Abrufsplit und Sollabruf Ihre Kunden übermitteln Ihnen die gewünschten Mengen im lieferrelevanten Abruf und/oder Vorschauabruf.
Im Rahmen der Eingangsverarbeitung wird im SAP-APO-System aus lieferrelevantem Abruf und Vorschauabruf automatisch ein Sollabruferzeugt:
Wenn Sie beide Abrufarten verwenden, dann wird der Abrufhorizont bei der Erzeugung des Sollabrufs berücksichtigt. D.h. bis zum Abrufhorizont werden die Einteilungen des lieferrelevanten Abrufs bei der Erzeugung des Sollabrufs zugrunde gelegt. Außerhalb des Abrufhorizonts werden die Einteilungen des Vorschauabrufs herangezogen.
Wenn Sie ausschließlich lieferrelevante Abrufe oder ausschließlich Vorschauabrufe empfangen, dann wird der Sollabruf nur aus einem Abruf erzeugt. Entweder werden alle Einteilungen in den Sollabruf übernommen, oder falls ein Splitprofil zugeordnet ist, die Einteilungen innerhalb der Gültigkeit des zugeordneten Splitprofils liegen.
Der Sollabruf ist ein interner Abruf, mit dem Sie die Bedarfe effizienter planen können.
Sie können außerdem festlegen, dass Wochen- oder Monatsmengen, die Ihnen der Kunde im Vorschauabrufübermittelt, aufgesplittet werden ( Abrufsplit) und im Sollabrufs als Tagesmengen ausgewiesen werden.
Wenn Sie Wochen- oder Monatsmengen des Vorschauabrufs in Tagesmengen aufteilen möchten, dann müssen Sie ein entsprechendes Abrufsplitprofil verwenden.
Wenn Sie möchten, dass die Bedarfsmengen, d.h. Abrufeinteilungen, die Kunden übermitteln, unverändert in die Planung eingehen, dann werden Sie kein Abrufsplitprofil verwenden.
Pflegen Sie die Einstellungen zum Abrufsplitprofil im Customizing von
Advanced Planning and Optimization
unter
Im Rahmen der Eingangsverarbeitung können Vorschauabrufe gesplittet werden, falls Sie ein Abrufsplitprofil verwenden.
Aus dem lieferrelevanten Abruf und dem ggf. gesplitteten Vorschauabruf wird anschließend der Sollabruf erzeugt.
Wenn Sie ein Abrufsplitprofil verwenden, können Sie im Customizing festlegen,
welches Datum dem Abrufsplit zugrunde gelegt wird (Basisdatum)
D.h. Sie können festlegen, ob der Abrufsplit von Einteilungen ab dem Abrufdatum (Datum, an dem der Kunde den Abruf erzeugt hat) durchgeführt werden soll oder ab dem Tag, an dem der Sollabruf erzeugt wurde.
welche Einteilungen in den Sollabruf übernommen oder ausgeschlossen werden sollen (Gültigkeit)
D.h. Sie können z.B. festlegen, dass nur die Einteilungen der nächsten zwei Monate in den Sollabruf übernommen werden.
Abrufeinteilungen nach der Gültigkeit werden nicht in den Sollabruf übernommen.
Wochen- und Monatsmengen, die innerhalb des Gültigkeitszeitraums liegen, werden gemäß Splitregel aufgeteilt und in den Abruf übernommen.
Aus dem Basisdatum und der Gültigkeit wird ein Zeitraum ermittelt, so dass alle Einteilungen dieses Zeitraums in den Sollabruf übernommen werden.
wie Einteilungen aufgesplittet werden (Aufsplitregel)
D.h. Sie können festlegen, welche täglichen Teilmengen aus Einteilungen mit Wochen- oder Monatsmengen gebildet werden.
Zum Beispiel können Sie festlegen, dass Wochenmengen zu gleichen Teilen auf fünf Tage aufgeteilt werden.
Außerdem können Sie festlegen, wie Feiertage behandelt und Mengen gerundet werden sollen.
dass innerhalb der Gültigkeit unterschiedliche Abrufsplitregeln verwendet werden sollen (Reichweite der Abrufsplitregel)
D.h. Sie können festlegen, dass Einteilungen unterschiedlicher Zeiträume nach verschiedenen Abrufsplitregeln aufgeteilt werden.
Zum Beispiel können die Abrufeinteilungen eines zweimonatigen Gültigkeitszeitraums in den ersten vier Wochen anders aufgesplittet werden als in den darauf folgenden vier Wochen.
Wenn für eine Abrufeinteilung verschiedene Abrufsplitregeln zutreffen, wird die Regel mit der kürzesten Reichweite verwendet. Zur Ermittlung der Reichweite einer Abrufsplitregel wird jedes Mal das Basisdatum zugrunde gelegt.
Wenn für Abrufeinteilungen keine Splitregeln innerhalb der Gültigkeit definiert sind, dann werden diese Abrufeinteilungen ungesplittet in den Sollabruf übernommen.
Tagesmengen können nicht weiter aufgesplittet werden. Diese werden unverändert in den Sollabruf übernommen, sofern sie innerhalb der Glütigkeit des Abrufsplitprofils liegen.
Mit dem
Business Add-Ins(BAdI)
Modifikation von Abrufen
(/SAPAPO/CMDS_DS_MOD) können Sie Einfluss auf das Splitten von Vorschauabrufen nehmen (z.B. einen Kalender zur Ermittlung von Feiertagen für den Abrufsplit vorgeben) und das Erzeugen von Sollabrufen beeinflussen.
Mit dem BAdI
Bearbeiten eigener Periodenformate
(/SAPAPO/CMDS_SL_DATE) können Sie z.B. eigene Perioden für Einteilungen von Vertriebslieferplänen definieren.
Siehe Business Add-Ins (BAdIs) für Vertriebslieferpläne, -abrufe und Bestätigungen
Wenn Sie die eingehenden Vorschauabrufe aufsplitten möchten, dann sind folgende Schritte erforderlich:
Legen Sie im Customizing von
Advanced Planning and Optimization
ein Abrufsplitprofil an.
Definieren Sie die Abrufsplitregeln.
Ordnen Sie die Abrufsplitregeln dem Abrufsplitprofil zu.
Ordnen Sie das Abrufsplitprofil dem Lieferplansteuerungsprofil zu.
Ordnen Sie das gewünschte Lieferplansteuerungsprofil der Vertriebslieferplanposition in der Stammdatenpflege des Vertriebslieferplans zu.
Sie möchten die Abrufeinteilung über 600 Stück (ST) für die Woche 26 (24.06. – 28.06.) aufteilen.
Im Customizing pflegen Sie die Abrufsplitregel SD1 , indem Sie die Splitanteile zu gleichen Teilen auf Montag, Mittwoch und Freitag verteilen.

Wenn Sie den neuen Sollabruf generieren, errechnet das System die Durchschnittsmenge, indem es die Einteilungsmenge von 600 ST durch die drei Splitanteile teilt.
Das System ordnet diese Menge von 200 ST (600 ST/3 Splitanteile) dann jeweils den einzelnen Tagen zu.
Der daraus resultierende Sollabruf enthält 3 Tageseinteilungen über je 200 ST.