abhängigen Planaufträge entsprechend mehrstufig reduzieren. In folgender Tabelle finden Sie eine Zusammenstellung von Heuristiken, die Pegging-Beziehungen verarbeiten.
Heuristik |
Kurzbeschreibung |
Algorithmus |
SAP_PP_005 |
|
/SAPAPO/HEU_PART_PERIOD |
SAP_PP_006 |
|
/SAPAPO/HEU_PUR_PLANNING |
SAP_PP_012 |
|
/SAPAPO/HEU_PRIO_CHANGE |
SAP_PP_013 |
|
/SAPAPO/HEU_PART_PERIOD |
SAP_PP_014 |
|
/SAPAPO/HEU_REQ_ASCERTAIN |
SAP_PP_015 |
|
/SAPAPO/HEU_ORGANIZE_VIA_PEGID |
SAP_PP_016 |
|
/SAPAPO/HEU_ORGANIZE |
Weitere Informationen finden Sie in der Systemdokumentation zu den Heuristiken.
Damit das System dynamisches Pegging für ein Lokationsprodukt durchführen kann, dürfen Sie im Lokationsproduktstamm auf der Registerkarte
Bedarf
unter
Pegging
das Kennzeichen
Dynamisches Pegging ausschalten
nicht
gesetzt haben. Weitere Informationen finden Sie unter
Ausschalten des dynamischen Pegging
.
Die Verknüpfung von Bedarfselementen mit Bestands- oder Zugangselementen führt das System nach folgenden, systemintern eingestellten oder benutzerdefinierten Vorgaben durch:
Das System darf nur pegging-relevante Bedarfs-, Bestands- und Zugangselemente verknüpfen, die zum selben Pegging-Bereich gehören.
Bei
Merkmalsabhängiger Planung
(CDP) müssen die Merkmalsanforderungen und Merkmalsbewertungen der Bedarfe bzw. Zugänge kompatibel sein. Beachten Sie: Dynamisches Pegging erfolgt
nicht
lagerort- oder chargenspezifisch.
Das System darf für ein Bedarfselement, das nicht in der Vergangenheit liegt, nur Bestands- und Zugangselemente verwenden, deren Verfügbarkeitstermin im benutzerdefinierten Pegging-Intervall des Bedarfselements liegt.
Hinweis
Der Verfügbarkeitstermin eines Bestandselements ist der Planungszeitpunkt.
Für ein Bedarfselement, das in der Vergangenheit liegt, darf das System ein Bestandselement auch dann verwenden, wenn der Verfügbarkeitstermin des Bestandselements außerhalb des Pegging-Intervalls des Bedarfselements liegt. Zugangselemente müssen aber im Pegging-Intervall liegen.
Das System muss einem Bedarfselement zuerst Bestandselemente zuordnen.
Das System muss Bedarfs- und Zugangselemente gemäß der vom Benutzer für das Produkt festgelegten Pegging-Strategie verknüpfen (z.B. muss es zuerst die frühesten Zugänge im Pegging-Intervall verwenden).
Das System berücksichtigt beim Pegging die pegging-relevanten Mengen .
Das System darf nur vorhandene Bestände und Zugänge verwenden, deren Mengen noch nicht oder nur teilweise anderen Bedarfen zugeordnet sind.
Je nach den benötigten oder bereitgestellten Mengen kann das System mehrere Zugangs- und Bestandselemente einem Bedarfselement oder ein Zugangs- oder Bestandselement mehreren Bedarfselementen zuordnen (siehe Grafik unter Pegging ).